Basiszucht

m4fish
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Basiszucht

Beitragvon m4fish » Mo 19. Dez 2011, 11:38

Die Ursache für einen großen Teil der Probleme, mit Krankheiten etc. bei der Bienenhaltung, könnten neben den Umweltfaktoren aber auch bei den gleichen Faktoren wie bei der Massentierhaltung liegen. Reinzucht und dadurch die Einengung der genetischen Vielfalt.
Abhilfe schafft möglicherweise die Basiszucht?
Und vielleicht ist es der adäquate Weg für Warre-Imker? Oder es lässt sich das Verfahren an die Bedingungen der Warre-Imkerei anpassen?
Hier gibt es grundsätzliches zu lesen.
http://www.basiszuechter.de/basiszucht/basiszucht.htm

Unter der ISBN- Nr. 978-3-8440-0270-6 gibt es auch eine kleine Broschüre:
Joachim-Hans Bergmann „Grundsätze und Verfahren der Basiszucht“
http://www.shaker.eu/en/content/catalogue/index.asp?lang=en&ID=8&ISBN=978-3-8440-0270-6

Beste Grüße Michael

kaibee
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Re: Basiszucht

Beitragvon kaibee » Mo 19. Dez 2011, 11:54

Ehrlich gesagt ist mir das alles schon zuviel!

Basiszucht gelingt nur und kann auch nur als „Zucht“ bezeichnet werden, wenn die mit Standbegattung entstehenden Königinnen bzw. Völker einer sorgfältigen Selektion unterzogen werden, so dass nur die besseren Völker zur Vermehrung herangezogen werden.

Sorgfältige Selektion... nur die besseren Völker...

Also ich bin kein erfahrener Bienenhalter, aber ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass der Mensch nach adäquaten Kriterien die Qualität von Bienen einstufen kann. Ich käme nie auf die Idee Königinnen irgendwo her zu kaufen, oder ein Bienenvolk über hunderte Kilometer zu transportieren. Ich kaufe mir Schwärme von Imkern aus meiner Region. Die Völker dürfen sich vermehren, wenn es Ihnen passt! Wenn die Königin stirbt und die Bienen keine nachziehen können, dann ist das halt so.

Ich bin Warré-Bienenhalter geworden, weil mir die Art Bienen zu halten mit der Warré gefällt und ich mich damit identifizieren kann. Basiszucht passt für mich nicht zu Warré. Ich glaube, der Weg aus der Misere geht über nur eine Selektion, aber eine natürliche, die die Natur durchführt. Zudem führt eine Unterdrückung des Schwarmtriebs meiner Meinung nach komplett in die falsche Richtung!

kaibee

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Re: Basiszucht

Beitragvon obi11 » Mo 19. Dez 2011, 12:08

Hallo kaibee,
sehe ich ähnlich wie Du und wenn ich "züchten" wollte dann würde ich beim Mobilbau bleiben (wollen). Fürs züchten fehlt mir außerdem das nötige Fachwissen :oops:

LG
Andreas

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Re: Basiszucht

Beitragvon kaibee » Mo 19. Dez 2011, 13:30

Ich habe auch das Gefühl, dass ein Volk bei mir etwas wehrhafter sein könnte. Bin mir nicht sicher, aber warum sollte ich vermeiden, dass dieses Volk sich vermehrt??? Mir geht es nicht um Schwarmträgheit, geringer Wehrhaftigkeit oder großen Honigertrag. Ich will einfach nur gesunde Bienen! Ich habe auch nichts dagegen mit Stichschutz an meine Völker zu gehen. Ich finde diese Bewertungskriterien einfach unpassend!

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Mellina
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Re: Basiszucht

Beitragvon Mellina » Mo 19. Dez 2011, 14:41

Hallo Michael,

ich danke Dir für die Anregung. Für mich paßt das gerade sehr gut, da ich ab nächstem Jahr gezielt auf Varroa- bzw. Virusresistenz auslesen möchte.

Zitat: "Wirtschaftlichkeit: Die Basiszüchter streben mit geringem Aufwand nach einer Biene, die robust, vital und umgänglich ist. Sie soll zur konkreten Beute und Betriebsweise passen und einen guten Ertrag an Honig und anderen Bienenprodukten bringen." Genau so! :lol:

LG
Mandy
Bauanleitung Warrébeute, Warrés Handbuch und Bernhards Kurzanleitung: http://www.warre-bienenhaltung.de

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Re: Basiszucht

Beitragvon kaibee » Mo 19. Dez 2011, 15:05

Mellina hat geschrieben:Zitat: "Wirtschaftlichkeit: Die Basiszüchter streben mit geringem Aufwand nach einer Biene, die robust, vital und umgänglich ist. Sie soll zur konkreten Beute und Betriebsweise passen und einen guten Ertrag an Honig und anderen Bienenprodukten bringen." Genau so! :lol:

...also eine eierlegende Wollmilchbiene! Viel Erfolg! :)

m4fish
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Re: Basiszucht

Beitragvon m4fish » Mo 19. Dez 2011, 15:30

Vielleicht ist der Begriff Zucht missverständlich. Auslese wie Mandy geschrieben hat trifft es wohl eher.
Und warum sollte das nicht zur Warre-Imkerei passen? Auch hier werden Völker vermehrt. Warre beschreibt in seinem Buch „Bienenhaltung für alle“ ausführlich die Völkervermehrung. Selbst vor dem Kauf von Königinnen per Post hat Warre scheinbar nicht zurückgeschreckt (mir wäre das nichts).
Die eigene Erweiterung der Völker mittels Basiszucht (Auslese) scheint mir daher sinnvoller.
Wer nur Völker von andere Züchtern kauft weiß letztendlich nicht was er bekommt, wer seine Bienen auf natürliche Art selektiert schon.
Und „Wirtschaftlichkeit“ war Warre wohl wichtig im Sinne von Einfachheit (geringer Aufwand und Materialbedarf).
Grüße Michael

PS. Man kann natürlich auch auf Schwarmfreudigkeit selektieren. :lol:
Muss man wahrscheinlich öfter von neuem Anfangen.

Manfred

Re: Basiszucht

Beitragvon Manfred » Mo 19. Dez 2011, 16:07

Grüß Euch,

Wozu in die Ferne schweifen, sieh das Gute liegt so nah.
Praktisch: Kehrschwärme und Königinnen, Genetik von was weiß ich woher, haben Ihre Bewährungsprobe, wieweit sie mit den Bedingungen vor Ort zurechtkommen erst vor sich.
Vermehrt wird, was sich bewährt.
Auf breiter Basis steht sichs sicher. Also von allen Guten vermehren - mit Freunden und Kollegen einig sein und tauschen.
Verzicht auf alle Künsteleien.
Die Bilder im ersten Hinweis sprechen für mich Bände - mit solchen Klitzeleien arbeite ich Aufzuchtschäden in die Hände.
Nutzung des Schwarmtriebs, vorweggenommener Schwarm und zargenweise Bildung von Begattungsablegern sind Kram genug.

http://www.buckfast.de/de/pdf/BI3-03.pdf

Herzliche Grüße Manfred

kaibee
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Re: Basiszucht

Beitragvon kaibee » Mo 19. Dez 2011, 17:27

Hallo Markus,

der Ton meines Beitrags hast Du vielleicht anders wahrgenommen als ich. Das Wort "unpassend" ist ja auch keine Beleidigung, oder?

Ich wollte nur nochmal meinen Standpunkt formulieren, dass ich diese Zuchtziele kontraproduktiv finde. Viele Imker jammern, dass der Honigertrag im Jahr X gering war, dass zu viele Völker geschwärmt sind, oder dass viel Geld für Chemikalien ausgegeben wurde und zuletzt auch darüber, dass Ihnen Völker sterben.

Mich wundert es einfach, welche Konsequenzen daraus gezogen werden. Königinnen aus fernen Regionen müssen dann her... oder die Konzentration der Varraomittelchen muss erhöht werden usw. Basiszucht hat sicherlich einen "natürlicheren" Ansatz, was ich grundsätzlich lobenswert finde, aber es ist immer noch Zucht, wovon ich nicht viel halte. Denn meist werden dabei die Interessen des Imkers berücksichtigt, die Bienen müssen sich unterordnen!

Mein Ansatz ist ein Akzeptieren eines geringeren Honigertrages durch das Zulassen von Schwärmen, durch Überwinterung auf Honig und eine natürliche Selektion durch Mutter Natur. Bei mir dürfen Bienen, die den Winter überleben, weiterleben, über die anderen muss ich mir nach dem Winter keine Gedanken mehr machen.

Manfred

Re: Basiszucht

Beitragvon Manfred » Mo 19. Dez 2011, 18:00

@Markus:

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Herzliche Grüße Manfred


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