Johann Thür

Alle Vorläufer des Warréstocks: Gestapelte Strohringe, gestapelte Holzzargen. Zum Beispiel:
John Gedde (1647-1697) http://warre.biobees.com/gedde.htm
Guillaume Louis Formanoir de Palteau (1712-?) http://warre.biobees.com/palteau.htm
Samuel Linnaeus (1718-1797) http://warre.biobees.com/linnaeus.htm
Thomas Wildman (1734-1781) http://warre.biobees.com/wildman.htm
Pfarrer Johann Ludwig Christ (1739-1813) http://warre.biobees.com/christ.htm
Bryan I'Anson Bromwich (? - 1805) http://warre.biobees.com/bromwich.htm
Pierre Louis Du Couédic de Villeneuve (1743-1822) http://warre.biobees.com/ducouedic.htm
Edward Bevan (1770-1860) http://warre.biobees.com/bevan.htm
T. M. Howatson (?-? 1827) http://warre.biobees.com/howatson.htm
Nicolai Vitvitsky (1764-1853) http://warre.biobees.com/vitvitsky.htm
Illarion Semenovich Kullanda (1848-1922) http://warre.biobees.com/kullanda.htm
Manfred

Re: Johann Thür

Beitragvon Manfred » So 3. Feb 2013, 01:18

Anton hat geschrieben:Manfred, wo fängt bei Dir die Steppe in Niederösterreich an und wo hört sie auf, tatsächlich bitte?


http://www.stadtbaum.at/pics/116_02.gif

mahagugu
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Re: Johann Thür

Beitragvon mahagugu » So 3. Feb 2013, 20:09

Anton hat geschrieben:...Da gibt es bei uns EHM, Zander, Breitwabe, Dadant und dann geht es auch scheinbar eine Nummer kleiner.
Braucht es dafür wirklich eine spezielle Biene?
...


Nimm doch zum Vergleichen einfach die Brutfläche oder die Anzahl der Brutzellen.
Einmal hab ich schon hier gepostet ---- Anzahl der Eier pro Tage (Legeleistung der Königin)
mal 21 (durchschnittliche Schlupfzeit)....
Da sollte sich dann ungefähr abschätzen lassen, wie groß der Brutraum wirklich sein muss.
Zu großer Brutraum bringt einfach nichts (also größer als Legeleistung mal Schlupfzeit)
,weil den könnens dann eh nie auffüllen (so jetzt mal als halbherzige Begründung).
[[ ich glaub die probierens aber dann trotzdem ((hab ich auch schon hier gepostet))]]

Anton
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Re: Johann Thür

Beitragvon Anton » Do 14. Feb 2013, 10:52

Hallo Thürimker und Imkerinnen und alle die es noch werden wollen.
Bin gerade drüber die bereits geschnittenen Bretter für Zargen, Fußboden und Deckl grob zu entgraten.
Bald sind sie fertig, die „Nester“. Ich laß mich überraschen ob das meine Bienen „dufte“ finden.
Mein erster Feglingsschwarm wird mir das schon summen. Davon zeige ich euch dann gerne ein Foto.

Auch wenn es sich wie bei dieser Idee
http://www.instructables.com/id/Make-Sh ... -Bee-Hive/
nur um eine behälfsmäßige Unterbringung handelt und Styroporschachteln nicht meinen Geschmack treffen, so als grobe Anleitung sind die Bilder durchaus brauchbar.
An Stelle der Bambusstaberl nehme ich dreieckige Wabenleisten.
Gruß Toni

Lebe dein Leben so, wie du deine Kinder gern das ihre gestalten sähest.

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Re: Johann Thür

Beitragvon mahagugu » Do 14. Feb 2013, 18:11

Anton hat geschrieben:.....
Auch wenn es sich wie bei dieser Idee
http://www.instructables.com/id/Make-Sh ... -Bee-Hive/
nur um eine behälfsmäßige Unterbringung handelt und Styroporschachteln nicht meinen Geschmack treffen, so als grobe Anleitung sind die Bilder durchaus brauchbar.
....


Genau meine Meinung , der Gedanke ist schon mal nicht schlecht.
Weidenzweige , Maisblätter und Bast/Hanfstrick bieten sich als natürliche Materialen an.

Quasi das Gerüst aus Weidenzweigen und zum Abdichten halt die Maisblätter oder halt das Stroh.
... ist aber sauviel Arbeit ...

Man kann Beuten auch aus Karton und einem Holzgerüst herstellen. Hab eine seit vorigem Jahr
im Garten stehen und die "lebt" noch immer. ((ist mit Sonnenöl und Wachs vor Nässe geschützt))

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Re: Johann Thür

Beitragvon Anton » Do 28. Feb 2013, 15:43

Hallo Mahagugu, hast du wirklich schon einmal Maisblätter zu Bienenwohnungen verarbeitet?

Lebt Dein Volk in der Kiste mit den Einfluglöchern zwischen den Rähmchenobertraegern noch? Die müßten doch jetzt fliegen, so schön wie das Wetter gerad ist.
Gruß Toni

Lebe dein Leben so, wie du deine Kinder gern das ihre gestalten sähest.

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Re: Johann Thür

Beitragvon mahagugu » Fr 1. Mär 2013, 16:20

Dieses Wochenende schaue ich mal nach.
Was die Maisblätter anbelangt ... daraus gibts Körbe ...
ist aber eine Heidenarbeit.

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Re: Johann Thür

Beitragvon zaunreiter » Mo 14. Okt 2013, 15:30

Im Rahmen der Veranstaltung "Wesensgemäße, extensive Bienenhaltung" trafen sich Praktiker und Interessierte in der Demeter Obstplantage Clostermann und Imkergemeinschaft Neuhollandshof.

Das soll kein Bericht werden - nur ein kurzer Beitrag zur Nestduftwärmebindung, die das zentrale Thema und Gegenstand der Betrachtungen von Praktikern und Interessierten des Kursus war.

Anhand der Überlegungen von Johan Thür wurden folgende Beuten und Konstruktionen (hier nur zur Demonstration mitgebracht) als mögliche Lösung für die Unterstützung der Bienen beim Erhalt der Wärme und des Nestduftes vorgeschlagen.

Die Schließrahmenbeute von Thür inspirierte Stephan Rameil dazu, seine bestehenden Rähmchenbeuten nachzurüsten, indem er die Rähmchen zu Schließrähmchen umbaute. Eine 35-36 mm breite Holzleiste an die Seiten der (hohen) Bruträhmchen getackert, schließen die Rähmchen zu den Seiten hin ab. (Er arbeitet mit Hochwaben in nur einem Brutraum.)

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Nach oben hin legt er in den Nichthonigmonaten (also in den Monaten ohne Honigraum) ein Wachstuch auf die Oberträger, mit dem er die Rähmchen nach oben hin abschließt, um die von Thür geforderte dreiseitige Umschließung zu erreichen.

Nebennotiz: Die Anfangsstreifen bilden schmale Holzleisten, die er links und rechts mit einer schmalen Klammer fixiert. Auch pfiffig!

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Der Unterträger der Rähmchen wurde entfernt und stattdessen ein senkrecht stehender, schmaler Träger in einen Schlitz der Seitenträger eingesetzt. So können die Bienen die Wabe nach unten abrunden und vollenden.

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Doch zurück zur Nestduftwärmebindung. Die oben gezeigten, modifizierten Rähmchen lassen sich vor allem in Trogbeuten verwenden - hier verwendet Rameil insbesondere stark isolierte Beuten, um die Wärme zu erhalten. Hier ein Selbstbau, die Beute ist ausrangiert und dient zur Veranschaulichung. Allseitig ist die Beute mit dicken, mit Schafwolle isolierten Wänden ausgestattet.

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Der Honigraum mit Flachrähmchen ist über Scharniere abklappbar (klappen, statt heben). Die Ernte erfolgt natürlich durch die Einzelentnahme der Rähmchen. Ansonsten dient der Raum für die Auffütterung, sobald kein Honig mehr geerntet werden soll, wird ein Wachstuch auf die Oberträger gelegt und schließt den Raum nach oben hin ab.

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In dieser Beute kommen die Schließrahmen zum Einsatz. Weil sie auf einer Schiene lagern, lassen sie sich verschieben und können so mit einem langen Stockmeißel voneinander getrennt werden. Die Bienen kitten nur von innen an den Rähmchen und sie sind dadurch zwar schwerer, aber doch zu trennen, wenn sie inspiziert werden sollen. Die Rähmchen sind doppelt DNM.

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Diese Trogbeuten gibt es auch in Polen fertig zu kaufen. (Diese Art der Beute ist auch in Russland weit verbreitet.)

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Die Beuten sind allerdings ab Werk nur nach vorne und hinten isoliert, die Isolierungen rechts und links wurden nachträglich von Stephan eingefügt.

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Auch hier kommen die Schließrähmchen zum Einsatz.

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Auch diese Beute dient zu Demonstrationszwecken, um die Entwicklungen zu zeigen. Links im Bild eine in die Ecke genagelte Dreiecksleiste - größer dimensioniert - und rechts davon die Weiterentwicklung mit einer kleineren Leiste.
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Die Leisten sollen den Gesamtraum in eine rundere und damit wärmeoptimierte Form bringen, wie beim Wildbau/Bau in Rundformen (Stülper) sollen die Randwaben außerdem kleiner gestaltet sein. Die Ecken wurden nicht mit Rähmchen, sondern mit Oberträgern bestückt.
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Zunächst waren die Leisten in die Ecken genagelt, jetzt aber sind sie Teil des Schieds, um den Brutraum der Volksgröße anpassen zu können, wobei das Schied einen Oberträger besitzt und die Randwabe mit dem Schied bewegt wird.

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Ich habe vorgeschlagen, statt des Trennschiedes eine Futtertasche einzusetzen, nach Imkermeister Bärmann mit einer außenseitigen Dämmung versehen. So könnte das Schied mehrere Funktionen haben.

Die polnische Trogbeute besitzt einen aufgesetzten Honigraum mit Flachrähmchen (16cm), wobei der Aufsatz innerhalb der Isolierung der Beute liegt. Der Honig wird wunderbar trocken in diesen Honigräumen.
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Anhand dieses Modells werden die unterschiedlichen Wandstärken und Isolierungen demonstriert. Vier Wände mit unterschiedlichen Wandstärken und inneren Isolierungen mit Luftschichten und Schafwolle.
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Dieses Modell hat einen sehr hohen Boden mit horizontalem Trennschied. Während des Winters ist das Schied eingelegt und begrenzt den Raum nach unten.
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Im Frühjahr während der Aufwärtsentwicklung wird das Schied entfernt und die Bienen verlängern die Waben nach unten (man erinnere sich hier an den vertikal gestellten Unterträger der Rähmchen) und bauen so einen Pufferbereich für den hereinkommenden Pollen und Nektar auf. Im Herbst, wenn dieser Wabenbereich leer und verlassen ist, wird er abgeschnitten und das Schied wieder eingelegt.


Außerdem besprochen wurde Trogbeuten aus Stroh, wobei die Strohwände von einem hölzernen Rahmen stabilisiert werden. (Siehe auch Thema Strohmagazine.) Das hier ist die Schablone und Lehre zum Vernähen des Strohs.

Bild

Dazu wird in diese Lehre ein Boden eingelegt - das ist ein stabiler Holzrahmen, hier mit eingelegtem Bodenschieber abgebildet. Der Schieber kann gewechselt werden, zum Beispiel mit Gittereinsatz und Schublade für die Windeldiagnose.
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Dann wird das Stroh eingelegt und gepresst, dazu wird ein Holzbalken aufgelegt und mittels einer Schraubzwinge das Strohmaterial verfestigt.
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Oben bildet ein einfacher Holzrahmen mit Falz für die Auflage der Rähmchen den Abschluß. Das Stroh wird mit verzinktem Draht vernäht, wobei die Holzrahmen oben und unten Bohrlöcher aufweisen, durch die der Nähdraht gefädelt wird.
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Die Ecken werden mit leichten Brettchen verstärkt und stabilisiert. Die Wand ist so richtiggehend fest. Wer will kann als Außenschutz (vor Schlagregen) die Beute rundum mit Brettchen verkleiden, um so das Stroh zu schützen.
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Das Stroh innnen wird zupropolisiert. (Hier auch gemischt mit Kuhdung, allerdings nur hier beim allerersten Prototyp.
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Die hier gezeigte Beute ist schon sieben Jahre alt.
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So kommen viele Ideen zusammen, wie man dem Bien den Erhalt der Wärme und des Nestduftes erleichtern kann. Nicht umsonst wird Stockluft zur Therapie von Lungenleiden bei Menschen herangezogen, mit einigen Erfolg. Von Propolis durchschwängert, muß sie auch die Bienen gesund erhalten.

Wie Messungen von M. Mietz zeigen konnten, sind die Temperaturschwankungen innerhalb des Wabenwerkes und des Biens auch bei großvolumigen Beuten (Dadant) und offenem Gitterboden doch relativ begrenzt. Eine starke Isolierung wird daher nicht grundlegend viel verändern, denn wichtig sind meines Erachtens nur die Wabengassen. Wabengassen, die die Bienen mit ihren Körpern abschließen können. Diese kleinen Pelztiere bilden zusammen in der Wintertraube ein weiteres Pelztier - den Bien - und können so ihre Wärme im Inneren erhalten.

Eine isolierte Beute bringt den Unterschied genau dann, wenn sich bei Beginn der Bruttätigkeit die Wintertraube wieder langsam auflöst und vor allem bei großen Temperaturschwankungen draußen. Dann kann die Brut nicht mehr von der sich neu bildenden Traube beschützt werden. Das zeigte sich vor allem in diesem Frühjahr 2013. Alle draußen stehenden Völker gingen aus der Brut - außer den Trogbeutenvölkern in den geschützten Bienenhäusern, die weiter brüten und schöne Völker aufbauen konnten.

Der größere Wärmeabfluß bei gering isolierten Beuten (wobei hier die Pufferzone durch große Wabenmaße und -breiten berücksichtigt werden muß) kostet den Bienen Energie und Winterfutter. In Zeiten von das Leben verkürzenden Behandlungen und Druck durch Bienenkrankheiten (und Pestiziden) spielt es eine immer größer werdende Rolle, die Belastung der Bienen zu verringern, wo es möglich ist.

Die Isolierung ist hier eine Möglichkeit mit einer einmaligen Investition langfristig eine Erleichterung zu schaffen.

Viele Grüße

Bernhard
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Re: Johann Thür

Beitragvon Rumpel » Mo 14. Okt 2013, 17:43

Bauanleitung,für Strohmagazin.
Gruss Jörn

Um zu begreifen, dass der Himmel überall blau ist, braucht man nicht um die Welt zu reisen.
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Re: Johann Thür

Beitragvon Rumpel » Mo 14. Okt 2013, 21:20

Bezugsquelle für die Polnischen Beuten.
Die habe ich schon Live gesehen, sind schon ganz schöne Brocken.
Das Rahmenmass weiss ich jetzt auch nicht mehr, war irgendwie schräg.
Aber toll finde ich die doch.
https://imkershop24.de/bienenk%C3%84ste ... age/2.html
Gruss Jörn
Um zu begreifen, dass der Himmel überall blau ist, braucht man nicht um die Welt zu reisen.
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Re: Johann Thür

Beitragvon brady » Mo 14. Okt 2013, 22:59

Mir ist nicht ganz klar, wann die Bienen mehr Futter im Winter verbrauchen.
A schlecht isoliert, stärkerer Wärmeverlust, aber damit späterer Brutbeginn, damit geringere Temperatur in der Traube .. oder
B gut isoliert, damit geringerer Wärmeverlust, aber früherer Brutbeginn und damit höher Verbrauch an Winterfutter wegen höherer Temperatur in der Traube


Meine Bienen sitzen recht kalt, nur 1,8 cm Wandstärke - hatte zum Glück noch keine Winterverluste.
Pünktlich zum Raps waren die Bienen auch in diesem Jahr bereit.
Bruder Adam hat bei guter Isolation eine schlechtere Frühjahrsentwicklung beobachtet ( Meine Betriebsweise).
Wie sind die Erfahrungen diesbezüglich? Gruß Steffen.


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