Johann Thür

Alle Vorläufer des Warréstocks: Gestapelte Strohringe, gestapelte Holzzargen. Zum Beispiel:
John Gedde (1647-1697) http://warre.biobees.com/gedde.htm
Guillaume Louis Formanoir de Palteau (1712-?) http://warre.biobees.com/palteau.htm
Samuel Linnaeus (1718-1797) http://warre.biobees.com/linnaeus.htm
Thomas Wildman (1734-1781) http://warre.biobees.com/wildman.htm
Pfarrer Johann Ludwig Christ (1739-1813) http://warre.biobees.com/christ.htm
Bryan I'Anson Bromwich (? - 1805) http://warre.biobees.com/bromwich.htm
Pierre Louis Du Couédic de Villeneuve (1743-1822) http://warre.biobees.com/ducouedic.htm
Edward Bevan (1770-1860) http://warre.biobees.com/bevan.htm
T. M. Howatson (?-? 1827) http://warre.biobees.com/howatson.htm
Nicolai Vitvitsky (1764-1853) http://warre.biobees.com/vitvitsky.htm
Illarion Semenovich Kullanda (1848-1922) http://warre.biobees.com/kullanda.htm
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Re: Johann Thür

Beitragvon Mellina » Fr 11. Feb 2011, 11:04

Hallo Markus,

erstmal danke für den Link. Genau so eine Beute habe ich in Planung und es ist schön und motivierend sie schon mal "in echt" zu sehen.

Die Frage mit dem Kissen habe ich mir auch schon gestellt, denn sowohl bei Thür als auch bei Christ gibt es kein Kissen. Die Christbeute war ja seinerzeit weit verbreitet, schien also funktioniert zu haben. Und auch die Klotzbeuten nach französischem Vorbild kommen ohne Kissen aus.

LG
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Re: Johann Thür

Beitragvon zaunreiter » Fr 11. Feb 2011, 19:46

Das Kissen ist keine Erfindung unseres ehrenwerten Pfarrers Warré, denn das Kissen ist bei vielen älteren Beuten zu sehen. Ich denke es ist vielleicht nicht zwingend notwendig, doch dort wo es sitzt, ist jede Isolierung wohltuend.

Bernhard
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Ich summe, also bien ich.

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Re: Johann Thür

Beitragvon Mellina » Fr 11. Feb 2011, 21:26

Ja so sehe ich das auch. In alten Büchern ist ja auch bei unseren "normalen" Rähmchenbeuten noch ein Kissen vorgesehen, und heute gibt es dort keins mehr. Also wahrscheinlich nicht absolut notwendig, aber schön isses doch. :D

LG
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Re: Johann Thür

Beitragvon Mellina » Do 17. Feb 2011, 20:45

Hallo Markus,

von Palettenholz wurde mir abgeraten, weil das wohl fast immer gegen Insekten und Pilze behandelt wird. Leider hab´ich das zu spät erfahren, so dass ich jetzt den Keller voll mit zerlegten Paletten habe. :lol: Ich baue jetzt aber Beutendächer draus.

Meine Versuchsbeute wird ein Warrédach haben (die einfache Pultdach-Variante, nicht das Chaletdach) und ein Warré-Kissen. Einen hohen Unterboden, wie bei Thür, mit Guckluke hinten und einem ähnlichen Flugloch, wie bei der von Dir geposteten Beute, aber nicht über die ganze Breite. Höhe des Bodens wie das Kissen, weil es den Zuschnitt vereinfacht.

Vom Warréboden bin ich abgekommen, weil ich im Winter nicht oft genug zu meinen Bienen kann und das Flugloch zu oft mit Bienen verstopft war. Der hohe Unterboden dient auch gleich als "kleiner Fütterer", dafür gibt es eine extra Schublade. Wahrscheinlich baue ich mir auch noch eine Varroa-Kontroll-Schublade. Kontrolliert wird das Volk durch die Guckluke mit Fotoapparat mit Zeitauslöser.

Die Zargen: Holzstärke 33 mm, Innenmaß 280 mm im Quadrat, Höhe 140 mm, also im Grunde die Thürmaße. Keine Oberträger sondern Speile im unteren Teil der Zargen.

Als Abschluss kommt auf das Ganze ein Rahmen 40 mm hoch, auf Gehrung geschnitten, mit umlaufendem Falz. Auf diesem Falz liegen 3 - 4 breite Leisten mit Abstand, wie bei den japanischen Beuten. Die Leisten liegen nicht bündig mit den unteren Wandseiten, sondern etwas höher, so dass beim Ernten gleich ein "Leitwachsstreifen" stehen bleibt. Ich denke auch, dass die Bienen die Schnittstelle so besser reparieren können. Auf diesen "Oberträgerrahmen" kommt das Warré-Tuch.

Von diesen Rahmen baue ich noch ein paar mehr, so dass ich sie mit ein paar Handgriffen zur Bienenflucht, Futterteigfütterer, Varroa-Behandlungsraum, Absperrgitter... umbauen kann.

Zur Frage nach den Speilen. Ich war da auch unsicher, ob das ausreicht, bis ich gesehen habe, wie die Bienen in unserer Klotzbeute (Innenmaß im Durchmesser über 30 cm) die Speile boykottiert haben. Um jeden Speil herum war ein großes Loch in den Waben. Die sehr langen Waben wurden fast nur von den Wänden gehalten und hielten trotzdem sehr stabil. Seitdem glaube ich, das Speile überbewertet werden :), es sei denn man will wandern, aber das mache ich bisher nur ohne Bienen. ;)

Liebe Grüße
Mandy
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Re: Johann Thür

Beitragvon zaunreiter » Do 17. Feb 2011, 20:55

Deswegen habe ich gesagt, daß die Speile gesetzt werden, nachdem die Waben ausgebaut worden sind. Quod errat demonstrandum.

Bernhard
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Re: Johann Thür

Beitragvon Mellina » Do 17. Feb 2011, 21:24

Nee, nee, ich schieb´ trotzdem keine Speile durch bereits ausgebaute Waben. :roll: Ich plane einfach nicht übermäßig Speile ein. Falls aber die Waben trotzdem mal absacken, dann halten auch Speile, die vorher keine direkte Verbindung mit den Waben hatten, sondern nur, wie bei der Klotzbeute, als Baugerüst benutzt wurden. Also nicht zu viel und nicht zu wenig.
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Re: Johann Thür

Beitragvon Finvara » Do 17. Feb 2011, 23:26

Ein hallo an alle Bastler,
beantwortet mir bitte mal die Frage wie ihr in eurer modifizierten "Thürbeute" ( was immer das auch sein soll ),den Honig erntet ? Bzw. wie geht es weiter wenn ihr die oberste ZArge mit den Oberträgern weggenommen habt ?

Johann Thür beschreibt in seinem Vortrag die allseits bekannte Christbeute. ( mit acht Oberträgern in jeder Zarge. )
Bei aller Begeisterung , ... aber die auf der von Markus gezeigten Webseite aufgeführte Beute hat mit der von Johann Thür faforisierten Christbeute nichts mehr zu tun. Ich will euch nichts ausreden, aber meine Erfahrung aus den letzten zwanzig Jahren Imkerei hat mich gelehrt das man wenigstens drei Dinge VOR der " Erfindung" einer neuen Beute abklären sollte :
1, Die Problematik der Honigernte,
2, Die Probleme der sich daraus ergebenden Betriebsweise.
3, Die Problematik einer eventuell notwendigen Wabenkontrolle.

Also nichts für ungut, aber ich sehe da einige PROBLEME ;) .

gruß Uwe

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Re: Johann Thür

Beitragvon Mellina » Fr 18. Feb 2011, 10:06

Hallo Uwe,

ich komme bei dieser Beute aus zwei Richtungen, nämlich der Warré und der ruche tronc, der französischen Klotzbeute. Die ruche tronc ist mir von den beiden die liebere wegen des ungeteilten Wabenwerkes und der Nähe zum hohlen Baum. Die Ernte jedoch läuft eher unter "Abenteuer" und an eine Betriebsweise ist auch kaum zu denken. Nichts desto trotz werde ich in Zukunft neben meinen Warrés weiter Klotzbeuten bewirtschaften.

Die beschriebene Beute ist ein Kompromis, damit ich leichter Honig ernten kann, aber vor allem, um leichter Ableger machen zu können und bedient sich dazu bei den sich ähnlichen Beuten Warré/Christ/Thür/Japaner. Und selbst bei Christ ist nicht jede Zarge komplett mit Oberträgern ausgestattet, sondern nur mit 2 Oberträgern und zusätzlichen Speilen.

Oder anders gesagt, in meinem Bienengarten gibt es Papa Klotzbeute und Mama Warré, die in diesem Jahr ihr erstes gemeinsames Kind erwarten, und in das alle große Hoffnungen setzen. Falls es sich als Sorgenkind oder Kopfgeburt herausstellt, werde ich dennoch viel gelernt haben.

Liebe Grüße
Mandy
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Re: Johann Thür

Beitragvon zaunreiter » Fr 18. Feb 2011, 13:55

Ich werde es ebenso machen, daß ich einen Großteil der Bienen in Klotzstöcken halte, sozusagen als Brache oder Vierfelderwirtschaft. Die Wirtschaftsvölker, wovon ich für mich nur drei Völker benötige, halte ich dann in Warréstöcken.

Viele Grüße
Bernhard
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Ich summe, also bien ich.

Manfred

Re: Johann Thür

Beitragvon Manfred » Fr 18. Feb 2011, 14:39

Grüß Euch,

@Mellina: Das Kindlein nennen wir dann Wakl,
so wirds bestimmt ein schöner Lackl.

Der Guido Fröhlich hat da ein schönes Schema, wie Fluglochanordnung und Nestordnung miteinander korrespondieren:

http://www.top-bar-hive.de/page2.php

Herzliche Grüße Manfred


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