Japanische Variante

Roger Delon http://warre.biobees.com/delon.htm
Jean-Marie Frèrès & Jean-Claude Guillaume http://warre.biobees.com/guillaume.htm
Marc Gatineau http://warre.biobees.com/gatineau.htm
Gilles Denis http://warre.biobees.com/denis.htm
Jean-François Dardenne http://warre.biobees.com/dardenne.htm und http://warre.biobees.com/round_and_polygonal.htm
...und andere!
Beorn
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Japanische Variante

Beitragvon Beorn » Fr 31. Dez 2010, 13:30

Ich finde, eine sehr interessante Seite zum Schmökern ...
http://warre.biobees.com/japan.htm

Vor allem die Videos zur Traditionellen japanischen Betriebsweise sind sehenswert, bei denen einige für Warré ungewöhnliche Details zu sehen sind, wie:

* Dicke Wände von 35mm
* Gitterboden und Gitterdach (das Dach ist quasi offen, kein Kissen - vielleicht gibt es ja noch ein Winterdach)
* Speile statt Oberträger
* Oberträger nur auf der obersten Zarge
* Fön (?) als Smoker

Bei den auf den Bilder gezeigten Beuten stellt sich für mich die Frage, wie man den Draht zum Trennen der Zargen durchziehen kann, wenn der Übergang zwischen den Zargen von der Leiste überdeckt ist.

Und für mich als Klotzbeuter stellte sich schon seit einer Weile die Frage, ob ich meine Klotzbeuten nicht teilen sollte, um das Unterstellen à la Warré durchführen könnte, denn die Bauerneuerung ist ein Problem bei der Klotzbeute. Hier http://to.totomo.net/1028.htm ist so eine geteilte Klotzbeute zu sehen.

Micha

Beorn
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Re: Japanische Variante

Beitragvon Beorn » Di 4. Jan 2011, 17:58

Und hier noch der Link zur Homepage des japanischen Imkers:

http://foodpia.geocities.jp/mituro36/Englishmenu.html

Beorn
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Re: Japanische Variante

Beitragvon Beorn » Sa 8. Jan 2011, 21:46

apiarius hat geschrieben: (in einem anderen Thread)
Danke Micha,

für die Seite aus Japan. 8-)
Genau so hab ich mir eine einfache Baumbeutenkonstruktion vorgestellt. Nur ganz oben ein aufgelegter Leistenrost, in den unteren Zargen Speile.

Gut, dass ich mit dem Bau noch nicht begonnen habe. Jetzt kann es aber losgehen und neue Ideen werden mit einfließen.
Boden und Dach übernehme ich von der Warrè, also ab in die Werkstatt. :D

Ach ja, noch eine Frage.
Zur Zargentrennung hab ich schon mit einem Messer gute Erfahrungen gemacht. Draht möchte ich aber auch mal testen. Welchen würdet Ihr mir empfehlen?


Freundliche Grüße
Markus


Klassischer Weise nimmt man eine Klavier- oder Gitarrensaite. Ich weiss nur nicht, ob es ein Draht mit Umwicklung oder nicht. Ich hätte gedacht ohne, schön dünn um zu Schneiden, meine Frau denkt mit Umwicklung wegen des Sägeeffekts.
Wichtig ist aber mit dünnen Keilen die Zargen vorher etwas zu trennen - siehe Christ und Japaner.

Machst Du Deine Baumbeuten im Warrémaß Hochkant wie Bernhard? Ich würde sie 15 cm wie die Japaner machen, dann kannst Du eher mal ernten und die Speile kommen auch nicht so selten. Christ hatte auch eine Zargenhöhe von nur 15 cm.

Auf alle Fälle hat es mir diese japanische Methode ohne Trennung des Wabenbaus auch angetan. Noch einfacher, wirtschaftlicher und bienenfreundlicher, vor allem in Hinsicht auf die Nestduftwärmebindung nach Thür.

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Re: Japanische Variante

Beitragvon zaunreiter » Mo 10. Jan 2011, 11:08

apiarius hat geschrieben:Ich befürchte eher ein Problem mit dem Verhonigen. :roll:
Also öfter mal oben volle Honigzargen abnehmen und leere Kistchen unterstellen.


Hallo Markus,

das Problem ist sehr wahrscheinlich - und kann zu Minivölkchen führen. Die schmeißen das Brutnest so zu, daß kein Platz für die Eiablage bleibt. Die Maßnahme oben volle Zargen abzunehmen und leere Zargen unterzusetzen kann in diesem Fall nicht ausreichend sein. Der Nektar ist schneller eingetragen als nach unten gebaut wird. Ein Viertel der gesamten Wabenfläche mit leeren Zellen ist immer gut als Puffer, sowohl für Brut als auch für den Nektareintrag. Die Verfügbarkeit leerer Zellen ist ein kritischer Faktor. Bei Warré ist im Idealfall im Frühjahr die untere Zarge leergezehrt und das Volk mit dem Kopf in der oberen Zarge. Dadurch stehen im Frühjahr genügend leere Zellen sowohl für die Brut als auch für die ersten Trachten zur Verfügung.

Wenn keine leeren Zellen mehr da sind, gibt es ein Problem.
Über Kopf wird schneller ausgebaut, so daß das Aufsetzen leerer Zargen sinnvoller sein kann (merke: kann). Allerdings sind diese schnell gebauten und nicht bebrüteten Waben sehr brüchig. Außerdem muss sehr wahrscheinlich geschnitten werden - beides kann in einer Sauerei enden. Nun kannst Du halbhohe Zargen aufsetzen oder Halbrähmen a là Gilles Denis verwenden (siehe: http://warre.biobees.com/denis.htm). Oder, oder....

Die fehlenden kontinuierlichen Läppertrachten sind für die Stabilbaubetriebsweise ein Problem. Erst verhonigt das Brutnest, es gibt einen Baustopp und das Volk wird kleiner. Ich umgehe das, indem ich den in Stoßtrachten eingebrachten Honig zum kleinen Teil ernte und in den dürftigen Zeiten in Kleinstmengen zurückfüttere. Durch den stetigen Futterstrom bleiben die Bienen beim Bauen und können so einen Puffer an Wabenwerk anlegen, der dann für die Stoßtrachten wieder genutzt werden kann. Dieser Ansatz hat auch so seine Tücken, zum Beispiel die Gefahr der Räuberei.

Viele Grüße
Bernhard
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Re: Japanische Variante

Beitragvon Beorn » Mo 10. Jan 2011, 17:24

Ich würde sagen: "Versuch macht kluch". Bei den Japanern funktioniert es seit langem und ich sehe auch keinen großen Unterschied zu Warré. In der japanischen geht's halt weniger in die Breite, dafür in die Tiefe. Und Warré empfiehlt mit der heroischen Methode für die Haupttrachtzeit ja sogar das Brutnest abzuschaffen, was nebenbei auch noch gut gegen die Varroa ist.

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Re: Japanische Variante

Beitragvon m4fish » Do 5. Jan 2012, 23:12

Eine geniale Vereinfachung der Warrebeute. Hat es schon jemand ausprobiert?
Ich habe mir auch die sehr schönen Videos angesehen.
http://www.youtube.com/watch?v=IZldnd9wMLU
http://www.youtube.com/watch?v=c_pKEn5WtLM
http://www.youtube.com/watch?v=r3rX-gsm-M4
Simpel gebaute Zargen, ohne Griffe, ohne Kissen. Wabenträger nur in der obersten Zarge. Dann in den anderen Zargen nur Mittelträger aus Holz oder Metall die von den Bienen in die Waben eingebaut werden, wenn diese ihre Waben von oben nach unten durch alle Zargen durchbauen. Wenn die oberste Zarge geerntet wird, werden die Waben in den unteren Zargen durch die Mittelträger in den Zargen gehalten. Keine Unterbrechung des Wabenbaus! Wenn ich es richtig verstanden habe. Da ich eigentlich vor hatte, eine doppelthohe Zarge für den Brutraum zu bauen, werde ich es jetzt besser so machen wie hier gezeigt und in den unteren Zagen nur ein Mittekreuz einbauen. Jedenfalls bei einer Beute.
Außerdem muss sehr wahrscheinlich geschnitten werden - beides kann in einer Sauerei enden.“

Ja, das ist das Prinzip! :lol:
http://www.youtube.com/watch?v=AgzsaTgl_44&feature=related

Gibt es solche Pressen auch hier zu kaufen? Hat jemand damit Erfahrungen?
Grüße Michael

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Re: Japanische Variante

Beitragvon kaibee » Fr 6. Jan 2012, 00:21

ich glaube sowas hatten wir alles schon. Ich presse auch mit einer alten Weinpresse. Ansonsten gibts Apfelpressen etc. Einfach mal googlen oder bei David Heaf reinschauen. Das mit dem Wabenschneiden wir wohl gehen. Die Frage ist eher ob man das will... Hat alles Vor- und Nachteile.

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Re: Japanische Variante

Beitragvon zaunreiter » Fr 6. Jan 2012, 00:25

So viel Spaß wirst Du damit nicht haben, befürchte ich. Auf jeden Fall nicht die ganze Energie und Geld reinstecken. Klein anfangen. Bei Erfolg erweitern. Die Warré hat schon ihre Vorteile.

Gruß
Bernhard
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Re: Japanische Variante

Beitragvon m4fish » Fr 6. Jan 2012, 12:20

Auf jeden Fall nicht die ganze Energie und Geld reinstecken. Klein anfangen. Bei Erfolg erweitern. Die Warré hat schon ihre Vorteile.

Manchmal bin ich etwas ungeduldig, wenn mich etwas gepackt hat. Deshalb starte ich mit drei Warre Beuten (parallel dazu drei Dadant). Nach hunderten gelesenen Buch- und Web-Seiten, mit sich teilweise widersprechenden Informationen, Mutmaßungen und Glaubensfragen, will ich möglichst selbst herausfinden was am besten zu mir passt.
Da mir die Warre prinzipiell sympathisch ist, bin ich hier und probiere es aus.
Eine in der hier beschriebenen japanischen Variante, eine „traditionelle“ und eine mit neun 20 mm Oberträgern. Da ich hier in meiner Gegend bis zum Sankt-Nimmerleinstag auf Schwärme warten müsste, habe ich auch schon Bienen für das Frühjahr bestellt. :D
Grüße Michael

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Re: Japanische Variante

Beitragvon kaibee » Fr 6. Jan 2012, 13:11

und woher kommen dann deine Bienen?


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