Gatineau-Abwandlung, mehr Infos?

Roger Delon http://warre.biobees.com/delon.htm
Jean-Marie Frèrès & Jean-Claude Guillaume http://warre.biobees.com/guillaume.htm
Marc Gatineau http://warre.biobees.com/gatineau.htm
Gilles Denis http://warre.biobees.com/denis.htm
Jean-François Dardenne http://warre.biobees.com/dardenne.htm und http://warre.biobees.com/round_and_polygonal.htm
...und andere!
wonderfool
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Gatineau-Abwandlung, mehr Infos?

Beitragvon wonderfool » Di 2. Feb 2016, 12:01

Hi,
ich bin vor kurzem auf die Warré-Beuten von Ickowicz-Apiculture gestolpert. Dort sind ein paar Abwandlungen zu der klassischen Version zu sehen.

Auf den ersten Blick:
  • Kein Kissen, flaches Blechdach
  • Verschließbare Fluglöcher in jeder Zarge
  • anderer Boden?
  • Rahmen

Ich überlege mir ein, zwei Beuten kommen zu lassen. Primäres Argument wäre erst mal der etwas günstigere Preis. Mittlerweile bin ich aber auch neugierig, welche Abwandlungen die Betriebsweise erhalten hat.

Kennt jemand dazu Quellen oder kann näheres berichten? Auf das französische Buch von Gatineau bin ich schon gestoßen, leider bin ich der Sprache aber nicht mächtig...

biene1.0
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Re: Gatineau-Abwandlung, mehr Infos?

Beitragvon biene1.0 » So 13. Mär 2016, 00:20

Hallo, ;)
das ist nun garnicht nach meinem Geschmack. Was ist letztlich noch Warre? Nicht, dass ich etwas gegen Abwandlungen habe. Das Prinziep sollte doch erhalten bleiben.
Das ist:
- innere Grundfläche etwa 1000 cm²
- Kissen mit dämmender Füllung aus Naturmaterial
- Kissen nicht abgedeckt
- belüftetes Dach
- möglichst keine Rähmchen (= Magazinbeute)
- ohne Gitterboden Varroagitter und Windel nur bei der Kontrolle als Einschub in einen Hohen Boden)
Gtuß
Harald
"Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen."
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Re: Gatineau-Abwandlung, mehr Infos?

Beitragvon wonderfool » Mo 14. Mär 2016, 12:31

biene1.0 hat geschrieben:Hallo, ;)
- Kissen nicht abgedeckt


Hi Harald,
was meinst du denn damit? Wird das Kissen nicht vom Dach abgedeckt?

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Re: Gatineau-Abwandlung, mehr Infos?

Beitragvon biene1.0 » Di 15. Mär 2016, 00:32

Hallo Wonderfool,
damit meine ich, dass das Kissen nicht dirkt / unmittelbar bedeckt wird. Z.Bsp. mit einer Platte. Ich benutze Pultdächer. Zwischen der Kissenfüllung =(Oberkante des Kastens) und dem Dach ist ein Luftraum von bis zu 10 cm. Seitlich ist zwischen dem Dach, welches über das Kissen und den oberen Teil der oberen Zarge gestülpt wird, eine dreieckige Öffnung. Auf beiden Seiten.
Ich baue aus 3 Brettern (200 mm hoch x Zargenaußenmaß + 1,5 cm) und einem Brett (250 mm hoch x Zargenaußenmaß +1,5 cm)) einen Kasten. Darauf schraube ich Bretter, die ein paar cm vorn, hinten und seitlich überstehen. So bleibt ein dreieckiger "Spalt" an den Seiten. Zwischen die Seitenbretter schraube ich zwei Leisten. Mit denen liegt das gesamte Dach auf dem Kissen auf.
Ich hoffe, dass das alle Unklarheiten ausräumen konnte.
Gruß
Harald
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Re: Gatineau-Abwandlung, mehr Infos?

Beitragvon zaunreiter » Di 15. Mär 2016, 07:33

Bei der originalen Warré-Beute ist das Kissen mit einer Platte abgedeckt. Und das ist auch gut so. Denn Zugluft tut den Bienen überhaupt nicht gut. Abgesehen davon dringen Mäuse und andere Tiere wie Wachsmotten dort ein und treiben ihr Unwesen zum Nachteil der Bienen.

Das Kissen ist nicht dafür da, sämtliche Feuchtigkeit herauszutransportieren, das geht auch gar nicht, wenn man die Menge an Wasser bedenkt, die da durch irgendwelche Füllstoffe im Kissen hindurch diffundieren sollen. Das Kissen soll Wärme und Feuchte gleichermaßen nur abpuffern. Mehr nicht.

Die Isolation ist die wichtigste Rolle, die das Kissen spielt. Ein Bienenvolk gedeiht unter isoliertem Dach signifikant besser als unter einem schlecht isolierten oder gar belüfteten Dach. Insbesondere, wenn der Bien noch klein ist und im Winter ist die Isolierung des Daches sehr hilfreich.

Viele Grüße

Bernhard
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Re: Gatineau-Abwandlung, mehr Infos?

Beitragvon Claudia.1977 » Sa 19. Mär 2016, 20:14

Bestell doch mal & berichte!

Ohne die Beute je gesehen zu haben und nur nach dem Katalog Bild festgestellt,
- dass das Holz nicht heimisch ist
- kein Giebeldach
- kein Fenster
- kein Massivholz => verleimtes Holz ohne Nut und Feder
- 3 Zargen

Fazit:
- Frage nach Langlebigkeit?
- für den Berufsimker wunderbar geeignet!
- wunderbar im Preis!
liebe Grüße Claudia
[Warré seit 2014 (Oekobeute, Andreas Meisel)/ TBH seit 2015 (Oekobeute, Andreas Meisel) / Bienenkugel seit 2016 (Andreas Heidinger)/ Klotzbeute, trocknet seit 2016, Inbetriebnahme in 2018 (Selbstbau im Zeidler Kurs, Schloss Hamborn)]

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Re: Gatineau-Abwandlung, mehr Infos?

Beitragvon zaunreiter » Sa 19. Mär 2016, 21:53

Um die Langlebigkeit braucht man sich bei denen gar keine Sorgen machen. Ich habe die schon Jahre im Einsatz und die halten sich sehr gut. Ein guter Anstrich vorausgesetzt.
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Re: Gatineau-Abwandlung, mehr Infos?

Beitragvon Claudia.1977 » Di 22. Mär 2016, 10:38

... sind nicht auch die Oberträger für Mittelwände geschlitzt? Für´s drauf setzen, als Leiter bestimmt sehr praktisch. Ich kenne einen D. Imker, welcher 100 Völker so bewirtschaftet (in Wirklichkeit werden es viiiiel mehr Völker sein :lol: )
liebe Grüße Claudia
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Re: Gatineau-Abwandlung, mehr Infos?

Beitragvon wonderfool » Di 22. Mär 2016, 10:47

Habe mittlerweile auch so eine Beute zu Hause stehen.

Im Prinzip sieht die Sache ganz vernünftig aus. Den Boden (http://www.icko-apiculture.com/media/ca ... 0_bd_1.png) allerdings finde ich etwas seltsam und unter das Metall-Dach werde ich wohl noch ein Polster setzen.

Schön finde ich die schon eingebauten Abstandshalter. Wahrscheinlich bringen die mehr, wenn man mit Rähmchen imkert, aber auch mit Oberträgern finde ich es eine ganz nette Lösung. Das Festnageln fand ich immer ziemlich umständlich. Mal schauen wie das Metall nach der ersten Behandlung mit AS oder OX aus sieht...

Kann gerne mal ein paar Fotos schießen und etwas ausführlicher Berichten. Im Moment steht die Beute allerdings noch in meinem Arbeitszimmer und wartet auf ihren Anstrich.


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