Dadant, Deutschnormal, Warré

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zaunreiter
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Re: Dadant, Deutschnormal, Warré

Beitragvon zaunreiter » Di 18. Feb 2014, 10:19

Klippenimker hat geschrieben:Dadant hochkant mit acht Waben als Brutraum


Das entspricht der Warré. Es gibt welche, die nehmen doppelt hohe Waben in der Warré. Siehe: viewtopic.php?f=19&t=138&start=0 Dazu sehe ich aber keine Veranlassung und im Gegenteil sehe ich Vorteile für den Imker bei geteiltem Brutraum. (Und auch für die Bienen, denn so läßt sich der Brutraum anpassen. Vorteil für die Warmhaltigkeit bei Ablegern und kleinen Völkern.) So wie Émile Warré mit einer 40 cm hohen Wabe gestartet ist und die dann geteilt hat.
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edlBeefit
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Re: Dadant, Deutschnormal, Warré

Beitragvon edlBeefit » Di 18. Feb 2014, 13:48

zaunreiter hat geschrieben: Dazu sehe ich aber keine Veranlassung und im Gegenteil sehe ich Vorteile für den Imker bei geteiltem Brutraum. (Und auch für die Bienen, denn so läßt sich der Brutraum anpassen. Vorteil für die Warmhaltigkeit bei Ablegern und kleinen Völkern.) So wie Émile Warré mit einer 40 cm hohen Wabe gestartet ist und die dann geteilt hat.

Und ich sie nochmals teile, wie die Russen, wie kleiner die höhe umso besser das Handling, weniger Wirrbau mehr möglichkeit der Völkerteilung, weniger Wabenbruch usw. aber natürlich für den Imker etwas mehr arbeit
Gruss Kurt Edlinger

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Klippenimker
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Re: Dadant, Deutschnormal, Warré

Beitragvon Klippenimker » Mi 26. Feb 2014, 16:34

zaunreiter hat geschrieben:
Interaktion Imker<>Biene und dann gibt es Interessenskonflikte.


Bienen kommen mit vielen Situationen gut zurecht. Sie leben in den unterschiedlichsten Niststätten, egal ob hoch und schmal oder flach und breit, ob Flugloch oben oder Spalte unten. Für sie ist das sicher völlig natürlich, weil all das in der Natur vorkommt.

Wir Imker richten es uns wie es uns am besten erscheint. Ein aufkommender Interessenskonflikt ist deshalb einseitig, weil wir nur mit uns selber in Konflikt geraten.

Die menschliche Suche nach der einzigen Wahrheit ist wie die Suche nach der Gerti. :lol:


http://www.youtube.com/watch?v=QgtKUQLm630
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Re: Dadant, Deutschnormal, Warré

Beitragvon Rumpel » Mi 26. Feb 2014, 16:59

Wir Imker richten es uns wie es uns am besten erscheint.

:D gibt es eine Option mich davon auszuschliessen, ich würde sie gern in Anspruch nehmen.
Interessante Thesen.
LG. Jörn
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Re: Dadant, Deutschnormal, Warré

Beitragvon Klippenimker » Do 27. Feb 2014, 20:16

Servus Jörn,
Du mischt auch mit, also bist mit von der Partie. ;)

Dieser Baum ist umgestürzt, das Flugloch oben.
Weis ich, weil später der Baum zersägt wurde.

http://www.youtube.com/watch?v=Gp4sXDKARWc

Hier haben sie sich auch wohlgefühlt.

http://www.youtube.com/watch?v=qKjhqA7x7D4

Ein Flugloch im schiefen Ast wird auch toleriert.

http://entnemdept.ifas.ufl.edu/afbee/re ... rees.shtml

Also gibt es nach meinem Empfinden mehr als nur eine ''Wahrheit''.
Schön wäre wenn heutzutage mehr Völker in Freiheit leben könnten.

http://www.warrenphotographic.co.uk/132 ... y-bee-comb

Ob es ihnen dann nicht wurscht ist was wir über den optimal auszusehenden Brutraum denken?
Cheerio, Wolferl

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Re: Dadant, Deutschnormal, Warré

Beitragvon Rumpel » Fr 28. Feb 2014, 04:06

Grüss dich Wolferl,
Ich versuche mich da eher an den Erfahrungen der Imker zu orientieren die ähnliche Klimatische Bedingungen haben wie ich.
Für mich gibt es drinnen Menschen und draussen Menschen, ich bin ein draussen Mensch. :)
Dass aber nicht seid gestern sondern fast ein halbes Jahrhundert, bei Wind und Wetter bei Sonne oder Schnee.
Um zu erkennen ob Zitronen im Garten hängen oder Eiszapfen braucht man es aber nicht. :)
Im eigenen Backyard sieht es anders aus als beim Nachbarn.
Ich sehe Erstmal das es dem Tier verhältnismässig gut geht, danach mache ich mir Gedanken über Imkerlichen Sinn oder auch Unsinn.
So ich muss jetzt raus, ein hustendes Lamm ist Sch.... :)
Gruss Jörn
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Re: Dadant, Deutschnormal, Warré

Beitragvon zaunreiter » Mi 20. Aug 2014, 10:39

Hier ein Vergleich einmal der Wabenfläche (Seitenansicht) und der Grundfläche (Draufsicht/Sicht von oben) der verschiedenen Beutensysteme:

Vergleich.jpg


Die Idealform des Bien hat eine Breite von 30 cm und eine Höhe von 40 cm. Von oben betrachtet, nimmt diese Form eine Grundfläche von 30 x 30 cm an. Diese Form wird in allen Beuten zumindest angestrebt, auch wenn die Betriebsweise diese Form in verschiedene Richtungen zwängt. Bei der Dadant zum Beispiel wird das Ei zuerst gelegt, dadurch wird mehr Brut zur Seite hin angelegt. Erst später kommt der Honigraum drauf, das Ei kippt wieder nach oben - wie ein Stehaufmännchen-, wobei die Zellen über dem Absperrgitter idealerweise frei bleiben. Das erzeugt auch den Drall nach oben, weswegen der Honigraum gut und ohne Verzögerung angenommen wird.

Bei der Hochwabe (und wie bei Warré/DNM/Zander die Pseudohochwabe), bleibt die Eiform die ganze Zeit über erhalten. Bei Gerstung bleibt dabei immer ein Futterkranz über dem Brutei stehen. Bei Warré ist das grenzwertig. In der Hochsaison wird bis zum Absperrgitter gebrütet (wenn ein Absperrgitter eingesetzt wird, ansonsten bis in die obere Zarge). Ansonsten findet sich später im Jahr auch dort ein Futterkranz. Bei DNM und Zander ist oben, unten und seitlich immer Futter zu finden (bei zweiräumiger Betriebsweise) und das führt dann auch gern zu viel zu verfrühter Schwarmstimmung durch in das Brutnest flutenden Nektar von außen.

Die Beobachtung, daß wenn man die Spitze des Bruteies durch ein Absperrgitter trennt, diese Spitze wie ein Dom mit leeren Zellen freigehalten wird, kann in allen Beutenformen beobachten, wenn man die Bienen entsprechend mit Schied einengt und auf einräumige Brutweise umschwenkt. Diese Goldene Spitze des Eies ist Dreh- und Angelpunkt der bienengerechten Betriebsweise, nach meinem Verständnis. Viele Imkerautoren bestätigen in der Literatur diese Beobachtung bewußt oder unbewußt. Gerstung schrieb darüber, Pfefferle nannte es die "Reizzone". Die Bienen halten diese Spitze zur Eiablage frei und solange diese Zellen freibleiben, kommt es auch nicht zur Schwarmstimmung. Irgendwie muß es ein Zeichen der Aufwärtsentwicklung sein, nach dem Motto: Solange wir mit dem Brutnest nach oben wachsen können, sind wir noch nicht soweit, daß wir schwärmen können.

Die Warré erfüllt mit zwei Zargen ganz genau die Dimensionen der Idealform des Bien. Hat aber den entscheidenen Nachteil, daß man die Spitze des Bruteies nicht mit dem Absperrgitter trennen kann. Die Höhe der Warrézarge müßte dazu 30 cm sein. Und nicht zwei Mal 21 cm. Die Beute nach Voirnot kommt mit ihrer Würfelform mit 33 cm in alle Richtungen dem Eikappen schon viel näher, hat aber dann in der darüberliegenden Honigraum zuviel Platz. Mit dem Einsatz des Schieds im Brutraum und dem Absperrgitter gelingt der Dadantbeute es, diese Eispitze zu kappen. "Irgendwie" läßt sich das aber in fast allen Beutenformen bewerkstelligen.

Viele Grüße

Bernhard
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Friedrich

Re: Dadant, Deutschnormal, Warré

Beitragvon Friedrich » Mi 20. Aug 2014, 11:38

Ein sehr schöner Beweis für die so sehr unfangreiche Beutenoptimierungstätigkeit
unseres Vorbildes und geistigen Vaters Abbé Émile Warré !
Beste Grüße
Friedrich

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Re: Dadant, Deutschnormal, Warré

Beitragvon zaunreiter » Mi 20. Aug 2014, 12:25

Ja, den Bienen gemäß ist der Aufbau. Ein Absperrgitter in der Mitte der oberen Zarge wäre ein Mittel, um die "Reizzone" (nach Pfefferle) zu schaffen und zu nutzen.

Absp.jpg


Ein Dom aus leeren Zellen direkt über dem Brutnest, überdacht mit Pollen und einem Honigkranz.
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Friedrich

Re: Dadant, Deutschnormal, Warré

Beitragvon Friedrich » Mi 20. Aug 2014, 15:10

Diesen oberen Reizzonen-Bereich kann man, so man will, ja immer mit Halbzargen (auch bei Warrè) realisieren.


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