Weiterentwicklung des Warré-Bienenstockes

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zaunreiter
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Re: Weiterentwicklung des Warré-Bienenstockes

Beitragvon zaunreiter » Do 6. Jan 2011, 23:36

Die Spitzen der Zellen standen in alle Richtungen, wie auch in den normalen Warréstöcken. Der Hauptteil war jedoch entgegen aller Theorie nach oben! Da ist noch eine Abweichung zu Ian Rumsey.

Die Zargen waren ohne Draht teilbar. Kein Problem. Ich hatte Oberträger in jede Zarge eingelegt. Mit Speilen mußt Du in jedem Fall Draht verwenden. Mit allen Nachteilen, die der Draht mit sich bringt.

Bernhard
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Beorn
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Re: Weiterentwicklung des Warré-Bienenstockes

Beitragvon Beorn » Di 11. Jan 2011, 14:48

veebee hat geschrieben:
    Die Wabenhöhe von 20cm ist die Höhe, bei der Waben nicht durch ihr Eigengewicht abreißen und auch nicht am Rand angebaut werden müssen. Deshalb ist die Bienenkiste nicht höher. Wenn Du längere, unstabilisierte Naturwaben haben willst, musst Du im Querschnitt kleiner werden (vgl. "Beckerbeute"). Bei einem Querschnitt von ca. 25cm liegt die Grenze. Dann können die Waben beliebig lang werden. Sie werden aber über den größten Teil der Höhe am Rand fest angebaut. Das Wabenwerk ist dann wesentlich weniger beweglich, als bei der Warré-Beute. Man könnte auch sagen, dass es überhaupt nicht mehr beweglich ist, weil die längeren Waben nach dem Freischneiden vom Rand aufgrund ihres Eigengewichts einfach abreißen werden.


Hallo Erhard,

erstaunlich konkrete Angaben zu Höhe und Durchschnitt. Kannst Du mehr darüber schreiben wer dies herausbekommen hat oder wo man dies nachlesen kann?

Übrigens, die schmale, traditionelle, japanische Beute hat einen Innendurchmesser von weniger als 25 cm. Sogesehen bräuchte man da die Speile garnicht, aber vielleicht sind die japanischen Sommer auch viel heißer als bei uns.

Micha

veebee
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Re: Weiterentwicklung des Warré-Bienenstockes

Beitragvon veebee » Di 11. Jan 2011, 15:26

Beorn hat geschrieben:erstaunlich konkrete Angaben zu Höhe und Durchschnitt. Kannst Du mehr darüber schreiben wer dies herausbekommen hat oder wo man dies nachlesen kann?

Übrigens, die schmale, traditionelle, japanische Beute hat einen Innendurchmesser von weniger als 25 cm. Sogesehen bräuchte man da die Speile garnicht, aber vielleicht sind die japanischen Sommer auch viel heißer als bei uns.

Ich habe keine schriftlichen Quellen zur Hand. Ich kann da im Moment nur auf 25 Jahre praktische Erfahrung von Mellifera e.V. verweisen und auf die verschiedenen bewährten Stabilbaukonzepte. Die Maße haben sich wahrscheinlich durch trial&error im Laufe der Evolution der Beutensysteme herausgebildet.
So haben Krainer Bauernstock und Warré-Beute z.B. eine Höhe von max. 20cm damit unten nicht angebaut wird. Vertikale Konzepte, die mit durchgehenden, unstabilisierten Waben (ohne Speile) arbeiten, müssen einen geringeren Durchmesser haben.

Die Höhe 20cm ist eine Art "Naturgesetz" (abhängig von Schwerkraft, Wabengewicht und Festigkeit des Wachses). Wenn aber die unstabilisierten Waben länger werden, muss seitlich angebaut werden, damit die Kräfte nicht alleine an der Oberkante ziehen. Man kann dann eine Lastverteilung hin zu den Seiten erzielen. Bei eine Wabenbreite von mehr als ca. 25cm kann aber die Wabe insgesamt instabil werden. Das macht sich insbesondere bemerkbar, wenn man die Beute bewegt oder gar kippt oder wenn es sehr warm wird in der Beute. Auch bei Massentrachten, wenn die Waben schnell gebaut und dann mit Honig voll geknallt werden, können solche Waben schnell kollabieren oder abreißen.

Es gibt auch neue Ansätze, die das Maß ignorieren. Die KTBH-Wabe hat z.B. eine Höhe von 28cm und man verhindert absichtlich, dass seitlich angebaut wird. Diese Waben verjüngen sich aber nach unten, so dass die effektive Last geringer ist, als bei geraden Wänden. Und trotzdem ist das Thema Wabenstabilität bei TBH ein Dauerbrenner über den viel in der TBH-Szene diskutiert wird...

Liebe Grüße
VeeBee

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Re: Weiterentwicklung des Warré-Bienenstockes

Beitragvon veebee » Di 11. Jan 2011, 17:55

veebee hat geschrieben:
Finvara hat geschrieben:Interessant wäre der von euch erarbeitete Punktekatalog.

Ich habe gerade mal bei Mellifera e.V. nachgefragt, ob ich die Ergebnisse veröffentlichen darf. So bald die Dokumente freigegeben sind, melde ich mich dazu wieder.

Die Matrix Einfachbeuten-Vergleich kann jetzt bei Mellifera herunter geladen werden. Ich hätte zwar gerne noch ein paar Sätze zum besseren Verständnis geschrieben, aber dazu bin ich noch nicht gekommen. Vielleicht ist sie ja auch schon so inspirierend:

Einfachbeuten-Vergleich

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Re: Weiterentwicklung des Warré-Bienenstockes

Beitragvon Beorn » Di 11. Jan 2011, 19:44

VeeBee, vielen Dank für die Informationen - 25 Jahre praktische Erfahrung von Mellifera e.V., dass ist auch eine gute Quelle. :)

Beorn
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Re: Weiterentwicklung des Warré-Bienenstockes

Beitragvon Beorn » Di 11. Jan 2011, 20:04

veebee hat geschrieben:Die Matrix Einfachbeuten-Vergleich kann jetzt bei Mellifera herunter geladen werden. Ich hätte zwar gerne noch ein paar Sätze zum besseren Verständnis geschrieben, aber dazu bin ich noch nicht gekommen. Vielleicht ist sie ja auch schon so inspirierend:

Einfachbeuten-Vergleich


Danke, prima Liste, könnte Anfängern helfen sich für eine Beutenform zu entscheiden.
Ein paar für mich wichtige Kriterien vermisse ich aber, wie z.B. Bauerneuerung (gegen Faulbrut), Ablegerbildung (Schwarmverhinderung, Vermehrung, Ausgleich von Winterverlusten) oder notwendiger Zukauf (Mittelwände). Auch könnte der Punkt Stockklima verfeinert werden in horizontale/vertikale Anordnung (z.B. in kalten Gegegenden würde ich vertikal bevorzugen) und Erhalt des Stockklimas bei Varroakontrolle/Füttern/.. .
Bis jetzt relativ unbekannt, aber doch recht vielversprechend - die traditionelle, japanische Beute. Oder was ist mit dem Klassiker, der Klotzbeute (prima für Bestäubungsimker)? Vielleicht was für eine nächste Liste. ;)

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Re: Weiterentwicklung des Warré-Bienenstockes

Beitragvon Leisif » Di 8. Feb 2011, 14:19

veebee hat geschrieben:
Einfachbeuten-Vergleich


Hey, schaue gleich mal rein wenn ich zu Hause bin, wo hättest du denn noch Ergänzungen eingefügt? (ganz grob, damit ich weiß worauf ich achten muss^^) Danke schonmal



________________
wie wahr http://www.finanznachrichten.de/nachric ... ur-007.htm

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Re: Weiterentwicklung des Warré-Bienenstockes

Beitragvon pmb379 » Fr 1. Apr 2011, 13:07

VeeBee,

> So haben Krainer Bauernstock und Warré-Beute z.B. eine Höhe von max. 20cm damit unten nicht angebaut wird. Vertikale Konzepte, die mit durchgehenden, unstabilisierten Waben (ohne Speile) arbeiten, müssen einen geringeren Durchmesser haben.

Die Höhe 20cm ist eine Art "Naturgesetz" (abhängig von Schwerkraft, Wabengewicht und Festigkeit des Wachses). <

Ich lese hier *maximal* 20 cm. Heißt das, daß 19 cm genauso in Ordnung wären wie 20 cm? Und daß man eben nicht *über* 20 cm pro Zarge gehen soll, wegen dem Anbauen und Verbinden von Zargen?

Ich frage deswegen, weil es eher einfach möglich ist, Bretter mit 20 cm Breite (und 2 cm Dicke) zu bekommen (Baudielen), aber darüber wird es schwierig und/oder teuer. Schon erst recht wird das im Baumarkt nichts.

Wenn aber 19 cm auch gut sind, könnte man mit 20 cm breiten Brettern auskommen.

Hat das schonmal jemand versucht?

Gruß,
Peer

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Re: Weiterentwicklung des Warré-Bienenstockes

Beitragvon veebee » Fr 1. Apr 2011, 13:23

bei weniger als 20cm Höhe wird erst recht nicht angebaut. 19cm geht also auch, aber dann ist die Wabenfläche natürlich auch 5% kleiner.

VeeBee

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Re: Weiterentwicklung des Warré-Bienenstockes

Beitragvon bernhart » Mi 6. Apr 2011, 21:00

Ich hab das mit 20cm Höhe nicht gewusst und manche Zargen (aus Altholz) höher gemacht; schätze mal 25-30cm. Jetzt versteh ich endlich warum sie unten angebaut haben. :lol:
allerdings nur bei den 1-2 mittleren Waben; die sind dann beim auseinandernehmen 2-3 cm unten abgerissen.

lg
bernhart


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