Gedanken zum Selbstbau der Warré-Beute

Eure eigenen Weiterentwicklungen und guten Ideen!
Friedrich

Re: Gedanken zum Selbstbau der Warré-Beute

Beitragvon Friedrich » Mi 26. Sep 2012, 15:27

Für den Hobbybastler mit einer nicht professionellen Maschinenausstattung ist ein Verzinken der Zargen nicht empfehlenswert.
Zu großer Aufwand im Verhältnis zum meist nicht völlig befriedigenden Ergebnis.
Schon eine gut winklig gebaute Zarge (spaltenfreies Übereinandersetzen) erfordert exakteste winkelgetreue Sägeschnitte, die nur mit professinellem Werkzeug erreicht werden können (im Baumarkt oder vom Tischler zehntelmillimetergenau zusägen lassen), dann kann man auch getrost auf Zinkung verzichten. Wasserfest verleimen und zusätzlich nageln oder verschrauben ist dauerhaft haltbar genug.
Auch aufwendig gebaute Lehren für winkelgetreuen Zusammenbau sind dann nicht unbedingt erforderlich !
Für ordentliche Zargen ist fast ausschließlich der professionelle Sägeschnitt verantwortlich und erfolgversprechend, wenn man von aufwendigen und zeitraubenden Nachbearbeitungen absehen will.
Friedrich

mahagugu
Beiträge: 404
Registriert: Mo 23. Apr 2012, 18:43

Re: Gedanken zum Selbstbau der Warré-Beute

Beitragvon mahagugu » Do 27. Sep 2012, 11:13

apicistus hat geschrieben:...
klasse Ideen, die Du da entwickelt hast, insbesondere die, jede Zarge mit einem Flugloch zu versehen
....
Oder, wie Du es beschreibst, die Oberträger direkt in der Zarge anleimen bzw. von außen anschrauben oder -nageln. Dann ist es ganz vorbei mit der Beweglichkeit einzelner Waben. Das macht vielleicht nichts, da die Warre schließlich ausdrücklich eine Stabilbaubeute ist. Dann würde mich nur interessieren, wie das Problem des Wabenausschneidens (z.B. zwecks Honigernte) von anderen hier im Forum gelöst wird. Auch hier bitte ich wieder um Erfahrungsberichte.

...


Die Idee mit dem Flugloch in jeder Zarge ist nicht von mir. Da gibts genug Leute , die da schon vor hunderten Jahren darauf gekommen sind wie
Christ , ....

Für den Honigraum sind befestigte Oberträger nicht so günstig, weil man will ja Honigwaben herausnehmen. Da sind wahrscheinlich gedrahtete Rahmen am besten wenn man schleudern will. Mit dem Brutraum hat man vielleicht anderes vor , wie zB ungeteilter Brutraum, keine Manipulation am Brutnest usw.
Wer Zeidlern oder Waben herausschneiden will, der will vielleicht eher von hinten als von oben arbeiten -- will vielleicht eher kleine Waben haben usw.

Mit einfacher Zinkung meinte ich jetzt nicht Schwalbenschwanz oder ähnliches. Sondern einfach in zwei Hälften teilen und untere Hälfte wegschneiden
so , dass die Bretter sich überlappen können. (Mach ich mit einer elektrischen Stichsäge und dauert auch nicht lange)
Okay, ist vielleicht nicht wirklich Zinkung ...
Wo ich jeden Recht gebe ist, dass man auf sowas getrost verzichten kann, wenn man ohnehin schrauben will.
Wenn man leimen will .... --- nun ich tu nicht so gern leimen, weil dauert seine Zeit bis der Leim trocknet usw.

Man kann auch auf die Trägerleisten verzichten und umranden (unten und oben). Bis jetzt haben die angenagelten Trägerleisten aber bei mir
noch nie Probleme gemacht. Habe die aber auch kaum in Einsatz ... wozu auch. Nun ja ist praktisch, wenn man irgendein Kastl oder eine
Schachtel hat , wo man halt Oberträger oder Rahmen aufhängen will.

apicistus
Beiträge: 49
Registriert: Mi 15. Feb 2012, 13:01
Wohnort: Bielefeld
Kontaktdaten:

Re: Gedanken zum Selbstbau der Warré-Beute

Beitragvon apicistus » Do 27. Sep 2012, 22:59

Hallo mahaguhu,

mahagugu hat geschrieben:Man kann auch auf die Trägerleisten verzichten und umranden (unten und oben).


Nur zum Verständnis: Du meinst eine Lösung wie bei der Hohenheimer Einfachbeute, siehe z.B. hier:

http://www.lwg.bayern.de/bienen/info/ha ... l_0_22.pdf

Habe mit dieser Lösung auch schon geliebäugelt, sie erscheint mir aber so einfach nicht, da ich - wenn ich richtig rechne - vier verschiedene Brettermaße allein für den Zusammenbau der Zarge benötige. Bei der Warre sind es nur zwei plus Innenfalz.

Noch mal zu den Trägerleisten als Alternative zum Innenfalz (wenn ich mich richtig erinnere, finden sich diese auch in einer Zeichnung der Volksbeute in dem Buch von Warre, ich schau noch mal nach): Bernhard attestierte diesen keine lange Lebensdauer - da würde ich dann Hartholzleisten (z.B.Buche) empfehlen. Mit denen müßte es besser funktionieren, wenn die an den Trägerleisten verkitteten Oberträger aus der Zarge gelöst werden sollen.

mahaguhu, ich ergänze meinen Beitrag, weil Du auch den ungeteilten Brutraum erwähntest. Ist ja von Dadant und anderen Beutensystemen ohnehin bekannt.

Hierzu ein Vorschlag: Bei Neubesiedelung einer zunächst zweizargigen Warrebeute in der unteren Zarge einfach die Oberträger weglassen, so daß die Bienen ihr Brutnest nach unten in den freien Raum ausbauen können, ohne Unterbrechung durch Oberträger. Später dann ein oder zwei Honigzargen aufsetzen, diese vielleicht mit (gedrahteten) Rähmchen wegen der einfacheren Beweglichkeit bei der Honigernte. Gibt es Warreaner, die nach diesem oder einem ähnlichen Konzept arbeiten?

Übrigens: Waren die Warre-Zargen nicht ursprünglich 40 cm hoch und wurden dann geteilt, weil sich bei der Honigernte oft noch Brut in den Honigräumen fand?

MfG,

Markus

mahagugu
Beiträge: 404
Registriert: Mo 23. Apr 2012, 18:43

Re: Gedanken zum Selbstbau der Warré-Beute

Beitragvon mahagugu » Fr 28. Sep 2012, 21:11

Nun , dass mit den Trägerleisten bitte selber ausprobieren. Bis die verkittet sind dauert es eine Zeit lang
und in der zweiten Jahreshälfte , also im Spätsommer und Herbst fangen sie erst so richtig zum kitten an.
D.h. zur Bauerneuerung im Mai sollte das Herausnehmen noch kein Problem sein.
Bitte auch bedenken, dass man die Beute von Zeit zu Zeit reinigen/flammen sollte.
Da kann man bei Bedarf auch neue Trägerleisten hineinnageln, falls man welche verwenden will.

Wegen der Höhe , also bei 42 cm musst du schon damit rechnen, dass die Bienen da schon rein aus Stabilitätsgründen
an die Wände anbauen müssen, falls sie nach 21 cm oder so nicht wieder eine Unterstützung bekommen, wie zB
Oberträger, Speil usw.

Ja und die Bienen bauen auch wirklich nur dann an die Wand an wenns wirklich notwendig ist und bis es soweit
ist vergeht eine Menge Zeit. Wahrscheinlich machen sie dass mal eher bei den mittleren Waben.

Da kannst dann auch schon überlegen, obs nicht schon Zeit wär den Honigraum freizugeben bzw. das Volk aufzuspalten
oder ähnliches.

apicistus
Beiträge: 49
Registriert: Mi 15. Feb 2012, 13:01
Wohnort: Bielefeld
Kontaktdaten:

Re: Gedanken zum Selbstbau der Warré-Beute

Beitragvon apicistus » Fr 28. Sep 2012, 23:11

Hallo mahaguhu,

mahagugu hat geschrieben:... und die Bienen bauen auch wirklich nur dann an die Wand an wenns wirklich notwendig ist und bis es soweit
ist vergeht eine Menge Zeit. Wahrscheinlich machen sie dass mal eher bei den mittleren Waben.


Diese Auskunft beruhigt mich einerseits, wenn sie zutrifft (mir selbst fehlt da leider die Erfahrung mit der Warre). Das bedeutet doch aber, daß auch im Brutraum, wie bei Magazinbeuten oder der TBH, einzelne Waben beweglich, somit herausnehmbar sind. Z.B. ließe sich relativ problemlos alle drei Jahre eine komplette Bauerneuerung der Brutwaben durchführen. Die Betriebsweise würde dann wie bei anderen Magazinbeuten (mit Rähmchen) gehändelt werden.

Andererseits habe ich das Konzept von Warre immer so verstanden, daß auf alle Fälle immer seitlich an den Wänden angebaut wird - eben als Stabilbau. Wie auch bei Christ und Thür. Hierin sollte doch die Stärke dieser Stöcke liegen, daß gemäß dem Gesetz der Nestduftwärmebindung (Thür) die Bienen im Vergleich zum Mobilbau eine Regulierung des Stockklimas besser gewährleisten können, da es in den geschlossenen Wabengassen gehalten wird. Was sich wiederum in einer deutlich geringeren Zehrung im Winter niederschlägt. Thür und Warre äußern sich doch ausführlich zu diesem Zusammenhang. In meinen Augen das Hauptargument für das Imkern mit der Warrebeute! Oder habe ich da was ganz falsch verstanden?

MfG,

Markus

stefanzo
Beiträge: 296
Registriert: So 5. Feb 2012, 20:20
Wohnort: Frankenburg

Re: Gedanken zum Selbstbau der Warré-Beute

Beitragvon stefanzo » Sa 29. Sep 2012, 20:51

Hallo Markus!
Die Bauerneurung bei der Warre erfolgt kontinuierlich durch untersetzen von leeren Magazinnen. Das alte Wachs scheidet einfach mit der Honigernte aus. Diese Methode von Warre ist wesentlich hygienischer, als das praktizierte aufsetzen von unbebrüteten Waben mit dem Motto oben hui, unten pfui.
mfg stefanzo

apicistus
Beiträge: 49
Registriert: Mi 15. Feb 2012, 13:01
Wohnort: Bielefeld
Kontaktdaten:

Re: Gedanken zum Selbstbau der Warré-Beute

Beitragvon apicistus » Sa 29. Sep 2012, 22:42

Hallo stefanzo,

stefanzo hat geschrieben:Die Bauerneurung bei der Warre erfolgt kontinuierlich durch untersetzen von leeren Magazinnen. Das alte Wachs scheidet einfach mit der Honigernte aus. Diese Methode von Warre ist wesentlich hygienischer, als das praktizierte aufsetzen von unbebrüteten Waben mit dem Motto oben hui, unten pfui.


Da stimme ich absolut zu. Diese kontinuierliche Bauerneuerung ist ein weiteres gewichtiges Argument für die Warre.

Hallo mahaguhu,

hier noch einige Gedanken und Fragen zu einer modifizierten Warre-Beute, die mir beim abendlichen Spaziergang mit dem Hund gekommen sind. Würde gerne eine flachere Warre-Zarge bauen. Wie weit kann ich die 21 cm unterbieten, damit die Bienen die Zargen nicht miteinander verbauen? Sind 16 cm (oder weniger) noch möglich? Von den Warre-Flachzargen erhoffe ich mir, im Jahreslauf flexibler auf die Entwicklung der Volksstärke bei den einzelnen Völkern reagieren zu können. Ich würde bei einem Teil der Völker die klassische Betriebsweise nach Warre anwenden (Untersetzen von Zargen), bei einem anderen Teil zwei oder drei Brutzargen untereinander setzen, wobei nur die oberste mit Oberträgern ausgestattet würde und die Bienen ihre Waben nach unten in den freien Raum bauen können. Wabenerneuerung nach drei Jahren (siehe hier: http://www.summ-summ.ch/bibl/imk/t_naturb_anl.html). Honigzargen werden aufgesetzt.

Zum Problem mit den Oberträgern ist mir auch noch eine Idee gekommen: Ich baue einen Rahmen, in dem die Oberträger fest angebracht sind. Soweit ich weiß, arbeiten einige Warreaner mit sogenannten "Lattenrosten", bei dem die einzelnen Oberträger fest verbunden sind und als Ganzes aus der Zarge herausgenommen werden können. Mein Oberträger-Rahmen wird auf die Zarge aufgesetzt (oder eingesetzt), vielleicht läßt sich auf diese Weise das komplette Wabenwerk als Block aus der Zarge herauslösen. Würde in etwa so aussehen: http://www.flickr.com/photos/75660504@N03/7261409922. Laß mal den Wirrbau außer Acht, im Prinzip ist es aber genau das, was mir vorschwebt. Heißt dann wahrscheinlich nicht mehr Warre-, sondern Christ- oder Flachzargenbeute - was mir auch wurscht ist, falls es funktioniert. Meinungen, Anregungen, Tipps, Kritik usf. wie immer erwünscht.

MfG,

Markus

mahagugu
Beiträge: 404
Registriert: Mo 23. Apr 2012, 18:43

Re: Gedanken zum Selbstbau der Warré-Beute

Beitragvon mahagugu » So 30. Sep 2012, 20:10

die "japanische" Art des Zargenzusammenbaus bietet sich an.
Einfach Seitenlänge plus Wandstärke oder etwas mehr für die Wände und dann eine zugeschnittene Platte ( 2 oder mehr Zentimeter dick)
für die Innenmaße. Wenn die Wände nicht zu hoch sind , also 16 cm geht locker, dann ist das ziemlich genau.
Hab das gestern so gemacht und war mit der Beute (dreizargig) zufrieden.

Da quadratisch habe ich nur eine Brettlänge verwendet. Zuerst unten zusammengeschraubt dann umgedreht und wieder unten
zusammengeschraub, so dass die Innenmaße oben und unten erhalten blieben.

Meine Bretter waren zu lang, was also zuviel war wurde mit der Stichsäge weggeschnitten.

mahagugu
Beiträge: 404
Registriert: Mo 23. Apr 2012, 18:43

Re: Gedanken zum Selbstbau der Warré-Beute

Beitragvon mahagugu » So 30. Sep 2012, 20:39

Apisticus,

probier einfach was du vor hast. Egal was ich dazu sage, probiert habe ichs nicht.
Überhaupt wär aber toll nur einfache Zargen zu verwenden und fürs aufsetzen von Oberträgern und Rahmen
was kleines eigenes zu konstruieren, was sagen wir mal , so 2 cm hoch ist.

Ideal wär vielleicht die halbe Warré-Höhe zum auf oder untersetzen. Das mit den 16 cm ist glaub ich so ziemlich
genau die höhe der genormten Flachzarge ( so hab ich das mal wo gelesen). Sonst hat das - glaub ich - keine praktische Bedeutung.

Fedor Lazutin (Fjodor Lasutin) hat überhaupt auf Fluglöcher verzichtet und ich habe zB auch eine Primitivstbeute
gebaut und in Einsatz , wo sie mir dann das Flugloch ignoriert haben. Zwischen den Rahmen oder Oberträgern
ist genug Platz (25 mm Breite) dass die Bienen durch können. Wenn du sie als nur oben drauflegst dann fliegen
sie zwischen den Oberträgern/Rahmen hinein und fangen dann an zum kitten wenns kälter wird und regulieren
so den Einflugbereich.

Wär dann logisch , dass sie den Honig dann unten einlagern wollen, weil sie ja oben ein und aus fliegen.
Irgendwie will ich den Honig aber nicht unten haben, wenn ich von oben behandeln will.

Da gabs doch mal was mit Klotzbeuten und Bienenkörben wo von unten Honig geerntet wurde.

Benutzeravatar
zaunreiter
Administrator
Beiträge: 4436
Registriert: Do 5. Aug 2010, 19:14
Wohnort: Niederrhein
Kontaktdaten:

Re: Gedanken zum Selbstbau der Warré-Beute

Beitragvon zaunreiter » So 30. Sep 2012, 21:00

mahagugu hat geschrieben:Da gabs doch mal was mit Klotzbeuten und Bienenkörben wo von unten Honig geerntet wurde.


Die gibt es nicht. Das ist ein hartnäckiges Vorurteil. Bienen lagern keinen Honig unterhalb des Brutnestes. Zumindest in Stülpern und Klotzbeuten nicht.

Dementsprechend wurde auch nie "von unten" geerntet. Der Stülper wird zwar umgedreht, aber der gesamte Wabenbau rausgeschnitten.

Gruß
Bernhard
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.


Zurück zu „Eigene Modifikationen des Warré-Bienenstocks“