Gedanken zum Selbstbau der Warré-Beute

Eure eigenen Weiterentwicklungen und guten Ideen!
mahagugu
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Gedanken zum Selbstbau der Warré-Beute

Beitragvon mahagugu » Di 25. Sep 2012, 21:21

Nur so ein paar Ideen zur Fertigung der Warré - Beute
wie ich sie als praktisch erachte:

- vier Bretter gleicher Länge verwenden
(dabei profitiert man von der quadratischen Struktur)

- einfache Zinkung bietet sich an

- 3,5 mm Schrauben gehen am leichtesten durchs Holz ,
bei Zinkung reicht leimen (Propolis-Alkohol-Leim , Kalk-Topfenleim)
und dünne lange Nägel ( 1,4 mm Stärke)

- Bretter sind nur halb so groß wie die Zarge
(leichtere Verfügbarkeit , weniger Verzug )

- Form verwenden
quadratische Platte auf größerer quadratischer Platte um eine gleichmässige Form für jede
Zarge zu erhalten

- Fluglochbohrer ( 2 cm oder 1,5 cm Durchmesser)
(Fluglöcher lassen sich leicht mit Klopapier, Taschentuch usw. verstopfen)
( jede Zarge kann ein Flugloch haben ( Vorteil : Fluglingsbildung wird erleichtert ... ))
(Vorteil , die Bienen wollen nicht hinaufklettern ... das heißt man gibt am Anfang gleich
drei Zargen oder zwei und gibt die unteren Fluglöcher erst später frei)

- zwei Trägerleisten statt Falz
(Trägerleisten lassen sich einfach Annageln, anleimen)
ideale Leistendicke 8mm
oder gleich massive Oberträger einklemmen und von außen annageln bzw anleimen

- Honigraum als Kissen verwenden
nach der Honigernte und vor der Freigabe nimmt mans halt wieder als Kissen

- Luftlöcher in die Honigzarge
reicht wenn die 4 mm groß sind ... die Honigzarge wird mit trockenem Heu oder Stroh
gefüllt oder einfach mit trockenem Papier ... darunter kann man einfach ein Papier legen

die Honigzarge wird bei gutentwickelten Volk zur rechten Zeit freigegebe, wenn man eine
Verkühlung der Brut ausschließen kann ...

- Beutenanstrich
Leinöl/Sonnenblumenöl mit Bienenwachs ( 1 zu 20 )
alternative: Beute schwarz flammen
Kalkanstrich verseifen lassen ( Takelak)

das Weiß kommt bei schwarzem Hintergrund besser zur Geltung

- Spalten abdichten
dazu gibts Leinölkitt bereits fertig ...
eventuell gehts aber auch mit Papierbrei , entweder pur
oder vermischt mit Zement , Kalk oder Ton

- Königinnenzucht
Warré-Zarge durch Trennwand trennen
zwei getrennte Fluglöcher ...
(bei einer Wandstärke von 2 cm , entspricht das 3,5 mal 4 also genau 4 Oberträger pro Abteil)

- Umrandung
ist zwar aufwendig , durch die größere Wandstärke unten und oben , sitzen die Zargen besser und dichter
; die Umrandung ist weiters wie ein kleines Flugbrett für die Bienen ... erleichtert also das landen
; man erspart sich Falz oder Trägerleiste wenn man zwei Bretter kürzer macht
; man erspart sich die Griffe oder angenagelten Griffleisten

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Re: Gedanken zum Selbstbau der Warré-Beute

Beitragvon zaunreiter » Di 25. Sep 2012, 22:58

Ich darf mich anschließen und auch kommentieren? (Hoffe, ich werde nicht lästig. :oops: )

mahagugu hat geschrieben:- vier Bretter gleicher Länge verwenden


Das halte ich für nicht so gut, weil dadurch die kurzen Seiten verloren gehen. Die kurzen Seiten eignen sich gut, um den Falz (Hah, Mandy, ich habe gelernt! Der Falz...) dort anzubringen und dort die Fräsung für Griffe anzubringen. Ich habe vor mit 3 cm starken Brettern zu arbeiten - da kann ich über die gesamte Länge der kurzen Bretter einen Falz auf der Außenseite einfräsen/einsägen, der als Griff dient. Sozusagen ein inwändiger Griff!

Die Stabilität der Zarge ist auch bei zwei kurzen und zwei langen Seiten gegenüber den gleichlangen, versetzt verschraubten Seiten höher. (Schub und Zug.)


mahagugu hat geschrieben:- einfache Zinkung bietet sich an


Zinken ist immer schwierig, wenn es nicht gerade maschinell gemacht wird. Und das ist wiederum nicht einfach. :oops:


mahagugu hat geschrieben:- jede Zarge kann ein Flugloch haben


Das ist eine gute Idee! Und das noch einen weiteren Vorteil: bei Einsatz eines Absperrgitters kann das obere Flugloch geöffnet werden, weswegen die Honigsammler - ohne sich durch das Absperrgitter quetschen zu müssen - direkt in den Honigraum gelangen. Das erhöht nach Untersuchungen von einem Forscher, dessen Namen mir gerade entfallen ist, den Eintrag gegenüber reinem Absperrgitter erheblich! (Das Absperrgitter reduziert den Honigeintrag mit nur einem Flugloch unterhalb des Gitters.)

Aber auch sonst dürfte der kurze Weg in die Honigkammer auch ohne Absperrgitter gern angenommen werden. Das es stimmig ist, zeigt allein der Einsatz derselben bei Manfred!

Ich überlege auch, vollständig auf ein Flugloch im Boden zu verzichten und mich nur der Fluglöcher zu bedienen. Mit einem Schieber wie bei den zargen von Marc Gatineau sind die ohne Weiteres zu schließen und öffnen, je nach Bedarf.

mahagugu hat geschrieben:- zwei Trägerleisten statt Falz


Halte ich für suboptimal. Der Falz wird sich nie verschieben, so eine Trägerleiste wird irgendwann doch bröselig. Außerdem ist so eine Trägerleiste ranfummeln auch lästig?

mahagugu hat geschrieben:- Honigraum als Kissen verwenden


Genau! Es scheint, als liegt die Idee in der Luft! :idea:

Ich will den Honigraum (leere Zarge) in Verbindung mit dem Snelgroveboard einsetzen. Ich rechne mir aus, daß der Isolationseffekt derselbe wie bei einem herkömmlichen Kissen ist.


mahagugu hat geschrieben:- Luftlöcher in die Honigzarge


Uh-oh - das würde ich nicht tun. Wachsmotten! Wespen! Spinnen! Ameisen! Etc.....


mahagugu hat geschrieben:- Umrandung


Ja, das ist eine Überlegung wert! Wobei ich auch überlege, ob nicht innenliegende Rutschleisten wie sie bei den Einfachbeuten verwendet werden, eine andere Alternative wären! Die würden dann auch die Oberträger oder Rähmchen nach unten drücken und so ein Verschieben verhindern.

Gruß
Bernhard
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Re: Gedanken zum Selbstbau der Warré-Beute

Beitragvon zaunreiter » Di 25. Sep 2012, 22:58

Einen noch für Markus: :oops:


:P
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Re: Gedanken zum Selbstbau der Warré-Beute

Beitragvon apicistus » Mi 26. Sep 2012, 00:23

Hallo mahaguhu,

klasse Ideen, die Du da entwickelt hast, insbesondere die, jede Zarge mit einem Flugloch zu versehen. Ist ganz praktisch, sowas habe ich bei meinen Magazinzargen auch. Von unten kann die Beute dann einfach auf ein simples Bodenbrett gestellt werden, spart Kosten gegenüber der Anschaffung oder dem Selbstbau von aufwändigen Böden. Na gut, für die Varroakontrolle müßte es dann ein Rahmen mit Gitter sein.

Größeres Kopfzerbrechen bereitet mir die Auflage für die Oberträger. Auch ich habe an Auflageleistchen als Alternative zu dem Innenfalz gedacht - könnte ich mit meinen eigenen bescheidenen Mitteln und Fähigkeiten besser. Hier fürchte ich, daß sich die Oberträger mit dem Wabenwerk nur schwer herausnehmen lassen, wenn die Waben im Stabilbau an den Seiten angebaut und die Auflageleisten dabei vom Wachs umschlossen sind. Das bedeutet Erschwernis bei der Honigernte oder auch beim Ziehen von Brutwaben, die Waben können dann nur von unten mit einem Messer gelöst werden. Das mag ich mir nicht vorstellen.

Oder, wie Du es beschreibst, die Oberträger direkt in der Zarge anleimen bzw. von außen anschrauben oder -nageln. Dann ist es ganz vorbei mit der Beweglichkeit einzelner Waben. Das macht vielleicht nichts, da die Warre schließlich ausdrücklich eine Stabilbaubeute ist. Dann würde mich nur interessieren, wie das Problem des Wabenausschneidens (z.B. zwecks Honigernte) von anderen hier im Forum gelöst wird. Auch hier bitte ich wieder um Erfahrungsberichte.

MfG,

Markus

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Re: Gedanken zum Selbstbau der Warré-Beute

Beitragvon zaunreiter » Mi 26. Sep 2012, 05:34

apicistus hat geschrieben:Dann würde mich nur interessieren, wie das Problem des Wabenausschneidens (z.B. zwecks Honigernte) von anderen hier im Forum gelöst wird. Auch hier bitte ich wieder um Erfahrungsberichte.


viewtopic.php?f=13&t=525#p4966
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Re: Gedanken zum Selbstbau der Warré-Beute

Beitragvon zaunreiter » Mi 26. Sep 2012, 08:57

Die Form zum Zusammenfügen der Zarge, also eine Art "Zargenpresse" - das ist eine gute Idee. Wenn die Bretter exakt geschnitten sind, mag das nicht so wichtig sein - aber ich schneide die Bretter selbst zu. Und wenn schon schief, dann sollten die wenigstens gleichmäßig schief sein. :lol:

Vielleicht kann man ja sowas in der Art nachbauen:

Bild
aus: http://www.magazinimker.de/news/neu-daz ... eihen.html

http://www.magazinimker.de/images/zarge ... indorf.jpg
http://img176.imageshack.us/img176/7944 ... einhe8.jpg

Am besten direkt mit Bohrschablone zum Vorbauen der Schrauben/Nägel. Sowie der Fluglöcher und ganz wichtig, für die Zargenverbinder. (Siehe: viewtopic.php?f=5&t=436&p=4756&hilit=zargenverbinder#p4756) Denn wenn die Zargen vertauscht werden, dann müssen die die Schrauben der Verbinder exakt an der gleichen Stelle sitzen! (Alternativ: jedes Mal neu umschrauben... :roll:)

Viele Grüße
Bernhard
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Re: Gedanken zum Selbstbau der Warré-Beute

Beitragvon zaunreiter » Mi 26. Sep 2012, 10:54

Hier eine Lehre zum Herstellen von Verzinkungen mit der Kreissäge:

http://blog.bolandbol.com/2012/04/11/bu ... -bodies-2/
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Re: Gedanken zum Selbstbau der Warré-Beute

Beitragvon zaunreiter » Mi 26. Sep 2012, 10:57

Die versenkten Zinken sehen haltbarer aus: http://beekeeping.professional.org/hive ... ction.html

Dort sind noch einige andere Hilfsmittel beschrieben. Insbesondere die drehbare Platte zur Montage der Zargen und die Lehre zur exakten Positionierung der Handgriffe. :geek:

Gruß
Bernhard
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Re: Gedanken zum Selbstbau der Warré-Beute

Beitragvon zaunreiter » Mi 26. Sep 2012, 11:11

Also diese Idee von Michael Bush, wie man Zargen möglichst rechtwinklig zusammenbaut, ist einfach und genial zugleich:

http://www.bushfarms.com/beesboxjig.htm

Besser als eine Zargenpresse wie weiter oben beschrieben.

Gruß
Bernhard
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Re: Gedanken zum Selbstbau der Warré-Beute

Beitragvon zaunreiter » Mi 26. Sep 2012, 11:42

zaunreiter hat geschrieben:Das erhöht nach Untersuchungen von einem Forscher, dessen Namen mir gerade entfallen ist, den Eintrag gegenüber reinem Absperrgitter erheblich! (Das Absperrgitter reduziert den Honigeintrag mit nur einem Flugloch unterhalb des Gitters.)


War ein Hobby-Forscher. Molle hat ihn aufgespürt: http://www.beesource.com/point-of-view/ ... -excluder/

Gruß
Bernhard
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