Änderungen an Zargen/Kissen/Fütterer/Oberträger/Flugloch

Eure eigenen Weiterentwicklungen und guten Ideen!
Konstantin
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Änderungen an Zargen/Kissen/Fütterer/Oberträger/Flugloch

Beitragvon Konstantin » Sa 14. Aug 2010, 19:43

Änderung an allem?
Nein, ich habe nur ein paar Kleinigkeiten verändert mit denen ich sehr zufrieden bin.

Vorneweg gesagt: Ich benutze nur noch die gekauften Beuten (mit Fenster) vom Massivholz Tischler aus Österreich.

Zargen:
In die Ecken der Zargen habe ich Dreikantleisten (2x2 cm) genagelt so daß der Hohlraum etwas einer runden Baumhöhlung angenähert ist. Gleichzeitig ist so die Ritze zwischen Glasfenster und Zargenwand mehr verschlossen und die Bienen können die Feinarbeit locker mit Propolis schließen. Außerdem bieten diese Dreikantleisten einen Schutz vor Kondenswasserbildung = Schimmelbildungsgefahr in den kalten Ecken.
Auffällig war, daß ich diese 3-Kantleisten bei einer Zarge vergessen hatte. Und ausgerechnet dieses Volk hatte begonnen ein anderes auszuräubern. Machen die rechten Winkel aggressiv? Ich hab das Volk um 3 km verstellt, nach einer Woche wieder zurück und die (noch) leere untere Zarge (die ohne 3-Kant-L.) ausgewechselt gegen eine Zarge mit 3-Kant-Leisten. Und nun ist das Volk friedlich und aktiv wie alle anderen auch.

Kissen:
Statt Unterspannung eines Stoffs und Füllung mit Spänen etc. habe ich alle Beuten umgebaut und verwende nur noch eine Weichfaserplatte die in den Holzrahmen (genannt Kissen) eingepasst wird. Im Imkerfachhandel gibt es diese Platten für Herold Magazin mit eingesägtem Loch für einen Futterteller. Diese Platten habe ich mit einem Messer passend gesägt und mit Weißleim in den Holzrahmen (genannt Kissen) eingeklebt. Auf die Oberträger lege ich 1 oder 2 Lagen Propolisgitter oder auch Folie. Diese Schicht wird genau an der Stelle des Lochs kreisrund ausgeschnitten.
Ganz besonders nett ist es, daß so ein Hohlraum entsteht den ich zB benutze um einen Zettel mit Notizen unter zu bringen, auch ein kleiner Spiegel liegt in jedem Kissen etc. Ist echt praktisch!

Fütterer:
Weder der große noch der kleine original-Warré Fütterer konnten mich überzeugen. Ich füttere nur noch von oben mit Futterballon und Futterteller. Damit genügend Platz für den Futterballon ist benutze ich einen zweiten Holzrahmen (genannt Kissen). So kann ich locker täglich kleine Portionen füttern um späte Schwärme hoch zu päppeln. Es stört die Bienen so gut wie gar nicht (im Gegensatz zum Großen Fütterer). Und ich muß nichts umstellen (wie beim kleinen original-Fütterer).
Im Spätsommer, nach der Herbst-Einfütterung wird der Ballon sowie der Teller entfernt. In das Loch der Weichfaserplatte wird zuerst das ausgeschnittene Stück Gitter oder Folie gelegt und dann der Weichfaser-Spundstopfen eingefügt. Dann noch den zweiten Holzrahmen (genannt Kissen) wegnehmen, Dach drauf und fertig.

Oberträger:
Statt Wachsnut oder Mittelwand habe ich mich entschieden komplett neue Oberträger vom Schreiner fräsen zu lassen. Diese haben jetzt eine Holznut nach unten. Mal sehen ob ich ein Bild dazu rein stellen kann, wenn es jemand wünscht. Die Erfahrung zeigt, daß die Bienen diese Bau-Empfehlung sehr gut annehmen.

Flugloch:
Da die Dicke der Bretter von den gekauften Beuten recht groß ist passt netterweise der käuflich erhältliche Flugloch Schieber direkt vor das Loch. Es ist wie dafür gemacht. Je nach Einstellung ergibt es Räubereischutz, Mäuseschutz, Komplett offen oder Transportstellung (nur Lüftungslöcher).

Soweit zu meinen Basteleien.

Viele Grüße
Konstantin

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zaunreiter
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Re: Änderungen an Zargen/Kissen/Fütterer/Oberträger/Flugloch

Beitragvon zaunreiter » Mo 16. Aug 2010, 11:07

Hallo miteinander,

ich möchte die Erfahrungen bestätigen und ergänzen.

Zu den Fütterern:

Der originale Winterfütterer (Futterzarge oben) hatte bei mir sehr gut funktioniert. Ich habe ihn denoch heute nicht mehr im Einsatz, weil ich von vorneherein darauf achte, dass die Bienen genügend Honig überbehalten. Der Trick ist, die Futterzarge nur ein paar Tage (2-3) draufzulassen. Der Nachteil der Futterzarge ist, dass Du nur eine oder zwei davon bauen kannst und somit die Völker nur nacheinander füttern kannst. Des Weiteren hast Du die Zargen über das ganze Jahr im Weg rumstehen.

Der originale Sommerfütterer (Schublade unten) habe ich nicht so gute Erfahrungen damit gemacht. Sicher wird der Honig abgenommen, doch sehr schnell kann es zum Verbau kommen, wenn die Bienen gerade als Schwarm eingezogen sind oder wenn die Waben bis zum Fütterer herunter reichen. Daher kann dieser Fütterer nur ein paar Tage nach Einzug des Schwarms genutzt werden, wenn die Bienen oben schon begonnen haben, erste Waben auszuziehen. Oder bei Vollvölkern sollte eine Leerzarge zwischengeschaltet werden. Umständlich ist das Einbauen der Futterschublade, da alle Zargen abgenommen werden müssen. Mit einem Lift kein Problem, doch ich zum Beispiel setze keinen Lift ein, weil ich so ein Ding für zu umständlich halte.

Zurzeit experimentiere ich mit einem hohen Boden (siehe TBH-Warré-Hybrid), in dem eine Schublade integriert ist. Durch den hohen Boden kann ich auch von unten füttern, was in den letzten Wochen gut funktioniert hat. Auch hier habe ich eine Leerzarge dazwischengeschaltet, um Verbau mit Waben zu vermeiden.


Flugloch, Schieber:
Ich habe diesen Schieber (siehe: http://www.holtermann-shop.de/index.php/cPath/1_162) auch im Einsatz und dieser hat sich echt bewährt. Auch mit etwas dünnerem Holz für den Boden lassen sich die Schieber verwenden. Die passen dann zwar nicht sauber vor das Flugloch, die entstehenden Löcher sind aber klein genug, um das Flugloch vor Eindringlingen zu schützen.

Viele Grüße
Bernhard
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Re: Änderungen an Zargen/Kissen/Fütterer/Oberträger/Flugloch

Beitragvon fripon77 » Di 12. Apr 2011, 20:19

...zum Thema Futterzargen: da ich immer noch Neuling bin, würde mir eine grobe Skizze der von euch beschriebenen Fütterungsmethode sehr interessieren. Ich kann mir das irgendwie schlecht vorstellen.

Oder umgekehrt gefragt: ich habe keine spezielle Futterzarge. Falls aber Bedarf an Futter bestünde, wie füttere ich dann am einfachsten? Habe mal etwas von einem aufgeschnittenen Tetra-Pack als Hilfsmittel gehört. Konnte ich mir aber auch schlecht vorstellen.

Danke für Hilfe.
Daniel
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Re: Änderungen an Zargen/Kissen/Fütterer/Oberträger/Flugloch

Beitragvon obi11 » Di 12. Apr 2011, 21:10

Hallo Daniel,
Mandy hat sich so viel Mühe gegeben um es anschaulich zu machen ;)
viewtopic.php?f=5&t=140&p=721#p721
Hier sind beide Fütterer gut als Zeichnung dargestellt.
Für die Tetra Packs müsstest Du eh eine Leerzarge aufsetzen in dem Du ein aufgeschnittenen Tetra-Pack unterbringst. Nachteil bei der Leerzarge und dem Tetra wäre der Bienenkontakt und die stärkere Störung des Stockklimas.
Du musst den Fütterer nicht selbst bauen, neuerdings gibt’s Zargen und Einzelteile der Warré auch schon bei Holtermann. Wenn Du nicht selbst gebaut hast eventuell auch beim Händler Deiner Wahl.

Liebe Grüße
Andreas

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Re: Änderungen an Zargen/Kissen/Fütterer/Oberträger/Flugloch

Beitragvon fripon77 » Mi 13. Apr 2011, 07:55

danke dir.

ja, mandy macht das klasse. aber dieses pdf kannte ich noch nicht.

der händler meines vertrauens ist hier auch forenmitglied und hat meine futterzarge bei der lieferung vergessen :-)

bis demnächst & viele grüße
daniel
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Re: Änderungen an Zargen/Kissen/Fütterer/Oberträger/Flugloch

Beitragvon obi11 » Mi 13. Apr 2011, 11:51

Ups, wieder ins Fettnäpfchen getreten :oops: ?
Ich denke der Fütterer wird nicht Bestandteil des Warré-Stocks sein und auch bei Holtermann müsstest Du ihn extra bestellen, den kleinen Fütterer haben die da garnicht im Angebot. Liegt vermutlich daran das Mandy ihn erst kürzlich in den Bauplan aufnahm ;).
Sollte jetzt auch keine Werbung für den ein odr anderen Anbieter sein, denn zur Qualität kann ich keine Aussage machen. Dem Anbieter deines Vertrauens bescheinigte man aber meiner Ansicht nach ein sehr guten Preis/Leistungsverhältnis und drum würd ich nicht wechseln ;).

LG
Andreas

gasag
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Re: Änderungen an Zargen/Kissen/Fütterer/Oberträger/Flugloch

Beitragvon gasag » Fr 16. Nov 2012, 12:16

Konstantin hat geschrieben:Änderung an allem?

Kissen:
Statt Unterspannung eines Stoffs und Füllung mit Spänen etc. habe ich alle Beuten umgebaut und verwende nur noch eine Weichfaserplatte die in den Holzrahmen (genannt Kissen) eingepasst wird. Im Imkerfachhandel gibt es diese Platten für Herold Magazin mit eingesägtem Loch für einen Futterteller. Diese Platten habe ich mit einem Messer passend gesägt und mit Weißleim in den Holzrahmen (genannt Kissen) eingeklebt. Auf die Oberträger lege ich 1 oder 2 Lagen Propolisgitter oder auch Folie. Diese Schicht wird genau an der Stelle des Lochs kreisrund ausgeschnitten.
Ganz besonders nett ist es, daß so ein Hohlraum entsteht den ich zB benutze um einen Zettel mit Notizen unter zu bringen, auch ein kleiner Spiegel liegt in jedem Kissen etc. Ist echt praktisch!


Hallo, würde gerne wissen ob man bei der Warré Beute zwischen Oberträger und Kissen wirlkich eine Folie legen kann.Dann ist ja das ganze Luftdicht abgeschlossen zwischen Zargen und Kissen, oder verstehe ich da etwas falsch?

Welche stärke soll die Weichfaserplatte haben?

Danke für eure Hilfe.

LG.Andi

mahagugu
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Re: Änderungen an Zargen/Kissen/Fütterer/Oberträger/Flugloch

Beitragvon mahagugu » Fr 16. Nov 2012, 16:08

Konstantin hat geschrieben:Zargen:
In die Ecken der Zargen habe ich Dreikantleisten (2x2 cm) genagelt so daß der Hohlraum etwas einer runden Baumhöhlung angenähert ist. Gleichzeitig ist so die Ritze zwischen Glasfenster und Zargenwand mehr verschlossen und die Bienen können die Feinarbeit locker mit Propolis schließen. Außerdem bieten diese Dreikantleisten einen Schutz vor Kondenswasserbildung = Schimmelbildungsgefahr in den kalten Ecken.
....


Hmm.... sind dann wohl praktischer zum zusammennageln ...

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ruchebio
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Re: Änderungen an Zargen/Kissen/Fütterer/Oberträger/Flugloch

Beitragvon ruchebio » Do 6. Dez 2012, 21:52

Hallo Zusammen,
Ich bin zwar kein Fütterungsfan,doch für diejenigen die es aus welchen Gründen auch immer es tun müssen,hier mein "Fütterungskissen" das ich in der Regel ein paar Tage nach Einfangen eines Natur-Schwarmes benutze.
Es hat den Vorteil das es optimal nach Warré zur Isolation und Feuchtigkeitsregulierung dient und es zu jeder Zeit zu bedienen ist ohne die Bienen zu stören.Mit einer Dämmpappe oder ähnlichem kann ich mich nicht anfreunden.
Der "Nico nourisseur" der hier in Frankreich um die 4 € kostet, lässt sich auch herausnehmen und das Loch mittels eines Holzfropfens plan verschliessen bzw.leicht wieder öffnen,sodass die Bienen wenig Gelegenheit haben den Verschluss zu propolisieren.Auch kann man an stelle des Troges Candytüten als Frühjahrsfütterung bei grosser Not verwenden ansonsten den freien Raum wieder mit Hobelspänen auffüllen.Alles in allem leicht zu bauen.Viel Spass und beste warré Grüsse aus der Normandie.Jan

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biene1.0
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Re: Änderungen an Zargen/Kissen/Fütterer/Oberträger/Flugloch

Beitragvon biene1.0 » Mo 18. Dez 2017, 23:59

Nun ist es eine Zeit her, dass zu dem Thema etwas gesagt wurde.
Meine Beuten im Eigenbau sind nun zwischen 3 und 0 Jahren alt. Wenn mir etwas auffällt, dann versuche ich das abzuändern.
1. Zarge: Änfänglich habe ich sie innen nahezu rund gebaut (Einsatz). das erforderte, dass die Waben nicht alle das gleiche Maß hatten. Sie innerhalb der Zarge / Beute umzuhängen war damit stark eingeschenkt. davin bin ich weg. Jetzt baue ich exakt 300 x 300mm ohne Dreieckleisten oder anderem. Es geht!
BR sind künftig 380mm hoch mit Halb-Rähmchen.
2. Kissen: Ich bin dabei geblieben. Sie sind jetzt 150mm hoch und sind ganzjährig von unten etwa 50mm mit Faaulholz und nach oben der Rest mit ausgesiebten Sägespänen (3mm Sieb) gefüllt. Das Kissen wird in keiner Form direkt bedeckt sondern nur mit einem gut hinterlüfteten Pultdach abgeschlossen.
3. Boden: Unter einer von 6 Beuten habe ich den original Warreboden. Alle anderen haben einen "tiefen" Boden - untere Hälfte = Biotop, obere Hälfte Eischubmöglichkeit für Gitter und Windel (beides nur während der Varroakontrolle im Boden). Gesamthöhe: 200mm.
Flugloch ist echtes "Loch", also rund und etwa 30mm Durchmesser.
4. Zargen: Zwischen 36mm (2x 18mm Leimholz)und 50mm (Massivholz oder 3 Schichten - innen und außen 18mm Leimholz und dazwischen eingestampfte Sägespäne).
Gruß
Harald
"Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen."
Albert Schweitzer


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