Warre-Imkerei und DNM-Rähmchen

Eure eigenen Weiterentwicklungen und guten Ideen!
apicistus
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Warre-Imkerei und DNM-Rähmchen

Beitragvon apicistus » Mi 14. Mär 2012, 00:54

Hallo liebe Warreaner,

als Zwischenschritt in den Einstieg in die Warreimkerei plane ich den Bau von DNM-Magazinbeuten, die Boden, Kissenzarge und Dach der Warre-Beute erhalten sollen. Die Zargen haben dann entsprechend grössere Abmessungen in Länge und Breite, passend für 11 DNM-Rähmchen pro Zarge. Die Höhe der Zargen beträgt wie bei der Warre 21 cm (da ich die Fichtenbretter in der Holzhandlung günstig in diesem Maß bekommen kann, die Brettstärke beträgt 21 mm). Die Rähmchen würde ich dementsprechend kürzen, die untere Leiste der Einfachheit halber ganz weglassen.

Die große Frage dabei ist, ob das Prinzip der Betriebsweise nach Warre auch mit diesen größeren Kästen funktioniert, da ich nicht nur die Modifikationen meiner Beuten nach Warre, sondern auch meine imkerliche Praxis (z.B. das Untersetzen der Zargen statt Aufsetzen) daran orientieren will. Der Abbe hat sich mit den im Vergleich relativ kleinen Zargenabmessungen sicherlich etwas gedacht, von dem fraglich ist, ob es sich tatsächlich auf andere Beutensysteme übertragen läßt. Schön wäre es ja.

Bei der Zargenhöhe plane ich übrigens, trotz der größeren Abmessungen in Länge und Breite, bei meiner Warre/DNM-Beutenmodifikation wie bei Warre mit vier Zargen pro Beute zu arbeiten. Konkret heißt das, daß ich einem auf zwei Zargen überwinterterten Volk so Mitte April zwei weitere Zargen mit leeren Rähmchen (mit Wachsleitstreifen) untersetzen werde. Da mein Bienenstand sich auf einer großen Streuobstwiese befindet, hoffe ich, daß der mit der Apfelblüte einsetzende Trachtstrom den Wabenbau in den unteren Zargen wesentlich unterstützen wird. Oder wäre es in dem Fall besser, die zwei Erweiterungszargen zeitlich gestaffelt unterzusetzen, also immer erst dann, wenn die vorherige ausgebaut wurde? Im Spätsommer (August/September) würde ich dann die oberen (Honig-)zargen abernten, die Bienen überwintern dann wieder zweizargig.

Die alternative Überlegung zu diesem Konzept wäre, 1,5er DNM-Zargen einzusetzen, also mit dem Prinzip des ungeteilten Brutraumes zu arbeiten. Es würden dann immer nur zwei dieser Zargen zum Einsatz kommen, eine Kombination beider Zargengrößen wäre dabei wahrscheinlich auch möglich.

Die Idee, eine Warre-Beute für Rähmchen im Normalmaß zu bauen, ist übrigens vor dem Hintergrund entstanden, daß ich nicht auf die Option verzichten möchte, (konventionelle) Ablegerbildung zu betreiben. Dies wiederum aus der Erfahrung heraus, seit dem vergangenen Jahr zwar stolzer Besitzer einer Warre-Beute zu sein, diese aber mangels Schwärmen nicht besiedeln zu können. Da hier im Forum ja immer eindringlich davor gewarnt wird, diese Beute mit etwas anderem als einen kräftigen Naturschwarm zu bevölkern, werde ich mich auch daran halten. Sollte ich dieses Jahr eines Schwarms habhaft werden, kommt die Warre selbstverständlich auch zum Einsatz.

Bis dahin setze ich auf das oben vorgestellte Konstrukt und brenne nun natürlich darauf, Eure Meinung dazu zu lesen. Ich hoffe, daß meine Vorstellungen nicht völlig neben der imkerlichen Realität liegen und ich noch den einen oder anderen Tipp oder Verbesserungsvorschlag bekomme.

Also dann ...

Viele Grüße,

Markus

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Re: Warre-Imkerei und DNM-Rähmchen

Beitragvon zaunreiter » Mi 14. Mär 2012, 08:06

Viel zu viel Aufwand, nur um Ableger zu bilden, was mit der Warré an sich sehr einfach ist. Siehe Beiträge hier im Forum.

Wenn Du DNM-Ableger verwenden willst, dann schneide die Rähmchen der Waben zurecht. Bienen abfegen in Schwarmkiste, Seitenteile und Unterteil des Rähmchens wegschneiden, den Oberträger auf Maß einkürzen, die Seiten der Waben leicht winklig anschneiden und dann in die Warrézarge setzen. Später die Bienen dazu geben und fertig.

Wo kommst Du denn her? Ich werde im April/Mai eine kleine Vorführung dazu machen bei einem anderen Anfänger hier am Niederrhein.

Gruß
Bernhard
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Re: Warre-Imkerei und DNM-Rähmchen

Beitragvon mh2011 » Mi 14. Mär 2012, 12:22

Hallo Bernhard,

diese Vorführung würde mich auch interessieren. Ich wohne am Niederrhein und würde gerne teilnehmen wenn es recht wäre...

Gruß
Marco

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Re: Warre-Imkerei und DNM-Rähmchen

Beitragvon apicistus » Mi 14. Mär 2012, 13:26

Hallo Bernhard,

danke für die prompte Antwort und die Einladung - aber, ach nee, der Niederrhein ist mir zu weit aus der Richtung, bin doch ein Ostwestfale und auch sonst beruflich wie privat stark eingespannt. Diese Zuschneide- und Umsetzaktion von DNM in die Warre hört sich doch recht kompliziert an, gibt es dazu vielleicht Bilder oder ein Video?

Habe mir ja auch überlegt, die Bienen aus dem Ableger in die Warre zu fegen (mit dem Zwischenschritt über die Schwarmbox), hatte aber keine Idee, wie die Waben dann in die Warre zu bekommen sind. Der Verlust der Brut würde mir aber leid tun, das möchte ich eigentlich nicht. Es sei denn, ich könnte mit einer solchen Aktion eine komplette Bauerneuerung verbinden - hätte den Vorteil, daß ich damit die Mittelwände des Ablegers los würde und gleich eine varroadezimierende Maßnahme durchgeführt hätte. Zum Thema Bauerneuerung ist in diesem Forum ja auch einiges geschrieben worden. Aber kann ich das schon im April (um Ostern) machen? Oder besser später, in der Schwarmzeit oder erst nach der Sommersonnenwende und dann auffüttern?

Aber eigentlich möchte ich die Waben mit der Brut schon retten. Es kommt mir gerade ein spontaner Gedanke dazu: Ich setze die Brutwaben einem anderen Ableger zur Verstärkung auf (oder unter?). Bitte noch mal um Antwort. Ach ja, dankeschön auch für die Antwort auf die Deckelfrage in meinem anderen Beitrag.

Liebe Grüße,

Markus

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Re: Warre-Imkerei und DNM-Rähmchen

Beitragvon zaunreiter » Mi 14. Mär 2012, 14:15

apicistus hat geschrieben:Diese Zuschneide- und Umsetzaktion von DNM in die Warre hört sich doch recht kompliziert an, gibt es dazu vielleicht Bilder oder ein Video?


Ist nicht kompliziert - und vor allem: funktioniert sicher. Siehe auch: viewtopic.php?f=34&t=149&p=2739#p2739

Läßt sich im Frühjahr (Ende April/ Anfang Mai) durchführen.


apicistus hat geschrieben:...komplette Bauerneuerung ... schon im April (um Ostern) machen? Oder besser später, in der Schwarmzeit oder erst nach der Sommersonnenwende und dann auffüttern?


Da streiten sich die Geister. Die meisten Berichte sagen jedoch aus, daß nach der Sommersonnenwende Ende Juni/Anfang Juli der beste Zeitpunkt dazu ist. Ich habe das schon mal Anfang/Mitte Mai ausprobiert - das Ergebnis war aber nicht so berauschend. Mag auch an der Königin gelegen haben.

apicistus hat geschrieben:Ich setze die Brutwaben einem anderen Ableger zur Verstärkung auf (oder unter?).


Mach' Dir das Leben nicht schwer. :lol:

Gruß
Bernhard
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Re: Warre-Imkerei und DNM-Rähmchen

Beitragvon zaunreiter » Mi 14. Mär 2012, 14:22

mh2011 hat geschrieben:...würde gerne teilnehmen wenn es recht wäre...


Hallo Marco,

von meiner Seite aus kein Problem. Wird wohl in der Nähe von Kerken stattfinden. Wird keine Riesenveranstaltung, sondern nur das Umsetzen eines Volkes.

Wegen Termin und so, melde ich mich. Der steht nämlich noch nicht fest.

Gruß
Bernhard
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Re: Warre-Imkerei und DNM-Rähmchen

Beitragvon Mellina » Mi 14. Mär 2012, 16:34

@ apicistus
Keine Bange, das Ganze ist wirklich nicht kompliziert, nur bisschen klebrig. :lol:

LG
Mandy
Bauanleitung Warrébeute, Warrés Handbuch und Bernhards Kurzanleitung: http://www.warre-bienenhaltung.de

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Re: Warre-Imkerei und DNM-Rähmchen

Beitragvon apicistus » Mi 14. Mär 2012, 23:11

Hallo Bernhard, hallo Mandy,

danke für das anschauliche Material und die Ermutigung, es mit dem Zurechtschneiden der Rähmchen zu versuchen. Nein, vor dem Geklebe bei der Aktion ist mir nicht bange, fürchte nur, mit gedrahteten Rähmchen wird es schwieriger. Aber notfalls hänge ich nur eine Brutwabe in die Warrezarge, um die Bienen in der Beute zu binden.

Dann noch einen guten Abend,

Markus

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Re: Warre-Imkerei und DNM-Rähmchen

Beitragvon apicistus » Mi 14. Mär 2012, 23:23

Hallo nochmal,

bin heute ein bischen vergeßlich. Wollte noch fragen, wieviel Zeit ich mir mit dem Ausschneiden bei den Brutwaben nehmen kann. Denke mir, daß sie alsbald ins Volk zurückgehängt werden müssen, damit die Brut nicht auskühlt. Möchte die Rähmchen für die Operation auch nicht mit nach Hause nehmen, sondern es an Ort und Stelle machen (einige Meter vom Bienenstand entfernt), um nicht zuviel Zeit zu verlieren.

Gruß, Markus

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Re: Warre-Imkerei und DNM-Rähmchen

Beitragvon zaunreiter » Mi 14. Mär 2012, 23:55

Wenn ich gut drauf bin, schaffe ich es acht Waben in zehn Minuten zuzuschneiden und die Bienen wieder darauf abzukehren. Die Rähmchen sind üblicherweise immer gedrahtet. Eine kleine Zange (Seitenschneider) ist hilfreich. Geht fix. Wenn Du an einem sonnigen Tag arbeitest, gemäß Warre "nach einem vorhergehenden sonnigen Tag" ( ;) ) , dann brauchst Du dich nicht um die Brut zu fürchten. Ich würde allerdings den Massewechsel abwarten, bis es also mehr junge als alte Winterbienen gibt.

Gruß
Bernhard
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