Modifizierte Betriebsweise

Eure eigenen Weiterentwicklungen und guten Ideen!
Hainlaeufer
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Re: Modifizierte Betriebsweise

Beitragvon Hainlaeufer » So 20. Jan 2013, 23:30

Hallooooooo!

Herzlichen Dank für deine Worte und vor allem, für die schnelle Antwort! *freu*

Hat mir wirklich sehr weiter geholfen! Bald gehts ans Anfangsstreifen löten. ;)

mfg

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Re: Modifizierte Betriebsweise

Beitragvon zaunreiter » Di 9. Apr 2013, 15:25

Ich knall es mal hier mit rein: Notizen aus dem Imkerforum .


Tipps von Toyotafan (TOY) und Rudi Maurer (RM)


Bienenflucht

Ein Zwischenboden ist mit zwei Löchern versehen. Ein Loch in der Mitte erhält eine rautenförmige Bienenflucht von Nicot. Ein zweites Loch mit etwa 3 cm Durchmesser befindet sich in der Ecke und ist mit einem Schieber versehen. So daß das zweite Loch geöffnet und geschlossen werden kann. Der Schieber ist von außen zu bedienen. Dazu wird ein Schlitz in den Rahmen des Zwischenbodens geschnitten. Das Schieberblech besitzt gefaltete Kanten als Anschlag. Schieber eingeschoben = geschlossen. [TOY]

Nach der Auffütterung werden die honigfeuchten Waben bis zu fünf Halbzargen hoch auf die Bienenflucht gestellt und 4-7 Tage bei geöffnetem Schieber drauf stehen gelassen. Danach wird der Schieber geschlossen und nach weiteren 2 Tagen werden die Zargen mit den nun trockenen Waben abgeräumt.  [TOY]


Honigqualität

Schaum auf dem Honig entsteht (hauptsächlich) durch Pollen und Luftbläschen. Der Schaum muß vollständig abgeschöpft werden, sonst wird er untergerührt und kann die Kristallisation stören.
Honig sehr fein sieben und eventuell impfen. [TOY]

Ergänzung Rudi Maurer: Wenn sich die ersten Kristallkeime im Honig bilden, so ist es der Qualität des Honigs förderlich, wenn er in langsamer Bewegung gehalten wird. (z. B. durch den FillUp.) Dadurch wird der Honig feiner, runder und schmalziger. [RM]


Honigverkauf und Wirtschaftlichkeit

Es ist besser weniger zu höheren Preisen zu verkaufen => Qualität. [TOY]

Rückstellproben von Honig nehmen. [TOY]

Guter Honig hält den Kunden. Kunden verliert man, wenn man nicht liefern kann. (Auf den Lagerbestand achten.) [TOY]


Zusetzen von Königinnen

Sicheres Zusetzen von wertvollen Königinnen über kleine Kunstschwärme. Bienen von 5 Waben abfegen. 1-2 Stunden brausen lassen; Königin unter Teigverschluß ohne Begleitbienen zusetzen. Bei Anlage der ersten Brut mit Brutwaben verstärken. [TOY]


Wanderung

Wanderdeckel mit Gitter oben sind wegen des Lichteinfalls nicht zu empfehlen. Die Bienen streben gegen das Licht und verstopfen das Gitter vollständig und verbrausen. Spätestens auf längeren Fahrten. Ein weitgehend lichtdichter Gitterboden ist daher besser. Mit einem 8cm hohen Trommelraum. Während der Fahrt ab und zu mit Wasser von unten besprühen. [TOY]

Offener Honig wird bei der Wanderung durch die entstehende Wärmeentwicklung im Volk etwas getrocknet. Am selben Tag oder einen Tag später wird abgeräumt. [TOY]

Temperaturfühler unterm Deckel: Verbrausen verhindern. Anzeige in der Fahrerkabine.


Pollenfallen

Pollenfallen drei Tage lang dranlassen, dann drei Tage Pause. (Kann ein Volk weitergerückt werden. Abwechselnd.) [TOY]


Erkennen der Schwarmstimmung

Der Rand der Weiselzelle wird durch die Arbeiterinnen verengt, dadurch konisch und scharfkantiger (vorher verdickt und röhrenförmig). Das löst den Bestiftungsreflex bei der Königin aus und die Weiselzelle wird bestiftet. => fortgeschrittene Schwarmstimmung. [RM]


Naturbau vs. Mittelwand

Naturbau im Jungvolk; Mittelwände in mehrjährigen Völkern. (Auf Futterstrom achten.) Naturbau auch im Honigraum. Dabei werden jedes Jahr 1/3 - 1/2 der Honigwaben zum Ende der Saison ausgeschnitten und das Wachs verwertet. Ein Anfangsstreifen mit einer Höhe von 4 Zellen ~ 1 cm wird stehengelassen. [RM]

Erste Erweiterung des Honigraumes wird mit einem 4-Waben-Kern vorgenommen. 4 ausgebaute Waben in der Mitte der Zarge, links und rechts abwechselnd Waben und Anfangsstreifen. [RM]

Wie viele Ernten pro Jahr

Besondere Situation: Frühtrachten, außer Raps kaum/keine Massentrachten. Keine Wanderung.Es wird nur zweimal im Jahr geerntet, da außer Raps keine Massentrachten vorhanden sind. Außerdem wird ein möglichst enzymreicher, reifer Honig gewünscht. Die Frühtracht wird drei Wochen nach Blühbeginn des Raps geerntet. Die Sommertracht dann Ende Juli/Anfang August. [RM]


Völkerstrecke statt Völkerkreislauf

Nach dem Abschleudern =>> Brutscheune. Dazu werden die Völker an einen gesonderten Stand gebracht. (Getrennt von den Jungvölkern.) Es wird eine Brutscheune gebildet. Vormals mit BeeBoost, jetzt mit Königin unter Absperrgitter in einer Halbzarge. Drei Wochen Behandlung mit Ameisensäure. Nach drei Wochen - alle Brut ist ausgelaufen - werden die Völker abgefegt und die Bienen zur Verstärkung der Jungvölker verwendet. [RM]


Sonstiges

- ApiCalm als Rauchmittel [TOY]
- Platz über den Oberträgern lassen [TOY]
- Temperaturfühler unter dem Deckel (Wanderung, etc...) [TOY]
- Das Trachtende erkennt man am nachlassenden Flugbetrieb, Baustopp und offener Honig wird aufgezehrt [TOY]
- Gartenanlagen anwandern? [TOY]
- Absperrgitter auf Bauchnabelhöhe [RM] [TOY]
- Autoreifen als Beschwerung der Abdeckung und als "Arbeitstisch" [RM]
- jährlich mindestens 40 % Bauerneuerung [RM]
- 8 Völker maximal pro Stand [RM]
- Niemals hungernde Völker [RM]
- Milchkühlgefäße aus Edelstahl zur Lagerung von Honig. 200 Liter Volumen = ~250 kg Honig. [RM]
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Re: Modifizierte Betriebsweise

Beitragvon zaunreiter » Do 11. Apr 2013, 16:41

So, ich habe mir einen neuen Schlachtplan entworfen, nachdem mein ursprünglicher Plan durch die Wetterverhältnisse völlig daneben geht. Wie ich schon sagte, will ich möglichst zur Frühtracht - die bei uns bald einsetzt - trachtreife Völker haben, da ansonsten bei uns nicht viel zu holen ist. Ich finde es auch wichtig, gerade im Frühjahr volkreiche, starke Völker zu haben, da schwache Völker hungern und mickern. Und dadurch Krankheiten Tür und Tor geöffnet sind. Die Völker sind auch anfälliger für Pestizidschäden. Gute Gründe, außergewöhnliche Maßnahmen in einer außergewöhnlichen Situation zu treffen.

Für den Plan habe ich meine neuerlichen Kalkulationen herangezogen. Nach heutigem Stand (11.4.2013) werden ohne weitere Maßnahmen zum Trachtbeginn am 1. Mai (bei mir) in etwa 10.000 adulte Bienen und >20.000Brutzellen im Stock sein. Bei mittelmäßig ausgewinterten Völkern! Jetzt kommt nochmal ein Knick nach unten, was die Anzahl der erwachsenen Bienen betrifft. Trachtstärke mit 30.000 Bienen ist dann Anfang Juni erreicht, volle Trachtstärke (>40.000 Bienen) dann etwa Mitte Juni. Dann ist bei uns schon Jahresschluß. Finis.

Ich werde daher den Bestand von der Anzahl der Völker mindestens halbieren/dritteln und Völker zusammenlegen. Dazu werde ich das kommende Wochenende nutzen, an dem es warm werden soll und an dem rechnerisch Brut und Bienen in gleicher Anzahl vorhanden sein werden.

Die Königinnen der einen Hälfte der Völker werde ich mitsamt Bienen als Kunstschwarm der anderen Hälfte aufsetzen und so Zweiköniginnenvölker bilden. Mit der Brut bilde ich einen Sammelbrutableger - den setze ich einem Volk mit Königin auf.

Ende April werde ich dann die im Sammelbrutableger geschlüpften Bienen zur Verstärkung der Hälfte der Zweiköniginnenvölker nutzen. Diese Hälfte kommt so dann schon am 1. Mai auf Trachtstärke von >30.000 Bienen. Am 16.5. sind sie schon bei >40.000 Bienen und Anfang Juni auf über 60.000 Bienen. Ich kann nicht alle Zweiköniginnenvölker verstärken, weil die Bienenanzahl des Sammelbrutablegers dazu nicht ausreichen wird. Der Sammelbrutableger wird aufgelöst und ein Reservevolk gebildet.

Der Ende April unverstärkte Teil der Zweiköniginnenvölker dient als Kontrolle. Ist zwar ein wenig aus der Not geboren :o) - aber vielleicht ein interessanter Vergleich zwischen traditioneller Schwarmdämpfung durch leichtes Schröpfen und der "neuen" Methode durch Verstärken mit frischer Brut.

=> Das Schwarmdämpfen durch Brutverstärkung werde ich bei meinen T120 (mit einer Königin pro Volk) auch so ähnlich testen. Bei einem Teil 100 % Brutentnahme Mitte Mai und der andere Teil erhält alle Brut (ohne Bienen). Mal sehen, wie es wirkt.

Mitte Juni kommt der Schwarmtrieb bei den Zweiköniginnenvölkern gewaltig und vorher werde ich diese Völker auflösen (wieder mit Brutscheune) und Jungvölker für das nächste Jahr bilden. Trachtmäßig ist dann sowieso nur noch sehr wenig zu holen.

Als Schema:

Bild

Ob es funktioniert und welche Kapriolen hinsichtlich des Wetters und der Tracht noch zu erwarten sind - das weiß ich erst hinterher. Spätestens dann bin ich schlauer. :wink:
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Re: Modifizierte Betriebsweise

Beitragvon zaunreiter » Do 21. Nov 2013, 19:35

Mein Plan für's nächste Jahr:
http://www.immenfreunde.de/docs/adaptedbrood.pdf

(Angepasster Brutraum -> auf Warré übertragen.)
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Re: Modifizierte Betriebsweise

Beitragvon brady » Do 21. Nov 2013, 23:20

Ich werde noch etwas Schlimmeres versuchen - ich will einen Demarée-Plan versuchsweise auf die Warré-Beute übertragen, um den Schwarmtrieb zu lenken. Dabei werden ich wohl immer 2 Zargen zugleich bewegen, da die Brutfläche insgesamt sehr klein ist. Eingefleischte Warré-aner werden wohl beides nicht besonders mögen ;) Gruß Steffen

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Re: Modifizierte Betriebsweise

Beitragvon zaunreiter » Do 21. Nov 2013, 23:37

Lenken wirst Du meiner Erfahrung nach den Schwarm damit nicht. Ein Schwarm ist weiter möglich und die Brutdistanzierung bringt ein großes Durcheinander. Timing ist alles, es muß vor dem Einsetzen der Schwarmlust das Demarée durchgeführt werden. Nicht einfach, den Zeitpunkt zu treffen.

Meines Erachtens gibt es nur ein Mittel, das Schwärmen zu unterbinden: die alte Königin entfernen. Im Stabilbau: runterrauchen und unterste Zarge wegstellen. Fertig.
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Re: Modifizierte Betriebsweise

Beitragvon brady » Do 21. Nov 2013, 23:52

Ein mir gut bekannter Imker mit vielen Völkern praktiziert dies mit großem Erfolg im Deutsch-Normalmaß - ich werde einfach versuchen, mein Vorgehen mit seinem zeitlich zu synchronisieren, da wir nur ca. 40 km entfernt sind und etwa gleiche Tracht- und Klimabedingungen haben. Er arbeitet nach einem strikten Kalender, dessen Startpunkt durch die erste große Tracht (bei uns Massen an Raps) getriggert wird. Zur Not kann ich dann immer noch die Reißleine (Königin entfernen) ziehen.

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Re: Modifizierte Betriebsweise

Beitragvon zaunreiter » Fr 22. Nov 2013, 10:24

Und beobachte die Bienen und ihr Verhalten dabei gut. Bitte berichten.

Wo ist der Mahnfred, wenn man ihn braucht. ;)
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Re: Modifizierte Betriebsweise

Beitragvon brady » Fr 22. Nov 2013, 17:58

Werde ich tun.
Ich brauche für mein Vorhaben nur noch einige Königinnen-Absperrgitter im Warré-Format - also noch etwas Bastelei bis zum Frühjahr.

Apropos berichten - wie waren die Erfahrungen in diesem Jahr mit dem Snelgrove-Board? Ich fand die Literatur zu diesem Thema auch sehr interessant und vielversprechend.

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Re: Modifizierte Betriebsweise

Beitragvon zaunreiter » Fr 22. Nov 2013, 19:29

Ohne Basteln gibt es die bei Ickowicz (http://www.icko-apiculture.com).

Nach einigen Versuchen mit Brutdistanzierung habe ich Versuche in diese Richtung aufgegeben. Auch das Snelgrove-Dingens. Zu umständlich!

Es hilft nur eines, um Schwärme zu verhindern: die alte Königin entnehmen und einen Ableger machen. Fertig.

Ansonsten ist die Brutdistanzierung ja nichts anderes, aber das Getüdel mit Brut oben und unten und sonstwo - das taugt nichts. Das bringt ein Durcheinander ohne Ende. Aber siehe selbst. ;)

Viele Grüße

Bernhard
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