Zarre - wie ich sie gebaut habe

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Schlossimker
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Zarre - wie ich sie gebaut habe

Beitragvon Schlossimker » Mo 24. Jun 2019, 02:33

Hallo, ich bin sehr spät fertig geworden mit dem Bauen, für diese Bienensaison. Musste Kunstschwarmrisiko seit letzten DO versuchen und hab jetzt, da 7 Zargen komplett fertig sind etwas Zeit, vorzustellen, was ich gebaut habe.
- Ich wollte 33mm Wandstärke.
- Ich wollte beständigeres Lärchen/Douglasie-Holz, trotz etwas höherem Gewicht.
- Ich wollte Standard Bretter verwenden, die sind beim Sägewerk 19cm breit, daher sind meine Zargen 19cm hoch.
- Ich wollte die vertieft sitzenden Griffe wie bei Zander, da ich es etwas kompakter wollte um einfacher irgendwann mal mit einem eigenem Bienensaunaentwurf gegen Varroa Behandelungsversuche machen zu können (das zum Wanderimkern die Griffe besser Parallel zu den Oberträger sein sollten habe ich gelesen, und mich dagegen entschieden).
- Ich wollte trotz der 18mm Griffe quadratische Außenabmessungen um Warm/Kaltbau auch mischen zu können.
- Ich wollte alle Zargen mit Fenster haben, damit ich das Brutnest nicht wöchentlich abkühle.
- Ich wollte bewusst keine zwingende Kompatibilität (es wird mir zuviel geklaut, diesen März 3 mal in meiner Nähe bei Roßtal, Ammerndorf und Fürth). Brauche ich mal Kompatibilität zu Warre Rähmchen/Waben, tut es ein bei mir zwischengesetzter 18mm hoher Rahmen aus zurecht geschnittenen Brettern - macht die Tischkreissäge super schnell.

- Die Bretter habe ich bereits passend abgelängt vom Sägewerk anfertigen lassen, gehobelt, aber nicht gefast (auch wenn die Bienen es lieber sägerauh haben wollen, gehobelt ist besser zu bauen, und innen aufrauhen würde der Bandschleifer schon machen - wenn nötig).
- Falze, Phasen und Absschrägungen habe ich mit der Tischkreissäge gemacht (2 Schnitte = ein Falz).
- Ich hab nicht gezapft, sondern geschraubt und geleimt.
- Lärche/Douglasie muss zum Schrauben immer vorgebohrt werden, sonst kann es sich spalten.
- Aufgrund der Griffe und der Länge der Warre innen von 30cm hat sich eine Länge Außen vom 30cm + 2x Wandstärke 3,3cm + 2x Griffbreite 1,8cm, also rund 40cm ergeben.
- Aufgrund der Breite von 40 cm aus Länge und Quadratform hat sich eine innenraumbreite von 40cm - 2x Wandstärke 3,3cm, also rund 33,5cm ergeben.
- Aufgrund der Breite ergibt sich die Möglichkeit 8 Dickwaben bei 40mm, 9 Normalwaben bei 36mm, oder 10 Kleinzellenwaben bei 32mm zu betreiben (Trotz der Erkenntnis von Bernhard, das alles über 8 Waben zum verhonigen des Brutnestes führt). Das bringt mir die 10% verlorenes Volumen durch die Höhe von 19cm wieder etwas zurück.
- Sollte ich eine Biene sehen, die mit dem Zollstock die quadratische Form nach messen will => Kündigung des Mietverhältnisses für diese.
- Mir ist bewusst, dass ich damit wieder einen Sonderschnitz mache, und hoffe, dass ich die Warre Gemeinde damit nicht durcheinander bringe - so wichtig bin ich nicht.
- Ich habe ein wenig so gebaut wie die Warre aussehen könnte, wenn der Pater damals schon eine Tischkreissäge gehabt hätten, den mit der ist manche Verfeinerung einfach möglich (Konstruktiver Wetterschutz).

Die Zarge im Rohbau:
ZargeRohbau.jpg

Die fertige Zarge mit 9 Obertrager
ZargeLeinölBestückt.jpg

Oberträger mit Nut für Anfangsstreifen aus Holz (unten im Bild, aus Abfallstreifen bei der Falzerstellung der Zargen) und 2 Rahmen, weil Faulbrutbezirk in 20km Entfernung
ZargeOhneFensterdeckelOberträgeranfangsstreifen.jpg

Fensterglasbefestigung (aus Abfallstreifen bei der Falzerstellung der Zargen)
ZargeFensterlagerung.jpg

Fensterdeckel mir versteckten Verschlüssen (Verhinderung von Öffnen/offen stehen lassen durch Unbefugte im Winter)
Fensterdeckel_25.png

Tabelle für Oberträgerabstände/Oberträgerbreiten (Beespace) mit Bohrschablone für Nägellöcher
Zarge8-10OT.jpg

Das Dach, einfach größenangepasst mit einem einzigen Brett pro Giebelseite (einfacher zu bauen, aber dadurch konnte ich die Kissenhöhe nicht >10cm machen, weil kein breiteres Brett machbar war bei 18mm Dicke (nur die Zargen haben 33mm Wandstärke, alles ander aus Gewichtsgründen nur die zwingend notwendige Stärke für die Festigkeit))
DachGrössenangepasst.jpg

Das Kissen, einfach größenangepasst
KissenGrössenangepasst.jpg

So sieht die erste in der freien Wildbahn aus
Warre-01-KS.png


Böden habe ich bisher nur 2 Behelfsböden nach Warre gebaut, da die Konstruktion der hohen Böden mit einem Sommerfütterer, alternativ Varroagiter und Windeleinschub, alternativ Pollensammlereinschub noch nicht einfach Tischkreissägengerecht fertigbar ist.

Schlossimker - ein Kaiserfranke!
Mein Traum ist, dass Millionen für mich arbeiten, dann mach ich erst recht was ich will!
PS: Ich bin Anfänger 2019+2020+2021, mit Welpenschutz ;-), 7 Völker, K1S1, K1W1, K1W2, K1W3, S1, S2, R1.
Ich gebe keine Ratschläge, allenfalls Denkanstöße.

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Deichkind
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Re: Zarre - wie ich sie gebaut habe

Beitragvon Deichkind » Mo 24. Jun 2019, 09:13

Das sieht handwerklich einfach beeindruckend aus. Ich bin ha leider der totale 3D-Legastheniker und kann daher immer nur die Arbeit anderer Leute bewundern und nicht selbst bauen. Aber dafür bewundere ich gute handwerkliche Arbeit umso mehr. Ich bin gespannt wie sich deine modifizierte Beute macht.
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Volk 7 Schwarmzellableger aus 3,5/20

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Re: Zarre - wie ich sie gebaut habe

Beitragvon heiner » Di 25. Jun 2019, 09:42

Wie kommt der Name Zarré zustande, aus welchen Wörtern setzt er sich zusammen, und warum?

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Re: Zarre - wie ich sie gebaut habe

Beitragvon biene0.1 » Di 25. Jun 2019, 11:16

Hallo Schlossimker,
gut gemacht!!
Solches mache ich auch seit Jahren. Nur etwas bescheidener.
Gruß
Harald
Warre-Beuten als Eigenbau,Bienenkugel als Eigenbau, Halbrähmchen.
Etwa 4 bis 6 Völker auf Bioflächen und extensiv genutzten blumenreichen Wiesen.

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Re: Zarre - wie ich sie gebaut habe

Beitragvon Schlossimker » Mi 26. Jun 2019, 00:17

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Re: Zarre - wie ich sie gebaut habe

Beitragvon Schlossimker » Mi 26. Jun 2019, 00:39

Mein Traum ist, dass Millionen für mich arbeiten, dann mach ich erst recht was ich will!
PS: Ich bin Anfänger 2019+2020+2021, mit Welpenschutz ;-), 7 Völker, K1S1, K1W1, K1W2, K1W3, S1, S2, R1.
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Re: Zarre - wie ich sie gebaut habe

Beitragvon biene0.1 » Mi 26. Jun 2019, 21:00

Hallo Schlossimker,
die Maße sind bei mir innen Warre (300 x 300 x 190) und außen + 50mm Wand = 400 x 400.
Inzwischen sind die BR doppelt hoch. Und überall Halbrähmchen mit der Abweichung, dass die Seiten (10mm Rundstäbe) 300mm lang sind und in den HR 173mm lang. Somit setze ich die HR auf. Ein Volk läuft wieder in den OT-Betrieb über. Habe ich ein Jahr gemacht und bin mit dem (tollen) Verbau an den Seiten nicht sorichtig klar gekommen.
Gruß
Harald
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Re: Zarre - wie ich sie gebaut habe

Beitragvon heiner » Fr 28. Jun 2019, 22:57

Hallo Schlossimker
Danke für deine Erklärung für die Namensgebung. Z von Zander kann ich hinsichtlich der Bauweise nachvollziehen.
Was ich noch fragen möchte: Aus welchem Grunde hast du dich für 9 statt 8 Waben entschieden. Worin liegen die Vorteile?
viele grüße heiner

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Re: Zarre - wie ich sie gebaut habe

Beitragvon Schlossimker » So 30. Jun 2019, 00:21

Mein Traum ist, dass Millionen für mich arbeiten, dann mach ich erst recht was ich will!
PS: Ich bin Anfänger 2019+2020+2021, mit Welpenschutz ;-), 7 Völker, K1S1, K1W1, K1W2, K1W3, S1, S2, R1.
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Re: Zarre - wie ich sie gebaut habe

Beitragvon heiner » Mo 1. Jul 2019, 10:31

hallo schlossimker,
ich danke dir sehr für deinen ausführlichen und sehr interessanten Bericht. Sicherlich wirst du mit dieser Beute genau so imkern können, wie
mit einer Warré mit normalen Maßen.
Aber das Gewicht einer Honig-Zarge wird schon spürbar hoch sein.

Warré hat seine Beute letzlich aus Versuchen mit 360 unterschiedlichen Beuteformen als die für ihn und den einfachen armen Mann für die
am wirtschaftlichste Beute entwickelt. Auch das kann ich nachvollziehen. Sie gibt i. d. R. einen sicheren, wenn auch nicht allzu hohen
Ertrag.

Was deinen Kunstschwarm anbelangt - die müssten schon seit ein paar Tagen Pollen eintragen. Du musst die Bienen am Flugloch mal genau
aus der Nähe ansehen. Zur Zeit bringen sie sehr viel dunklen, grau-braunen bis schwarzen Pollen rein, nur selten noch gelben. Die dunklen
Höschen fallen fast nicht auf

Viel Glück weiterhin mit deinem Volk und deiner sehr schön konstruierten Beute

heiner


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