Aus Warré wird eine kleine Horizontalbeute zum Nachbauen und Ausprobieren

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Rumpel
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Re: Aus Warré wird eine kleine Horizontalbeute zum Nachbauen und Ausprobieren

Beitragvon Rumpel » Di 20. Mär 2018, 12:41

Klein genug?
Hier kann man sich sogar vorlesen lassen!
Futter geben und Varroabehandlung machen auch Ambitionierte Bonsaiimker.
http://docplayer.org/20933244-Mini-plus ... -form.html
Impressionen: http://docplayer.org/24595232-Angepasst ... beute.html
-Jörn
Um zu begreifen, dass der Himmel überall blau ist, braucht man nicht um die Welt zu reisen.
Johann Wolfgang von Goethe

smallhiveproject
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Re: Aus Warré wird eine kleine Horizontalbeute zum Nachbauen und Ausprobieren

Beitragvon smallhiveproject » Di 19. Jun 2018, 14:48

Die ersten Beuten sind nun besiedelt.
Sie können ihre Entwicklung online mitverfolgen und kommentieren.
Hive Reports : http://smallhiveproject.eu/?forum/viewforum.php?f=16

garbeam
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Re: Aus Warré wird eine kleine Horizontalbeute zum Nachbauen und Ausprobieren

Beitragvon garbeam » Do 21. Jun 2018, 09:27

Ich sehe in Deinem Bauplan diverse Flaws, die man mit einer echten TBH wesentlich besser loesen kann und wuerde Dir empfehlen mal mit ner TBH zu imkern. Wenn Du mit Warre nicht so erfolgreich warst, klappt es vielleicht mit ner TBH besser.

TBHs mit akzeptablen Querschnitt (meine Empfehlung ist TJ Carr Dimensionierung) kannst Du so einengen, dass sie vom Volumen bei 10-12 Traegern kaum 40l uebersteigen, aber Du hast dann die Flexibilitaet zu erweitern, sollte das Volk zu wenig Platz haben im Sommer.

Meine Imkerreise ging aber ueber die TBH zur Warre -- und ich bin mit Warre ehrlich gesagt zufriedener. Wenn Deine Voelker in erster Saison nicht 2 Zargen ausgebaut haben, haettest Du ja auch erstmal mit Halbzargen arbeiten koennen. Was ist denn das fuer ne Gegend/fuer ein Standort und Trachtsituation, wo Du kaum ueber 2 Zargen kamst?

-garbeam

biene1.0
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Re: Aus Warré wird eine kleine Horizontalbeute zum Nachbauen und Ausprobieren

Beitragvon biene1.0 » Do 21. Jun 2018, 17:51

Hallo,
das Volumen ist ja wirklich noch geringer als bei der Warre. Und wieviele Honigwaben sind da schon angesetzt worden? Und wenn das pro Wabe nur 1,5kg sind, dann hängen da außerhalb der Halterung 15kg. Geht das?
Gestern hatte ich noch auf jeder Warre etwa 18kg Honig. Das könnte ich mir bei dieser Beute nicht so recht vorstellen.
Und der BR ist nicht erweiterbar? Wie will man da dem Volk den nötigen Raum geben. Oder soll bewußt das "kleine Volk" entstehen.
Mir reichen 38Liter für den BR und wenigstens 25Liter für 1 und 1/2 HR.
Trotzdem für mich interessant, ohne das nachahmen zu wollen.
Gruß
Harald
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garbeam
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Re: Aus Warré wird eine kleine Horizontalbeute zum Nachbauen und Ausprobieren

Beitragvon garbeam » Do 21. Jun 2018, 18:53

Evtl. als Anregung eine experimentelle Beute (fuer trachtarme Gegenden), die ich in 2. Saison betreibe: http://dl.garbe.us/AufsatzTBH-0.2.pdf

Mein Bauplan war auch durch Seeley's Studie beeinflusst und hat den Aspekt des geringen Volumens umgesetzt (allerdings bietet der TBH Korpus Erweiterbarkeit und ist grundsaetzlich groesser als eine Warre Zarge). Honig wird bei dieser Beute nur im Fruehjahr durch Eroeffnen der Honigzarge gewonnen, die sonst im Winter als Kissen/Klimazarge dient und entsprechend mit einem gefuellten Jutesack ausgepolstert wird.

Beste Gruesse,
-garbeam

Immenpension
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Re: Aus Warré wird eine kleine Horizontalbeute zum Nachbauen und Ausprobieren

Beitragvon Immenpension » Di 26. Jun 2018, 10:26

smallhiveproject hat geschrieben:Die ersten Beuten sind nun besiedelt.
Sie können ihre Entwicklung online mitverfolgen und kommentieren.
Hive Reports : http://smallhiveproject.eu/?forum/viewforum.php?f=16


mir wird diese Geschichte langsam suspekt! Bekomme mittlerweile Werbemails von diesem Projekt und habe dabei nicht die geringste Ahnung, wie Der oder Die an die entsprechende Mail Adresse gekommen sind.
Es riecht verdammt nach aggressiver Vertriebsmasche! und das für ein Produkt dessen tieferer Sinn bzw. Nutzen sich mir noch nicht erschlossen hat.
Die Anmeldung in diesem Forum hatte wohl auch nur diesen einen Zweck.
Grüße vom Karle




Keine Tierversuche!...? aber wie ist das mit der Bienenhaltung?

smallhiveproject
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Re: Aus Warré wird eine kleine Horizontalbeute zum Nachbauen und Ausprobieren

Beitragvon smallhiveproject » Di 26. Jun 2018, 21:40

garbeam hat geschrieben:Ich sehe in Deinem Bauplan diverse Flaws, [...]

Von welchen "Flaws" sprechen Sie?

garbeam hat geschrieben:Was ist denn das fuer ne Gegend/fuer ein Standort und Trachtsituation, wo Du kaum ueber 2 Zargen kamst?

Ich wohne in der Bretagne, Frankreich. Die Trachtsituation ist nicht schlecht, das Hauptproblem ist meines Erachtens die Varroamilbe und deren Folgen (ich bin Nichtbehandler). Mein aktueller Ansatz - um diesem Problem beizukommen - ist eben ein stark reduziertes Beutenvolumen (26L) und eine weite Aufstellung der Beuten (>30m Abstand). Es handelt sich wie ausdrücklich erwähnt um einen Versuch, es liegen im Moment (Stand 26/06/2018) noch keine belastbaren Ergebnisse vor. Ich habe eine Homepage eingerichtet um über die kommenden Ergebnisse zu informieren und zum Mitmachen anzuregen. Alles ist völlig transparent, es soll nur um die Fakten gehen. Es ist auch nur ein Ansatz von Vielen, und das ist auch gut so. Ich bin für Vielfalt und gegenseitigen Respekt.
Zuletzt geändert von smallhiveproject am Di 26. Jun 2018, 22:13, insgesamt 1-mal geändert.

smallhiveproject
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Re: Aus Warré wird eine kleine Horizontalbeute zum Nachbauen und Ausprobieren

Beitragvon smallhiveproject » Di 26. Jun 2018, 22:12

Immenpension hat geschrieben:mir wird diese Geschichte langsam suspekt! Bekomme mittlerweile Werbemails von diesem Projekt und habe dabei nicht die geringste Ahnung, wie Der oder Die an die entsprechende Mail Adresse gekommen sind.
Es riecht verdammt nach aggressiver Vertriebsmasche! und das für ein Produkt dessen tieferer Sinn bzw. Nutzen sich mir noch nicht erschlossen hat.
Die Anmeldung in diesem Forum hatte wohl auch nur diesen einen Zweck.

SmallHiveProjekt ist eine private nicht-kommerzielle Initiative, es gibt kein "Produkt". Die Email von der Sie sprechen war eine rein informative Einladung zur Projektteilnahme, und keine "aggressive Vertriebsmasche". Ich bedaure, wenn Sie dies so empfunden haben. Niemand zwingt Sie bei dem Projekt mitzumachen. Sie können mich auch gerne persönlich anschreiben, um den Sachverhalt weiter zu klären. Meine Kontaktdaten finden Sie auf der Projektwebsite. In der Tat habe ich mich in diesem Forum angemeldet, um meine Modifikation der Warrébeute vorzustellen.

garbeam
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Re: Aus Warré wird eine kleine Horizontalbeute zum Nachbauen und Ausprobieren

Beitragvon garbeam » Mi 27. Jun 2018, 08:15

smallhiveproject hat geschrieben:
garbeam hat geschrieben:Ich sehe in Deinem Bauplan diverse Flaws, [...]

Von welchen "Flaws" sprechen Sie?


Die zwei offensichtlichsten Probleme an Ihrer Beute sind (a) die schwierige Wartung und (b) die schwierige Erweiterbarkeit.

Zu (a) -- in ihrem Konzept schlagen Sie Stabilbau vor. Hier erschwert sich die Wabenerneuerung und ich vermute dass sie dann nach 2-3 Jahren die Beuten abtrommeln wollen. Bei TBHs laesst sich das einfacher loesen. Zudem haben Sie bei TBHs oder reiner Warre Haltung den Vorteil, dass man Waben oder sogar ganze Zargen auf andere Voelker verteilen kann. Bei Stabilbau faellt diese Moeglichkeit weg.
Es laesst sich in diesem Zusammenhang ausserdem schwierig darstellen, wie eine vernuenftige Durchsicht stattfinden kann. Ich vermute ihr Beuten-Management faellt ausschliesslich auf die Fluglochbeobachtung zurueck. Nur was wenn Faulbrut ausbricht? 30m Abstand ist ja schoen, wird dann aber ggf. nicht helfen, wegen voelliger Blindheit.

Zu (b) -- wie ich bereits schrieb, lassen sich TBH Konzepte beliebig einengen und man kann durchaus bei einem klein dimensionierten TBH-Korpus "Wert" auf kleinen Raum legen und ihn nie uebermaessig erweitern. Die Festlegung auf 26l halte ich fuer sehr willkuerlich und wissenschaftlich fuer nicht untermauerbar. Warre hat nicht ohne Grund 36l in seiner langen Beobachtung als sinnvoll erachtet. Auch Dr. Seeley hat nirgends argumentiert, dass man die 42l deutlich unterschreiten sollte.
Wenn ein Volk doch sehr waechst, ist es dem Bien gegenueber nett, etwas mehr Platz zu schaffen. Diese mangelnde Flexbilitaet sehe ich bei Ihrer Beute als klaren Nachteil.

smallhiveproject hat geschrieben:
garbeam hat geschrieben:Was ist denn das fuer ne Gegend/fuer ein Standort und Trachtsituation, wo Du kaum ueber 2 Zargen kamst?

Ich wohne in der Bretagne, Frankreich. Die Trachtsituation ist nicht schlecht, das Hauptproblem ist meines Erachtens die Varroamilbe und deren Folgen (ich bin Nichtbehandler). Mein aktueller Ansatz - um diesem Problem beizukommen - ist eben ein stark reduziertes Beutenvolumen (26L) und eine weite Aufstellung der Beuten (>30m Abstand). Es handelt sich wie ausdrücklich erwähnt um einen Versuch, es liegen im Moment (Stand 26/06/2018) noch keine belastbaren Ergebnisse vor. Ich habe eine Homepage eingerichtet um über die kommenden Ergebnisse zu informieren und zum Mitmachen anzuregen. Alles ist völlig transparent, es soll nur um die Fakten gehen. Es ist auch nur ein Ansatz von Vielen, und das ist auch gut so. Ich bin für Vielfalt und gegenseitigen Respekt.


Ich kann leider keinen klaren Zusammenhang zwischen Varroabefall, Nichtbehandlung und Bautaetigkeit unterhalb 2 Warre-Zargen in 1. Halb-Saison herstellen. Ein Schwarm ist meistens nur minimal Varroa-belastet. Wenn man mit einem anstaendigen Schwarm bei guter Trachtlage in die Warre Ende Mai startet, erschliesst sich mir nicht, wieso nicht 2 Zargen ausgebaut werden und wie die Varroen in der 1. Halb-Saison da signifikant den Bautrieb mindern koennten. Erfahrungsgemaess kommen Jungvoelker ohne Behandlung meist sehr gut ueber den 1. Winter, da die Varroalevels noch garnicht besonders gross sein koennen, mangels verfuegbaren Brutzellen. Das Problem der Varroen wird meistens erst ab der 2. Saison signifikant.

Die amerikanischen Nichtbehandler wie Bush und Co. sind meines Erachtens nach so "erfolgreich", weil sie staendig Ableger oder KS bilden und so in Summe ihre Voelkeranzahl stabil halten. Wie lange diese Nichtbehandler aber ihre wahren Wirtschaftsvoelker (so sie denn welche haben) so unbehandelt durch die Jahre bekommen, wuerde mich durchaus interessieren.

In ihrer Kleinstbeute wird der Schwarmtrieb stark gefoerdert, so dass sie ggf. dadurch ihre Voelkerzahl stabil halten koennen, sofern ausreichend Baits angeboten werden bzw. die Schwaerme bemerkt und wieder eingeschlagen werden. Es erschliesst sich mir aber nicht, ob in so einer Kleinstbeute tatsaechlich ein Volk 3-5 Jahre "durchhalten" wird. Aber ich werde ihre Berichte gerne verfolgen.

smallhiveproject
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Re: Aus Warré wird eine kleine Horizontalbeute zum Nachbauen und Ausprobieren

Beitragvon smallhiveproject » Mi 27. Jun 2018, 11:21

garbeam hat geschrieben:Die zwei offensichtlichsten Probleme an Ihrer Beute sind (a) die schwierige Wartung und (b) die schwierige Erweiterbarkeit.


Vielen Dank für Ihre Kritik. Ich möchte nachfolgend zu einigen Ihrer Aussagen Stellung beziehen.

Zu (a):
Die von mir vorgestellte Beute ist ein Hybrid aus Mobil- und Stabilbau.
Die Beute kann von hinten geöffnet werden. Dadurch bekommt man direkte Einsicht und Zugriff auf eine Seite einer Brutwabe und kann ein Rähmchen mit Honig entnehmen. Die Faulbrutüberwachung und Diagnose sollte also kein Problem darstellen. Waben oder sogar ganze Zargen auf andere Voelker zu verteilen is ganz bewusst in meinem Projekt nicht vorgesehen. Somit fällt von vornherein ein Übertragunsweg von Faulbrut durch den Imker weg.

Zu (b):
Die Festlegung auf 26 L Volumen ist nicht willkürlich, sondern basiert auf meinen eigenen mehrjährigen Beobachtungen hinsichtlich des Bauvortschritts meiner Bienen in Warrébeuten. Siehe : http://www.smallhiveproject.eu/?volume.html
Das relativ geringe Volumen soll (i) den Schwarmtrieb der Bienen zur Völkervermehrung fördern und (ii) Völkerverluste ohne Varroabhandlung verringern. Ich beziehe mich auf Dr. Seeley, da ich diese Hypothesen u.a. von den Ergebnissen seiner Arbeiten abgeleitet habe.


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