horizontale Warrébeute?

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stefanzo
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Re: horizontale Warrébeute?

Beitragvon stefanzo » Do 12. Feb 2015, 01:01

Mein lieber Hainläufer, Kunstschwärme und Faulbrutsanierung, kann ich mit oder ohne Rähmchen machen. Warum sollte es ohne Rähmchen oder Halbrähmchen nicht funktionieren? Man braucht die Bienen ja nur in eine leere Beute zu treiben. Ich habe heuer auch einen Kehrschwarm von meinen Warrebeuten gebildet, alles kein Problem. Alles geht, wenn man will.
mfg stefanzo

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Rumpel
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Re: horizontale Warrébeute?

Beitragvon Rumpel » Do 12. Feb 2015, 05:50

offensichtlich nimmst du das gelassener.

Keine Sorge alles gut, den Rest hat Stefanzo geschrieben, besser kann man es nicht sagen.
Gruss die Ruhe selbst Jörn
Um zu begreifen, dass der Himmel überall blau ist, braucht man nicht um die Welt zu reisen.
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garbeam
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Re: horizontale Warrébeute?

Beitragvon garbeam » Fr 9. Sep 2016, 13:24

Bisher habe ich noch niemanden gesehen, der hTBHs wie folgt handhaben würde:

Vorbedingung: Flugloch auf Stirnseite oder an einem Ende der langen Seite.

1. Saison, starte mit TBH auf 50cm eingegrenzt. Möglichst wenige Eingriffe, versuchen mögliches cross-combing zu vermeiden. Keine Waben-Entnahme.

2. Saison, voll erweitern und kompletten Waben-Bereich vom Flugloch intakt bis ganz nach hinten bewegen, neue Oberträger in Bereich vor Flugloch rein (ca. 50cm) (*).

(Alternative: Beute einfach drehen, wenn auf beiden Stirnseiten die gleiche Flugloch-Konfiguration existiert -> in diesem Fall könnte man auch cross combing Probleme ignorieren, wenn man nur bei der Honigernte rangeht).

3. Honig-Ernte 2. Saison: Honigwaben fluglochfern entnehmen und wieder auf 50cm Länge eingrenzen.

Ab 3. Saison wieder 2. anwenden. Waben-Erneuerung wie bei Warré.

(*) Im TBH-Konzept würde man ja typischerweise die Vergrößerung des Brutbereichs durch "dazwischenlegen" von leeren Oberträgern im Brutbereich durchführen, um "gerade" Waben zu erhalten. Der Ansatz ganz nach Warré birgt das Risiko dass im freigemachten Bereich wieder cross-combing ensteht.

Eine alternative Idee, die mir neulich durch den Kopf ging, wäre, wenn man hTBHs modularer gestalten würde. Also immer nur 30cm lange TBHs baut, die mobile Stirnseiten enthalten, dann könnte man auch horizontal ausgebaute Körper zusammenstellen und könnte dann auch mehr Stabilbau anwenden und bei Bedarf auch cross-combing zulassen, wenn man die Waben nicht entnehmen/inspizieren will:

https://goo.gl/photos/bJAUr98sK1zWTnBCA

Die Ernte wäre dann äquivalent zu Warré, einfach die ältesten "Module" mitnehmen.

Aber aus meiner Sicht ist dann die Warré doch einfach sympathischer, deshalb bin ich schon sehr gespannt auf meine Warré Inbetriebnahme im kommenden Jahr.

Grüße,
-garbeam

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Re: horizontale Warrébeute?

Beitragvon biene1.0 » So 11. Sep 2016, 00:15

...der Bien füllt jede Form eines Raumes aus. Er muss es aber nicht! :P
Geben wir ihm den Raum, der seiner Natur entspricht: Das schlanke Hochformat!
Gruß
Harald

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Re: horizontale Warrébeute?

Beitragvon garbeam » Mo 12. Sep 2016, 07:49

Hi Harald,

die Frage die sich mir stellt, ob das mit der vertikalen Baumhöhlen-Situation wirklich so ein Dogma ist. Für die dunkle mellifera mag das im Großen und Ganzen so die vorwiegende und bevorzugte natürliche Behausung sein. Aber ob das für carnica, intermissa, meda, etc. auch so gilt, da bin ich inzwischen sehr skeptisch. Vor allem in (halb-)wüstenartigen Gegenden oder Gebirgsgegenden sind die dicken Baumstämme nicht oder nie naturgegeben. Ich habe einige Berichte gesehen, wo es sich Honigbienen in Erdspalten, Felsspalten und ähnlichen Wohnungen "gemütlich" gemacht haben.

Die Erfahrungen mit Horizontalbeuten zeigen ja auch, dass die Honigbiene durchaus sehr adaptierfähig ist. Ich bin deshalb skeptisch die vertikale Bienenbehausung als Dogma anzusehen. Wenn wir Bienen nur in Baumhöhlen-artigen Klotzbeuten halten würden, dann würden wir ggf. ihre Adaptierfähigkeit in diese Richtung lenken...

Nichts destotrotz halte ich immer mehr das originale Warré-Konzept für den besten Kompromiss, den ich bisher gefunden habe. Aber hTBHs mag ich auch sehr ;)

Grüße,
-garbeam


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