Aus Warré wird eine kleine Horizontalbeute zum Nachbauen und Ausprobieren

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garbeam
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Re: Aus Warré wird eine kleine Horizontalbeute zum Nachbauen und Ausprobieren

Beitragvon garbeam » Mi 27. Jun 2018, 21:16

smallhiveproject hat geschrieben:
garbeam hat geschrieben:Die zwei offensichtlichsten Probleme an Ihrer Beute sind (a) die schwierige Wartung und (b) die schwierige Erweiterbarkeit.


Vielen Dank für Ihre Kritik. Ich möchte nachfolgend zu einigen Ihrer Aussagen Stellung beziehen.

Zu (a):
Die von mir vorgestellte Beute ist ein Hybrid aus Mobil- und Stabilbau.
Die Beute kann von hinten geöffnet werden. Dadurch bekommt man direkte Einsicht und Zugriff auf eine Seite einer Brutwabe und kann ein Rähmchen mit Honig entnehmen. Die Faulbrutüberwachung und Diagnose sollte also kein Problem darstellen. Waben oder sogar ganze Zargen auf andere Voelker zu verteilen is ganz bewusst in meinem Projekt nicht vorgesehen. Somit fällt von vornherein ein Übertragunsweg von Faulbrut durch den Imker weg.


Mir ist ihr Bauplan bekannt. Die Oeffnung der Rueckseite ermoeglicht aber nur ein Blick auf die letzte Stabilwabe.
Da die Waben nicht entnommen werden koennen und auch von unten der Blick nicht moeglich ist, erschliesst sich mir eine gute Diagnosemoeglichkeit kaum. Ihr Hybridansatz ist aus meiner Sicht ein reiner Stabilbau mit der Moeglichkeit eine Honigwabe in dem Huberblatt ggf. zu ziehen. Mich wuerde aber nicht ueberraschen, wenn auch diese Huberwabe vor allem Brut enthaelt. In deutlich groesser dimensionierten TBH Querschnitten habe ich nicht selten 8-10 Brutwaben und erst ab Wabe 11-12 reine Honigwaben. Ich glaube daher kaum, dass man das Huberblatt tatsaechlich ernten kann, es sei denn Sie machen da ein horizontales ASG dazwischen.

smallhiveproject hat geschrieben:Zu (b):
Die Festlegung auf 26 L Volumen ist nicht willkürlich, sondern basiert auf meinen eigenen mehrjährigen Beobachtungen hinsichtlich des Bauvortschritts meiner Bienen in Warrébeuten. Siehe : http://www.smallhiveproject.eu/?volume.html
Das relativ geringe Volumen soll (i) den Schwarmtrieb der Bienen zur Völkervermehrung fördern und (ii) Völkerverluste ohne Varroabhandlung verringern. Ich beziehe mich auf Dr. Seeley, da ich diese Hypothesen u.a. von den Ergebnissen seiner Arbeiten abgeleitet habe.


Ich wuerde ihre Trachtsituation oder ihren Standort stark infragestellen, wenn sie mit Warre kaum mehr als 2 Zargen ausgebaut bekommen haben in all den Jahren. Mit wievielen Voelkern haben Sie denn geimkert und diesen Schluss gezogen? Woher kamen die Schwaerme? Wie sah das Brutnest aus, was waren das fuer Koeniginnen?

smallhiveproject
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Re: Aus Warré wird eine kleine Horizontalbeute zum Nachbauen und Ausprobieren

Beitragvon smallhiveproject » Mi 27. Jun 2018, 22:25

garbeam hat geschrieben: Ich glaube daher kaum, dass man das Huberblatt tatsaechlich ernten kann, es sei denn Sie machen da ein horizontales ASG dazwischen.

Ja, davon gehe ich aus aus. Aus diesem Grund ist ein horizontales ASG vorgesehen, und in meinen beiden bereits besiedelten Beuten (Stand 27/06/2018) breits im Einsatz.
Schauen Sie mal hier: http://smallhiveproject.eu/?forum/viewt ... 05104eb922

garbeam hat geschrieben:Ich wuerde ihre Trachtsituation oder ihren Standort stark infragestellen, wenn sie mit Warre kaum mehr als 2 Zargen ausgebaut bekommen haben in all den Jahren. Mit wievielen Voelkern haben Sie denn geimkert und diesen Schluss gezogen? Woher kamen die Schwaerme? Wie sah das Brutnest aus, was waren das fuer Koeniginnen?

Meine geschilderten Erfahrungen beziehen sich auf 21 eingefangene Naturschwärme, über den Zeitraum 2013 - 2017.
Alle Völker sind spätestens im dritten Jahr eingegangen, die meisten im Spätherbst/Winter an für Varroa typischen Symptomen : Honig + Pollenvorräte vorhanden, etwas verdeckelte Brut, nur einige wenige tote Bienen in einer Wabengasse. In einigen Fällen habe ich sogar die tote Königin ausfindig machen können. Im Jahr 2017 habe ich drei Naturschwärme versuchshalber mit Zuckersirup zugefüttert. Der Zuckersirup wurde angenommen, der Bauvortschritt war aber keinesfalls besser als bei den ungefütterten Schwärmen aus den vorangegangen Jahren.

garbeam
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Re: Aus Warré wird eine kleine Horizontalbeute zum Nachbauen und Ausprobieren

Beitragvon garbeam » Do 28. Jun 2018, 07:04

Nun denn, dann wuensche ich viel Erfolg. Es gibt uebrigens auch Imker die mit horizontalen Warre-TBHs imkern, also den Warre-Querschnitt wie in Ihrer Beute verwenden, aber dadurch mit echten Warre Beuten kompatibel bleiben.

Ich habe mal den Kontakt zu diesem Imker in der Naehe von Sydney aufgenommen, um einen Einblick in seine Erfahrung damit zu bekommen: https://lewishamhouse.wordpress.com/201 ... arre-hive/

Das Konzept halte ich fuer einen guten Kompromiss, evtl. eine Idee fuer Sie.

smallhiveproject
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Re: Aus Warré wird eine kleine Horizontalbeute zum Nachbauen und Ausprobieren

Beitragvon smallhiveproject » Fr 14. Sep 2018, 18:13

Aufruf zur Projektteilnahme in 2019!
Falls Sie mit dem Gedanken spielen nächstes Jahr am Projekt teilzunehmen, wäre jetzt ein guter Zeitpunkt - vor der kalten Jahreszeit - mit dem Bau einer oder mehrer Beuten zu beginnen. Vielleicht als Familienprojekt in den Herbstferien? Ein Wochenende sollte auch reichen ... Alle Infos(Videos, Pläne ...) finden Sie auf der Projektwebsite.
Gerne stehe ich Ihnen bei Fragen zur Verfügung.

Erst Ergebnisse aus 2018 sind online: http://www.smallhiveproject.eu/?results.html


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