Vorsicht: Temperatursturz

Alle Arbeiten rund um die Einwinterung der Bienen im Warréstock. Einfüttern, vereinigen, usw.
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zaunreiter
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Re: Vorsicht: Temperatursturz

Beitragvon zaunreiter » Di 24. Jan 2017, 16:12

biene1.0 hat geschrieben:Bei der Holzstärke hätte ich das nicht erwatet.


Hallo Harald,

das war zu erwarten. Dazu nochmal in Erinnerung gerufen:

http://www.immenfreunde.de/docs/Stockklima.pdf
http://www.immenfreunde.de/docs/Stockluft.pdf
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

Rolf
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Re: Vorsicht: Temperatursturz

Beitragvon Rolf » Fr 3. Feb 2017, 16:48

Wie macht ihr das dann im Winter?
Sind eure Beuten zusätzlich geschützt/gedämmt?
Ohne Schutz würden die Bienen ja einiges mehr an Futter verbrauchen.
Oder wird das in Kauf genommen.

Rolf (Fragender Anfänger)

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Re: Vorsicht: Temperatursturz

Beitragvon zaunreiter » Fr 3. Feb 2017, 21:25

Normalerweise werden die Bienen nicht extra eingepackt. Wie im Dokument oben beschrieben, ist es schwierig die richtige Mischung aus Isolierung und Belüftung zu finden. Ist wie beim Hausbau. Als Anfänger würde ich erst mal nicht isolieren – außer das Dach. Dazu entweder das normale "Kissen" von Warré einsetzen, etwa mit Sägespänen wie Kleintierstreu (nicht zu grob jedenfalls). Oder aber mit einer dicken Styroporplatte. Also >4 cm dick. Das ist auch für Temperaturen unter 0°C gut geeignet. Oben ist die Wärmeerhaltung am wichtigsten.

Den Rest kann man sich mit den Jahren langsam erarbeiten. Nur gegen Wind sollte die Beute geschützt sein. Aber da reicht ja schon eine kleine Hecke oder ähnliches, um den Wind abzuhalten.

Viele Grüße

Bernhard
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Re: Vorsicht: Temperatursturz

Beitragvon biene1.0 » Fr 3. Feb 2017, 22:04

Hallo Bernhard,
da hast Du mich in Richtung 100mm Wanddicke "geschuppst". Das Problem, das ich sehe ist nun das Klimaverhalten der dickwandigen Beute im Sommer. Eine mit 50mm Wanddicke aus Baudiele ist fertig. Eine 50mm-rige aus 18mm Leimholzplatten mit Flachsstrohausstopfung zwischen der Innen- und Außenplatte liegt schon zugeschnitten in der Garage.
Die 100mm könnten von außen nach innen folgendermaßen aussehen: 18mm Leimholz, 32mm Flachsstrohstopfung, 50mm Baudiele. Ich habe mich von den alten Bolenstuben leiten lassen. Oder wäre es umgekehrt günstiger? Wegen Kondensationspunkt uam.
Gruß
Harald
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Re: Vorsicht: Temperatursturz

Beitragvon Immenpension » Sa 4. Feb 2017, 21:39

biene1.0 hat geschrieben:Hallo Bernhard,
da hast Du mich in Richtung 100mm Wanddicke "geschuppst".

ja, so hat er das mit mir auch gemacht! ;) und jetzt ist das Teil schon fast 2 Jahre in Betrieb.
biene1.0 hat geschrieben:Die 100mm könnten von außen nach innen folgendermaßen aussehen: 18mm Leimholz, 32mm Flachsstrohstopfung, 50mm Baudiele.
technisch gesehen ist die Reihenfolge richtig. Meine ist ähnlich mit 20 Fichte, 50 Stroh und 18 Douglasie für außen.
Feuchtigkeit gibt es nur auf dem Varroa-Einschub und nur im Winter.
biene1.0 hat geschrieben: Das Problem, das ich sehe ist nun das Klimaverhalten der dickwandigen Beute im Sommer.

Nach 2 Sommern habe ich da nichts Negatives feststellen können. Die Temperatur in der Beute stieg auch bei über 30° und praller Sonne nie bis auf 40° in der Beute. Auch die Wasserstellen wurden in den Situationen kaum angenommen. Lediglich der Bienenventilator summte etwas kräftiger.
Grüße vom Karle




Keine Tierversuche!...? aber wie ist das mit der Bienenhaltung?

Rolf
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Re: Vorsicht: Temperatursturz

Beitragvon Rolf » So 5. Feb 2017, 11:45

Danke für eure Erfahrungen.
Gibt es Erkenntnisse zum Honigverbrauch in "gedämmten" Beuten?
Wäre es nicht gut, den Bienen mit Hilfe von "Dämmung" ein warmes Nest zu geben
damit sie (Imkerfreundlich und naturnah) nicht so viel Honig verbrauchen?
Gibt es hierzu auch Erfahrungen von euch?

Der gewerbliche Imker kann das (vorerst) natürlich nicht.
Aber wäre es nicht "bienenfreundlich" wenn der Hobby-Imker solche Methoden erprobt?
Oder sollte der naturnahe Bienenhalter gleich zur "Klotzbeute" greifen?

Rolf, auf der Suche nach ehrlichen Antworten

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Re: Vorsicht: Temperatursturz

Beitragvon biene1.0 » Di 7. Feb 2017, 00:25

Hallo Karle,
danke für deine Reaktion auf meine Fragen. Also, ich habe Mut geschöpft. Vorerst kommt noch 2 x "50mm-Wand". Da habe ich den Vergleich mit 50mm Baudiele. Die 100mm kommen dann erst im Sommer dran und werden im Frühjahr2018 besiedelt.

Hallo Rolf,
ehrlich ja, aber verbindlich? Ich habe 3 Völker mit eigenem Honig in den Winter geschickt. Ein Problemvolk mit zuwenig Volksstärke und sicher auch zuwenig Honig hat es nicht geschafft - allein meine Schuld!
Die anderen haben bis jetzt etwa 50% = 8-10kg verbraucht. Ich habe aber noch etwa 17kg Honig in Reserve. Wenn wieder Flugwetter ist werde ich nachsehen und gegebenen Falles füttern.
Ich habe künftig vor, mit Frühjahrshonig einzuwintern. Den Sommerhonig will ich für den Eigenbedarf ernten und nur notfalls im Frühling zufüttern / Ableger anfüttern.
Gruß
Harald
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Re: Vorsicht: Temperatursturz

Beitragvon zaunreiter » Di 7. Feb 2017, 00:34

Bienenfreundlich ist so eine Sache. In der Natur sitzen die Bienen ja meistens nicht in toten Holzstämmen, sondern in lebenden, saftführenden Bäumen. So ein lebender Baum ist eine ganz andere Behausung in Sachen Wärmedämmung bzw. Wärmeerhalt. Denn lebende Bäume haben ein Frostschutz-Mechanismus. Das wird auch auf den Wärmehaushalt des Biens eine Wirkung haben.

Eine gute Dämmung ist nicht unbedingt gleichbedeutend mit weniger Honigverbrauch. Denn Wärme kann auch mehr Aktivität verursachen. Und mehr Aktivität führt dann zu mehr Honigverbrauch, gerade im Winter. Da sollen die Bienen ruhen, aufgrund der Wärme aber sind sie aktiv. Das kann Vor- und Nachteile haben. Gerade in kalten Frühjahren ist eine warme Höhle von Vorteil. Ein Nachteil ergibt sich, wenn die Bienen aufgrund höheren Honigverbrauchs keine Reserven mehr haben. Meiner Erfahrung nach verbrauchen Bienen in gedämmten und ungedämmten Beuten etwa gleich viel – bis etwa Februar. Dann beginnen sie zu brüten und dann ist eine warme Höhle von Vorteil. Der Futterverbrauch ist im Schnitt geringer.

Der Leitspruch gilt ja mancherorts: die Bienen kalt in den Winter schicken und warm wieder raus.

Wenn man mit Bienen startet, muß nicht alles immer sofort "perfekt" und super-duper-bienenfreundlich" sein. Erstmal anfangen. Das ist wichtig. Und dann mit dem Bien arbeiten, er zeigt schon die Richtung vor. Wichtig ist nur, sich auch wirklich auf den Bien einzulassen. Beobachten, fragen und den Antworten gut zuhören. Es ist wie bei einer Beziehung zwischen Menschen. Nein: es ist eine Beziehung. Mensch und Biene. Aber: Wer plant schon am ersten Tag des Kennenlernens die Hochzeit und meldet die Kinder im Wunschkindergarten an? Laßt die Beziehung langsam angehen und genießt das gegenseitige Kennenlernen.
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Re: Vorsicht: Temperatursturz

Beitragvon Rolf » Fr 10. Feb 2017, 15:33

Danke für eure Beiträge.
In der Literatur steht viel geschrieben aber die Meinung von Aktiven ist doch aussagekräftiger.
Ja, wenn sie es zu warm haben werden sie mobil und verbrauchen natürlich mehr Honig.
Aber einen lebenden Baum als Bienenwohnung .... solche dicken Dinger habe ich leider nicht zur Verfügung.
Als Neuer will man natürlich am Besten gleich ALLES richtig machen.
Es geht ja nicht um "Autos" sondern um Lebewesen.


Rolf

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Re: Vorsicht: Temperatursturz

Beitragvon zaunreiter » Fr 10. Feb 2017, 15:47

Umso wichtiger ist es, nicht von Anfang an zu experimentieren.
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