Überwintern mit Waldhonig

Alle Arbeiten rund um die Einwinterung der Bienen im Warréstock. Einfüttern, vereinigen, usw.
OlliK
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Überwintern mit Waldhonig

Beitragvon OlliK » Fr 17. Aug 2018, 13:06

Hallo,

nachdem es dieses Jahr bei uns reichlich Waldhonig gab, teilweise auch Melizitose,
stellt sich nun die Frage wie viel davon ist für die Überwinterung unbedenklich.

Den Schwarm wollte ich eigentlich auf seinem eigenen Honig überwintern, der hat jetzt schon fast eine komplette Zarge Honig eingetragen.
Was man durch das Fenster sieht ist ziemlich dunkel und einige Zellen sehen auch nach Melizitose aus.
Ernten wollte ich eigentlich nicht, weil der Schwarm zu Beginn 2Wochen lang immer etwas Futterteig bekommen hat und da nun Zucker drin ist.

Auch beim Wirtschaftsvolk hatte ich extra spät geerntet, 5.8., aber da ist schon wieder dunkler Honig drin. Etwa ein Drittel war Betonhonig.

Da mein Bienenstand am Waldrand ist könnte es diesen Fall noch öfter geben.
Wie geht man damit jetzt um?
Wer hat damit Erfahrung bzw. Tipps und Tricks

Viele Grüße Oliver

stefanzo
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Re: Überwintern mit Waldhonig

Beitragvon stefanzo » Fr 17. Aug 2018, 22:53

Mit Waldhonig überwintern birgt ein gewisses Risiko. Ich bin es schon ein paar mal eingegangen und hatte keinerlei Probleme, hingegen hat eine Imkerin aus dem gleichen Ort wie ich ebenfalls zur gleichen Zeit mit Waldhonig überwintert und deren Bienen bekammen starken Durchfall im Frühling. Nie wieder hat sie gesagt, zurecht! Wenn du auf der sicheren Seite sein willst, dann entnimm den Waldhonig und füttere auf. Ob Waldhonig Probleme macht hängt von zwei Faktoren ab. Der erste ist welcher Waldhonig es ist und wie hoch der Waldhoniganteil ist. Ich muß gestehen, das bei mir der Waldhonig stets heller war als bei meinen Kollegen, also dennoch mehr Blütenanteil hatte. Der zweite Faktor ist wie oft die Bienen im Winter ausflegen können. Da braucht man Wetterglück.
mfg stefanzo

OlliK
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Re: Überwintern mit Waldhonig

Beitragvon OlliK » Di 21. Aug 2018, 12:47

Danke Stefanzo,

für deine umfangreiche Antwort,
genau so einen Art von Antwort hatte ich mir gewünscht.

Im Moment bin ich der Meinung den größten Teil Waldhonig zu entnehmen und durch Mittelwände zu ersetzen.
Leere Waben habe ich leider keine, hoffentlich werden die noch ausgebaut, werde auf jeden Fall flüssig füttern.
Aber im Moment kommt immer noch Waldhonig rein, ich hoffe auf den "großen Regen" der sollte das dann Beenden.

Unter der Trockenheit haben wir hier scheinbar besonders zu leiden,
selbst in den letzen zwei Wochen hat es nur einmal kurz geregnet, mit ca. 1,5mm war auch das nicht nennenswert.

Falls noch jemand Erfahrungen mit dem Thema Waldhonig hat, bitte melden!

Viele Grüße Oliver

oekonomy
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Re: Überwintern mit Waldhonig

Beitragvon oekonomy » Mo 18. Feb 2019, 19:22

ich schreib mal hier, obwohl ich nicht nur Waldhonig habe.

Wie ich lese habt ihr schon erfolgreich auf eigenen Honig überwintert. Bei mir sind 7 von 8 Völker diesen Winter nicht raus gekommen, trotz Honig in den Beuten. Ich konnte Unfallbedingt nicht auffüttern und Honig schleudern.
Das einzige Volk welches überlebt hat steht in der Stadt und kann keine(kaum) intensiv landwirtschaftlich genutzte Flächen erreichen. Für mich würde das eventuell bedeuten, dass im Honig enthaltenen Pesdizide schuld dran sein könnten? Macht es aus dem Grund vielleicht auch Sinn in diesen Zeiten auf Zucker zu überwintern? Wie seht ihr das?

Grüße und auf ein neues Bienenjahr,
Enrico

biene0.1
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Re: Überwintern mit Waldhonig

Beitragvon biene0.1 » Di 19. Feb 2019, 12:47

Hallo Enriko,
iin meinen Warre-Beuten überwintere ich auf Frühjahrsblüte (vorwiegend Obst- und auch Raps). Der erste HR wird nicht / nur wenig beerntet und der zweite HR ist für den eigenen Bedarf.
"018 ging das natürlich nicht. Es war einfach zu trocken und um den 20.8. war das Winterfutter weitgehend aufgebraucht. Die Altvölker mussten aufgefüttert werden. Die Ableger aus 2 BW haben durchgängig Flüssigfutter bekommen. Z.Z. fliegen alle Volker!
Ohne Erfahrung mit Waldhonig ein Hinweis: Wenn Du fertig bist mit der Ernte, dann füttere doch zur Waldtracht immer etwas Sirup dazu und lass sie darauf überwintern, zumindest mal versuchsweise.
Gruß
Harald
Warre-Beuten als Eigenbau,Bienenkugel als Eigenbau, Halbrähmchen.
Etwa 4 bis 6 Völker auf Bioflächen und extensiv genutzten blumenreichen Wiesen.

stefanzo
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Re: Überwintern mit Waldhonig

Beitragvon stefanzo » Mi 20. Feb 2019, 02:16

Hallo Enriko!
Wenn Pestizide im Spiel sind wird es immer schwierig. Ich hatte heuer auch massive Verluste, so hoch wie schon seit 7 Jahren nicht mehr. Die wenigen Völker die überlebt haben wurden nicht bis kaum nicht gefüttert. Das Problem scheint mir an den Blühmischungen zu liegen, die an stark belasteten Ackerflächen ausgebracht werden. Das einzige Volk welches in meinem Warredorf überlebt hat, fiel im Herbst mit Flugfaulheit auf. Es war auch das einzige Volk welches bereits genug Wintervorräte selbst gesammelt hatte und nicht mehr gefüttert werden musste. Am besten kann man die Völker noch mit der Varrostrategie entlasten, gegen Gift hilft nicht viel. Ich glaube dein Hauptproblem lag an der Varroabehandlung. Varroa ist die eine Hälfte, PSM sind die Andere. Sieben Jahre lang konnte ich alle Völker die ich im September eingewintert hatte auch im Frühling auswintern, aber heuer hat es bumm gemacht.
mfg stefanzo
Zuletzt geändert von stefanzo am Mi 20. Feb 2019, 02:35, insgesamt 1-mal geändert.

stefanzo
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Re: Überwintern mit Waldhonig

Beitragvon stefanzo » Mi 20. Feb 2019, 02:18

Das verflixte 7. Jahr! :evil:
mfg stefanzo

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Re: Überwintern mit Waldhonig

Beitragvon zaunreiter » Mi 20. Feb 2019, 12:10

Honig ist ein Fermentprodukt. Wenn es genügend fermentieren kann (was braucht es dazu?!), ist es kein Problem für die Honigbienen.
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

Michi
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Re: Überwintern mit Waldhonig

Beitragvon Michi » Di 26. Feb 2019, 14:54

Hallo stefano, auch ich habe heuer massive Völkerverluste (von 17 haben nur 3 überlebt) trotz Varroabehandlung und ausreichend Futter. Mein verdacht ist die Winterbegrünung, welche bei mir massiv angeflogen wurde. Es waren nur 2 Völker ohne Bienen (Varroa) alle anderen lagen tot am Bodenbrett. Wir könnten uns auch mal treffen, bin in Oberndorf bei Schwanenstadt zu Hause.
Schöne Grüße Michael

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Re: Überwintern mit Waldhonig

Beitragvon oekonomy » Di 26. Feb 2019, 20:23

...danke für eure Antworten. Ich habe jetzt in die Beuten schauen können. Dabei habe ich festgestellt, dass bei den "großen" Völkern nur noch eine Handvoll (tote) Bienen um die Königin da waren.
Habt ihr bei euren Verlusten das gleiche Bild?
Grüße
Enrico


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