Brutraum in Beute 1 verhonigt - erbitte dringend eure Hilfe!

Alle Arbeiten rund um die Einwinterung der Bienen im Warréstock. Einfüttern, vereinigen, usw.
thri
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Brutraum in Beute 1 verhonigt - erbitte dringend eure Hilfe!

Beitragvon thri » So 13. Aug 2017, 15:11

Hallo liebe Imkergemeinschaft,

im Mai 2017 war mein Imkerstart mit zwei Völkern in Warré-Holzbeuten. Beide Völker haben sich prima entwickelt, wobei das Volk in Beute 1 durchweg das Stärkere war.

Zur Erklärung möchte ich zunächst ganz kurz mein bisheriges Vorgehen beschreiben (bei beiden Völkern gleich):
Ende Juli habe ich die oberen Honigzargen entnommen und den Honig komplett geerntet. Auf den Boden kam nun eine leere Zarge mit Anfangsstreifen und einigen Mittelwänden, darauf die Brutzarge. Nun erfolgte eine kurze Einfütterung über drei Tage von jeweils ca. 1 kg, vier Tage später eine Ameisensäurebehandlung mittels Schwammtuch von oben. Gleich nach der Varroabehandlung wurden durchweg alle 2 bis 3 Tage etwa 500 ml 3:2-Zuckersirup mit Honig gemischt gefüttert. Ich hoffte, dass so die untere Zarge schön ausgebaut wird. Beim Volk in der Beute 2 hat das auch gut funktioniert. Die Waben der obere Zarge sind dicht mit Bienen besetzt und die Glasscheibe der Guckzarge ist richtig schön warm. Die untere Zarge ist auch dicht besetzt und es wird kräftig gebaut.

Nun zu meinem Problem:
Jetzt habe ich festgestellt, dass die obere Zarge von Beute 1 sehr schwer ist und mit Honig bzw. Futter vollgetragen wurde. Von meiner Fütterung denke ich, kann das nicht sein. Und so viel Nektareintrag zu dieser Jahreszeit? Bei uns am Stadtrand mit Kleingärten in der Nähe war aber durchweg etwas Tracht vorhanden und fast immer gutes Wetter. An manchen Tagen war recht starker Flugbetrieb. Ob da vielleicht geräubert wurde?

Nun ist dieses Volk mein Sorgenkind. Die obere Zarge ist dicht mit Bienen besetzt. Wenn ich an die Glasscheibe der Guckzarge fasse, bemerke ich eine viel geringere Temperatur gegenüber der Beute 2. Die Bruttätigkeit ist also sehr gering. In der unteren Zarge sind nur wenige Bienen. Der Ausbau geht sehr schleppend voran. Ich habe gestern die Anfangsstreifen durch Mittelwände ersetzt, um so den Wabenbau zu beschleunigen. Um die Bienen nicht zu stören und weil es recht kühl war, habe ich nicht in die obere Zarge geschaut. Die Königin habe ich hinter der Glasscheibe gesehen.

Deshalb heute mein Hilferuf an euch.
Sollte ich weiterhin alle 3 Tage ganz wenig füttern, damit die Königin nicht mit dem Stiften aufhört bzw. um sie zu stimulieren, wenn Zellen zum Stiften frei werden?
Hätte ich nach der Honigernte in die unterste Zarge nur Mittelwände hängen sollen? Leere Brutwaben habe ich leider keine und ausgeschleuderte Honigwaben sind wohl nicht optimal?

Viele Grüße
Thomas

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Waldschratzl
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Re: Brutraum in Beute 1 verhonigt - erbitte dringend eure Hilfe!

Beitragvon Waldschratzl » Mo 14. Aug 2017, 08:06

Hallo Thomas

Ich kann dir von meinem Standpunkt aus mal eine Einschätzung als Anfänger und aus meinem Gefühl geben. Mir wäre es in deinem Falle als optimal erschienen, den Bienen im ersten Jahr ihre Honigzarge zu belassen. Dann hätte sie jetzt, falls ich es deiner Beschreibung richtig entnommen habe eine schöne volle Honigzerge, und eine Brutzarge. Also im Prinzip genauso wie es sein sollte nach den Anleitungen von Bernhard oder Warre.
Dann hättest du auch nicht mit Zuckerwasser füttern müssen, der ja den Honig niemals ersetzten sollte, sondern nur ergänzen. So zumindest meine Meinung.
Warum der Brutraum nun verhonigt und die Bienen nicht mehr bauen, kann wahrscheinlich verschiedene Gründe haben. Vieleicht hat die Königin aufgrund der AS Behandlung die Eiablage eingestellt. Vieleicht haben die Bienen auch keine Lust mehr zu Bauen, es ist ja auch schon spät im Jahr.
Bernhard hat in einem Beitrag auch einmal erwähnt, dass die Königin manchmal nicht in die nächste Zarge runtersteigen möchte aus unersichtlichen Grund.
Wie auch immer in meinen Augen hättest du dir und deinen Bienen diese Probleme ersparen können, wenn du dich an die vielfach beschriebene Betriebsweise der Warre gehalten hättest. Das muss ich dir leider auch als Anfänger sagen.

Trotzdem alles Gute
und ich hoffe, dass dir einer der Erfahrenen weiterhelfen kann, damit du dein Volk wieder auf Kurs helfen kannst.

gruß
david

thri
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Re: Brutraum in Beute 1 verhonigt - erbitte dringend eure Hilfe!

Beitragvon thri » Mo 14. Aug 2017, 16:40

Hallo David,
besten Dank für deine Einschätzung und die Tipps.
Ich hoffe ja, dass sich ein erfahrener Warré-Imker meldet und gute Tipps für mich hat.
Die von dir erwähnte im Forum beschriebene Betriebsweise werde ich sicher im kommenden Jahr umsetzen.

Viele Grüße
Thomas

Friedrichsthaler
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Re: Brutraum in Beute 1 verhonigt - erbitte dringend eure Hilfe!

Beitragvon Friedrichsthaler » Mo 14. Aug 2017, 20:08

Am besten wird es sein, wenn Du die Zarge mit den Mittelwänden oben aufsetzt. Da ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie bei stetiger Fütterung noch ausgebaut wird.

Viele Grüße von Karl


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