Verdampfen von Oxalsäure

Alles rund um die Varroabehandlung im Warré-Bienenstock.
Jens vom Fuchsberg
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Re: Verdampfen von Oxalsäure

Beitragvon Jens vom Fuchsberg » So 3. Jan 2016, 20:11

Zwischenstand:

1. Behandlung: 386
2. Behandlung: 843
3. Behandlung/ 3. Tag: 36 (Ges. 301)
Gesamt: 1530

Hat noch jemand einen Tipp für mich, ob eine 4. Behandlung erfolgen sollte?

Beste Grüße
JvF
Bienenhüter seit 2015 (Bienenkiste; Warré)

Wolfram
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Re: Verdampfen von Oxalsäure

Beitragvon Wolfram » Mo 4. Jan 2016, 14:07

Moin Jens,
ich kann dit nur von meinem ersten Verdampfen berichten.
Da sah es fast genauso aus. Nicht mit den hohen Zahlen wie bei dir aber auch mit wesentlich höheren wie bei den restlichen.
Der verlauf sah ähnlich wie bei dir aus.
Es wurden dann nach der dritten erheblich weniger und nach den 6 Tagen war es fast 0.
Nach weiteren 3 Tagen gab es keinen Fall mehr.
Jetzt habe ich einen Fall von 0-1 pro Woche.

Ob das sehr aussagekräftig und übertragbar ist kann ich nicht sagen.
Ich würde einfach noch warten und dann entscheiden.
Die jetzt niedigen Temperaturen sind natürlich nicht unbedingt vorteilhaft.
Gruß
Wolfram

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zaunreiter
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Re: Verdampfen von Oxalsäure

Beitragvon zaunreiter » Do 10. Mär 2016, 20:03

Die Milbe hat Haftlappen (https://40.media.tumblr.com/tumblr_lzwipyPAFf1qm80m4o1_500.png), die so aussehen:

Bild

Bild

So sehen sie im Detail aus:
Bild

Im Bild oben ist die dünne Röhre zu sehen, die vom Innern der Milbe durch den Fuß bis zum Haftlappen führt. Dieser Kanal versorgt die Haftlappen mit Feuchtigkeit. So daß die Haftlappen feucht und klebrig bleiben.

Gerhard Brüning hat einige interessante und beeindruckende Bilder von den Milbenfüßen nach der Oxalsäurebedampfung gemacht.

Bild
Hier sein Bericht: http://www.varroamilbe.ch/bericht3.pdf

So wie es aussieht, kondensiert die verdampfte Oxalsäure dort, wo es feucht ist - so wie an den Haftlappen der Varroamilbe. An allen ahaftlappen bilden sich große Oxalsäurekristalle. Die Milben verlieren die Haftung und fallen von den Bienen runter.

Nach zwei Stunden verschwinden die Kristalle an den Haftlappen, sie lösen sich auf und gelangen über die Körperflüssigkeit in das Innere der Milbe. Dort verursacht die Oxalsäure schwere Organschäden.

Bienen haben zwar auch so Haftlappen an den Füßen und einen Versorgungskanal dorthin, sie besitzen aber eine ringförmige Klaue, mit der diese Röhre abgeklemmt werden kann. Das Innere der Biene ist so vor der Einwirkung der Oxalsäure geschützt.
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Isabella
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Re: Verdampfen von Oxalsäure

Beitragvon Isabella » Fr 11. Mär 2016, 11:41

Danke !
Das sind ja phantastisch gute und einprägsame Bilder !
Auch die 5 Berichte von Brüning sind sehr lesenswert !

Beste Grüße
Isabella /F.
Ubi apis, ibi salus ! - Wo Bienen sind, da ist Gesundheit !

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Rumpel
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Re: Verdampfen von Oxalsäure

Beitragvon Rumpel » Sa 12. Mär 2016, 19:29

Super Bilder!
Hier noch was zur Funktion der Krabbelfüße :)
Arolium: https://de.wikipedia.org/wiki/Arolium
Adhäsion: https://de.wikipedia.org/wiki/Adh%C3%A4sion
Gruß Jörn
Um zu begreifen, dass der Himmel überall blau ist, braucht man nicht um die Welt zu reisen.
Johann Wolfgang von Goethe

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Re: Verdampfen von Oxalsäure

Beitragvon biene1.0 » Mo 21. Mär 2016, 00:30

Hallo,
da bin ich ja fast der Überzeugung, dass nur noch verdampft werden sollte. Es scheint risikoärmer für die Bienen zu sein als das Träufeln.
dabei darf ja nur 1x behandelt werden. Nun lese ich aber, dass mehrmals verdampft wird.
1. wie oft ist ausreichend?
2. was hat es mit anderen, einfachen Verdampfungsmethoden auf sich?
3. Die günstigen Temperaturen sind bei Träufeln und Verdampfen gleich?
Gruß
Harald
"Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen."
Albert Schweitzer

Immenpension
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Re: Verdampfen von Oxalsäure

Beitragvon Immenpension » Mo 21. Mär 2016, 13:35

ich habe ja bisher nur verdampft und mit den andern Verfahren gar keine Erfahrung.
Die 3 mal im 5 Tage Abstand haben recht gut gewirkt, obwohl bei den letzten beiden nicht alles verdampft war. Bis zum Entfernen der Kontrollplatte Ende Februar waren seit Anfang Januar keine Milben mehr gefallen.
Da reicht bei guter Verdampfung dann wohl schon eine Menge von etwa einem Gramm.
Warscheinlich waren sie im Behandlungszeitraum ohne Brut oder mit sehr wenig Brut. Die Temperaturen waren für die Zeit (Weihnachten, Silvester) relativ hoch mit 5-10 Grad und das ist bei dieser Variante wohl auch von Vorteil.
Nachteil: da die Behandlung im 5-6 Tage Rythmus sich über fast zwei Wochen hinzieht, ist es auch ein kleines Lotteriespiel mit dem Wetter.
Dafür kann man aber auch schon etwas früher einen Durchlauf starten, solange der Winter noch nicht voll Einzug gehalten hat.
Sollte es notwendig werden, werde ich auch im Sommer Verdampfen und mir damit das Ameisensäure gedöhns sparen.
Grüße vom Karle




Keine Tierversuche!...? aber wie ist das mit der Bienenhaltung?

Claudia.1977
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Re: Verdampfen von Oxalsäure

Beitragvon Claudia.1977 » Di 22. Mär 2016, 10:42

Lieber Karle, hast die von oben mit dem Oxamat, von unten mit der Pfanne oder mit Rohr und Ventilator verdampft?
liebe Grüße Claudia
Warré/ TBH, 2014 www.Oekobeute.de
Bienenkugel, 2016 https://www.bienenkugel.de
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Zeidlerkursen u.a. https://www.sabienenimkerei.de & Workshop learningfromthebees, Berlin 2019
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Re: Verdampfen von Oxalsäure

Beitragvon Immenpension » Di 22. Mär 2016, 20:36

ich habe unten einen Futterkasten und da die Damen noch nicht voll bis unten ausgebaut haben, war genug Platz nach oben und da hab ich es einfachhalber oder versuchsweise mit Teelicht und einem drüber montiertem Teelichtblechnapf für die Oxalsäure (ca.2 g) gemacht.
muß mir da noch was Neues einfallen lassen, denn in Zukunft wird wohl nicht immer genug Platz sein.
Grüße vom Karle




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Re: Verdampfen von Oxalsäure

Beitragvon wonderfool » Mi 23. Mär 2016, 10:04

Ich habe bisher mit dem Varrox verdampft und fand das extrem problemlos. Passte auch einfach ins Flugloch. Insofern wäre das meine Empfehlung, das Teil kostet aber natürlich ein paar Taler.


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