Thema Nichtbehandlung - Grundsätzliches

Alles rund um die Varroabehandlung im Warré-Bienenstock.
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Distelbauer
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Re: Thema Nichtbehandlung - Grundsätzliches

Beitragvon Distelbauer » Mi 3. Feb 2016, 20:06

@Bienenschwärmer leider genau so habe ich es erfahren. Faulbrut, Varroa... hab den Braten schon gerochen. Es wäre schon wenn viele da toleranter wären. Aber wenn Geld(Honig) im Spiel ist wird eben schnell das unkalkulierbare Risiko draus. Und wenn man sucht dann findet man sicher auch was. Also entweder Baum um oder Loch zubetonieren. Ist leider so bei Manchen.

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Rumpel
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Re: Thema Nichtbehandlung - Grundsätzliches

Beitragvon Rumpel » Mi 3. Feb 2016, 21:26

Wie Affen in Raketen. :lol:

Der iss jut!
Bei uns hat ein Bekannter ein kleines Hotel, da geht kein Smartiefon.
Wenn ich Süchtige leiden sehen möchte fahre ich ab und an vorbei.
Mein letztes hab ich vor zwei Jahren aus versehen mit der Forstmaschine überfahren.
Jetzt brauche ich nicht mehr auf den nächsten Berg krabbeln, janz ruhig alles. :)
Geht, ist möglich!
Gruss Jörn
Um zu begreifen, dass der Himmel überall blau ist, braucht man nicht um die Welt zu reisen.
Johann Wolfgang von Goethe

stefanzo
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Re: Thema Nichtbehandlung - Grundsätzliches

Beitragvon stefanzo » Do 4. Feb 2016, 00:20

Frei lebende Völker braucht man nicht zu fürchten. Für ein frei lebendes Bienenvolk das man findet gibt es mindestens drei die man nicht entdeckt. Seeley schreibt in seinem Buch, das die meisten Völker in höher gelegenen Baumhöhlen leben. Völker die in niedrigen Baumhöhlen leben werden hingegen von uns Menschen natürlich leichter wahrgenommen. Wer solche Völker fürchtet, der müsste sämtliche Wälder mit dem Harvester prophylaktisch platt machen. Gefahr geht viel mehr von Bienenständen aus, wo wir Imker Fehler machen. Und es ist meiner Meinung auch ein Unterschied zwischen diesen Völkern und unseren. Am Bienenstand müssen wir unsere Völker pflegen, sonst gibt es natürlich Probleme. Das Baumvolk macht hingegen nur Probleme beim Fotografieren. Die Lichtverhältnisse sind schwierig, hinzu kommt die Dynamik der Bienen, und obendrauf kam auch noch ein großer Zeitdruck für mich als Fotograf, da ich ja schon zur Arbeit fahren musste. Mit einer gewöhnlichen Kompaktkamera ist in diesem Fall nichts zu machen, das musste ich voriges Jahr feststellen.
mfg stefanzo

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Re: Thema Nichtbehandlung - Grundsätzliches

Beitragvon biene1.0 » Mi 10. Feb 2016, 00:25

Hallo zu später Stunde,
das Thema scheint zunehmend die Bienenhalter zu bewegen. Welche Gefahr geht von einem nicht behandelten Volk und welche von einem behandelten Volk aus, welches trotzdem eingeht / kahl fliegt oder was sonst noch passiert wenn 10, 20 30 oder mehr Prozent der Völker eingehen?
Das ist doch eine Antwort wert. Denn dann könnte es sein, dass alle die, die ihre Bienenhaltung realistisch betrachten, die oft zitierte Gefahr nichtmehr sehen.
An anderer Stelle habe ich gelesen, dass ein wild lebendes Volk 3 Schwärme abgibt und dann nicht überlebt. Sicher ist das nahezu immer so. Aber keiner weiß was aus den 3 Schwärmen geworden ist. Liegt nicht genau in diesem Ereignis der Erfolg der Biene? Wenn draußen die Verhältnisse besser wären, dann kann ich mir vorstellen, dass bei guter Tracht und wenig Umweltbelastung wenigstens ein Schwarm das nächste Frühjahr erlebt und sich gegebenen Falles auch wieder in 1 oder zwei jahren vemehrt und seine angepasste Erbmasse an die Jungköniginnen weitergibt.
Hoffnungsvoll grüßt
Harald
"Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen."
Albert Schweitzer

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Distelbauer
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Re: Thema Nichtbehandlung - Grundsätzliches

Beitragvon Distelbauer » Mi 10. Feb 2016, 00:37

Hallo Harald,

die alten Völker gehen definitiv nicht immer ein. Auch Schwäme werden es nicht leicht haben. Aber auch ich habe die Hoffnung, nein ich bin davon überzeugt, das was bleibt. Die Bienen sind doch gar nicht drauf aus sich abartig zu vermehren, sonst schaffen sie sich ja Gegenseitig Konkurrenz. Für mich sind diese Völker heilig. Wir Menschen wollen uns ja unbedingt ausrotten. Vielleicht schaffen es die Bienen ja auch noch nach uns.
Übrigens, ich wollte eigentlich bei dem Baumvolk nicht eingreifen, aber ich gehe davon aus was ich so sehe, dass sie Futterknappheit haben. Jetzt habe ich halt doch ein Marmeladenglas voll Zuckerwasser ins Flugloch geschoben. Ausnahmsweise werde ich wohl doch eingreifen.

VG Georg

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Re: Thema Nichtbehandlung - Grundsätzliches

Beitragvon zaunreiter » Mi 10. Feb 2016, 03:06

biene1.0 hat geschrieben:..


Hast Du schon Bienen?
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Re: Thema Nichtbehandlung - Grundsätzliches

Beitragvon biene1.0 » Mi 10. Feb 2016, 23:28

Hallo Bernhard,
Ja, habe ich. Und ich denke, dass ich die ersten Anfängerhürten gemeistert habe. Und auch festgestellt, dass es in Massen Möglichkeiten gibt seine eigenen Fehler zu machen.
Gruß
Harald
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Re: Thema Nichtbehandlung - Grundsätzliches

Beitragvon zaunreiter » Mi 10. Feb 2016, 23:46

Die meisten Fehler passieren dadurch, daß wir mit einer gewissen Vorstellung an die Völker herangehen und dann den Bienen überstülpen. Weiß ich leider auch aus eigener Erfahrung. :?

Am Meisten lernst Du, wenn Du mit offenen Augen, Ohren und Nase den Bien vor Dir wahrnimmst und mit ihm sprichst/kommunizierst. Alle Antworten sind im Bienenstock. Wir müssen sie nur sehen.
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Re: Thema Nichtbehandlung - Grundsätzliches

Beitragvon zaunreiter » Sa 13. Feb 2016, 00:43

Alte Waben:
"Taken together these studies demonstrate that pheromones incorporated in wax comb may improve brood survivorship. The differences in brood survivorship noted in our study may be partly explained by more optimal concentrations of brood pheromones in older comb."
aus: http://www.ent.uga.edu/bees/publication ... mb_age.pdf

In alten Brutwaben reichern sich Brutpheromone, was die Versorgung der Larven erhöht und mit einer erhöhten Überlebensrate der Larven einhergeht.

In neuen Waben sind die Brutnester größer, aber anfälliger.
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Re: Thema Nichtbehandlung - Grundsätzliches

Beitragvon wonderfool » Sa 13. Feb 2016, 16:17

Ich lese es allerdings so, das der Effekt der höheren Überlebensrate der Maden kompensiert wird, durch das größere Brutnest in neuen Waben:

Comb age produced no statistically significant treatment
effects in ending adult bee population or change
in adult bee population; however, there were year
effects. The trend was for higher ending bee populations
in new comb and, correspondingly, a greater loss
of bees in old comb.


Das würde zumindest für mich eher den neueren Waben einen Vorzug zusprechen. Zumal es wahrscheinlich einen hygienebedingten Knick in der Volksendtwicklung mit steigendem Alter der Waben geben dürfte. Mit anderen Worten: Irgendwann sind die Schinken einfach so dreckig, das einfach keine vernünftige Entwicklung mehr möglich ist.

Eine vielleicht ist das aber auch nur Einbildung und die Bienen sorgen dafür, dass die kritischen Stellen sauber bleiben. Gibt es eigentlich so etwas wie eine natürlich Bauerneuerung? Oder würde ein Nest einfach irgendwann verlassen bzw. das Volk sterben, bevor die Wachsmotten den Rest erledigen?


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