ApiLifeVar und Oxalsäure

Alles rund um die Varroabehandlung im Warré-Bienenstock.
Hainlaeufer
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Re: ApiLifeVar und Oxalsäure

Beitragvon Hainlaeufer » So 3. Mär 2013, 23:43

Wer ist "man"? Versteh ich nicht :). Ich hab vlt. den Satz etwas schlecht formuliert, entschuldige!

Danke für deine Meinung! Ich bekam auch irgendwie diesen Eindruck, wollte aber unbedingt nochmal nachfragen. Es war irgendwie komisch für mich, da ich immer nur was von Apilifevar las (bzgl Berichte) und von Apiguard eigentlich nur sowas wie Werbung (Zeitungen, Videos) kannte. Andere Foren gaben auch nie eine deutliche Antwort.

Wie auch immer - danke!

lg
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Re: ApiLifeVar und Oxalsäure

Beitragvon zaunreiter » Mi 3. Jul 2013, 16:49

Einige grundlegende und für die Anwendung wichtige Informationen zu Api Life Var als Thymolpräparat.

https://portal.dimdi.de/amispb/doc/bvl/ ... 121015.rtf

http://www.serumwerk.com/download/Veter ... %20Var.pdf

http://www.serumwerk.com/download/Veter ... einert.pdf

Falls Api Life Var zur Anwendung kommt, ist ein Bestandsbuch darüber zu führen. Aus aktuellem Anlaß im Bekanntenkreis kann ich nur dazu anraten, ein solches zu führen, wenn apothekenpflichtige zugelassene Tierarzneimittel zum Einsatz kommen.

Hier gibt es eine Vorlage zum Download:
http://www.apis-ev.de/fileadmin/downloa ... 07koop.pdf

Hier ein gedrucktes Bestandsbuch zum Bestellen:
http://www.apis-ev.de/index.php?id=40




Hier die gesetzlichen Bestimmungen zur Oxalsäure.

http://www.apis-ev.de/fileadmin/downloa ... saeure.pdf

Sie ist ebenfalls apothekenpflichtig, ins Bestandsbuch einzutragen und darf nur einmal angewandt werden.
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Re: ApiLifeVar und Oxalsäure

Beitragvon zaunreiter » Mo 30. Sep 2013, 11:54

Habe in einer großen Aktion den Varroafall auf den Windeln ermittelt. Drei Völker haben ca. 12 Milben pro Tag, alle anderen Völker 0-6 Milben pro Tag. (27.9.)

Behandlung: Api Life Var über vier Wochen im August.

Um diese Zeit (Ende September/Anfang Oktober) sollte der natürliche (!) Milbenfall 0,5 Milben pro Tag nicht überschreiten, ansonsten besteht Bedarf an Nachbehandlung. Das ist zu dieser Zeit mehr als suboptimal. Denn erstens ist die Wirkung jeglicher Mittel um diese Zeit verringert und zweitens ist die Zeit der Winterbienenaufzucht (Mitte August bis Ende September) gerade abgelaufen. Schäden an den Winterbienen sind bereits passiert und können nicht rückgängig gemacht werden. Die verkürzte Lebenszeit wird sich daher im Winter durch erhöhten Totenfall bemerkbar machen, Nachbehandlung hin oder her.

Auch wenn die meisten Völker bei mir mit 0-1 Milben in Ordnung sind, so ist der Fall von 5 Milben pro Tag nicht unerheblich. Die drei Ausreißer mit 12 Milben sind schon an der Schadensgrenze. Meine Varroataktik ist daher nicht aufgegangen dieses Jahr, trotz kurzer Brutpause Ende Juli und vier Wochen Api Life Var im August. Ende Juli waren nur sehr wenige Milben gefallen. (Natürlicher Totenfall.) Während der Behandlung sind relativ wenige Milben gefallen. Ausreißer gab es nicht, es gab also kein einzelnes Volk mit hohem Befall. Soweit war alles unauffällig. Das einzige Auffällige in diesem Jahr, war der erhöhte Wespendruck. Und in diesem Jahr stehen mehr Völker pro Standort als sonst beieinander. Das Wetter ist auch in jeder Hinsicht ungewöhnlich. Ein Faktor, der bei mir auch mit reinspielt, ist der deutliche Vergiftungsfall im Raps mit Thiacloprid. Ich muß nochmal nachprüfen, ob das Ableger der vergifteten Völker sind, die jetzt hier Probleme zeigen.

Die drei Völker mit dem hohen Varroafall habe ich mir näher angesehen. Bei denen schlüpft gerade eine ganze Menge verdeckelter Brut und es ist auch noch frische Brut zu sehen. Allerdings ist das bei den anderen Völkern auch so. Auf den Bienen selbst sind keine Varroen sichtbar, was für mich höchstes Alarmzeichen wäre. Deformierte Flügel oder Krüppelwuchs sind ebenfalls nicht zu sehen.

Ich habe daraufhin alle Völker des Standes behandelt, um den Druck zu verringern. Bei den Völkern mit geringen Varroafall mit Milchsäure (Sprühverfahren), bei denen mit einem höheren Varroafall mit Oxalsäure (verdampft). Die Milchsäure ist schonend genug, wirkt aber nur sehr kurzfristig. (2 Tage.) Die Oxalsäure wirkt noch ca. zwei Wochen nach. Und damit werden die in den nächsten Tagen noch schlüpfenden Milben erfasst. Die Oxalsäure wirkt auch stärker gegen Varroen als Milchsäure. Geträufelte Oxalsäure wäre zwar zugelassen, aber eben nur die einmalige Anwendung. Außerdem verkürzt geträufelte Oxalsäure die Lebenserwartung der Bienen, vor allem dann spürbar, wenn sie mehrfach beträufelt werden. Ameisensäure halte ich für diese Jahreszeit für unangebracht, da es Königinnen das Leben kosten kann und die Brut potentiell schädigt, aus denen noch Winterbienen schlüpfen sollen. Die Wirkung ist durch die Luftfeuchte und die Außentemperaturen sowieso herabgesetzt. Perizin kommt für mich nicht in Frage. Puderzucker um diese Jahreszeit halte ich nicht für geeignet, wegen der Feuchtigkeit und weil die Bienen den Zucker nicht vollständig wegputzen können, da sie bei Temperaturen um 18°C schon anfangen eine Traube zu bilden und die Temperaturen die meiste Zeit des Tages zurzeit schon unter 18°C sind. Wenn der Zucker aber nicht weggeräumt wird, kann das aufgrund der Feuchte anfangen zu schimmeln.

In der Folge bleibt jetzt zu erfassen, wie viele Varroen durch die Behandlung fallen. Folgende Werte werden zur Schätzung der Varroapopulation herangezogen. (Gültig für September/Oktober. Nach Liebig.)

Bis zu 10 Milben am Tag = mit 300 multiplizieren.
Bis zu 50 Milben am Tag = mit 200 multiplizieren.
Darüber mit 100 multiplizieren.

Bei einem natürlichen Varroenfall von 5 Milben pro Tag sind das geschätzte 1.500 Milben. Bei den drei Völkern mit erhöhtem Befall sind das 2.400 Milben. Es gilt nun 60-90 % der Milben kurzfristig zu erwischen. Also etwa 900-1.350 Milben in dem einen und 1.500-2.200 Milben in dem anderen Fall. Das ist eine Menge Holz. Es macht die Sache nicht leichter, daß die Völker zurzeit noch in Brut sind.

Um diese Jahreszeit hilft da nur noch Daumendrücken.

Um wieder auf die Taktik zurückzukommen: Hier zeigt sich die Schwäche einer Langzeitbehandlung im Sommer. Denn durch die Langzeitbehandlung hat eine Auswertung der Windel (Varroafall) nur wenig bis gar keine Aussagekraft. Denn durch die Behandlung ist jeglicher Anhaltspunkt verloren. Bei Kurzzeitbehandlungen kannst Du nach zwei Wochen spätestens wieder anhand der Windel sehen, wie es um die Varroapopulation bestellt ist, da der Varroafall wieder "relativ" natürlich ist. Es bleibt dann mehr Zeit rechtzeitiger den Erfolg zu überprüfen. Und entsprechend früher kann man reagieren. Am besten noch, bevor die Winterbienen aufgezogen werden!

Nächstes Jahr werde ich daher während der Langzeitbehandlung (mit Api Life Var) den Erfolg der Behandlung mittels der Becher-/Schüttelmethode prüfen. Um nicht wieder zu spät feststellen zu müssen, daß etwas schief gelaufen ist. Mit der Beprobung von Bienen werde ich die Population besser abschätzen können, als mit der Windeldiagnose. Ich habe der Sache aufgrund des guten Erfolges der letzten Jahre zu sehr vertraut, wie ich feststellen muß.
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Re: ApiLifeVar und Oxalsäure

Beitragvon zaunreiter » Mo 30. Sep 2013, 19:58

24 Stunden später:

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Die milchsäure-behandelten Völker hatten durchgängig 0-4 Milben in der Windel.
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Re: ApiLifeVar und Oxalsäure

Beitragvon zaunreiter » Di 1. Okt 2013, 19:04

48 Stunden später:

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Re: ApiLifeVar und Oxalsäure

Beitragvon zaunreiter » Mi 2. Okt 2013, 19:00

7 Tage später:

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Re: ApiLifeVar und Oxalsäure

Beitragvon zaunreiter » Mo 7. Okt 2013, 21:15

8 Tage später:

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Heute habe ich mit der Schüttelbechermethode die Bienen des Volkes links außen beprobt.

Nach der Methode: http://www.llh-hessen.de/downloads/bien ... zucker.pdf

Das Schwierigste dabei ist den Schüttelbecher zu bauen. Ansonsten ist das gesamte Prozedere supereinfach. Wenn es sich bewährt, macht diese Methode die Windeldiagnose vollkommen obsolet.

Von (vorsichtig gerechnet) 300 Bienen kamen fünf Milben herunter. Das sind jetzt nach der Oxalsäurebehandlung 1,6 % Befall. Ich schätze das Volk auf 20.000 Bienen. Das heißt im Moment schwirren noch ca. 320 Milben im Volk rum. Bereits gefallen (nach der Oxalsäurebehandlung) sind rund 420 Milben. Das machen insgesamt 740 Milben. Bei 20.000 Bienen sind das 3,7 Prozent vor der Behandlung. (Kalkulatorisch.)

Also noch nicht die Welt. (Schadschwelle ab 8 % aufwärts.)

Das wiederum bedeutet, daß der natürliche Fall der Varroa vier Wochen nach Ende der Api Life Var-Behandlung kein natürlicher Fall gewesen war. Vermutlich sind angeschlagene Varroen bei der Schönwetterperiode Anfang September in die Brut?

Das Verdampfen der Oxalsäure hat rund 57 % der Milben in 8 Tagen runtergeholt. Trotz vorhandener (vornehmlich auslaufender) Brut.

Viele Grüße

Bernhard
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Re: ApiLifeVar und Oxalsäure

Beitragvon zaunreiter » Do 26. Dez 2013, 20:03

Behandlung mit geträufeltem Oxalsäuredihydrat am 21.12.2013. Behandelt wird - um Brutfreiheit zu erreichen - 21 Tage nach dem ersten richtigen Frost (hatten wir nicht) oder spätestens zum 21.12., weil die Tage nach der Wintersonnenwende wieder länger werden und die Bienen durch den Lichtreiz wieder in die Brut gehen.

Der natürliche Milbenfall wird sieben Tage lang vor der Behandlung verfolgt. Dazu lege ich ein weißes Blatt Papier auf die Windel, das erleichtert das Erkennen der Milben und das Säubern. Hier mit wenig Milben:
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Hier mit ein paar mehr Milben:
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Wenn ich den natürlichen Milbenfall vorher erfasse, habe ich eine Ahnung (mehr auch nicht), wie es um die Milbenpopulation der jeweiligen Beute bestellt ist. Ich kann vorher/nachher abgleichen und abschätzen, ob und wie die Behandlung gewirkt hat. Der natürliche Milbenfall sollte unter 1 Milbe/Tag liegen, alles darüber ist "Behandlungsnotstand". Der Wert wird mal 300 genommen, um den Umfang der Milbenpopulation zu schätzen.

Zum Ansetzen der Fertiglösung wird die Lösung zunächst im Wasserbad erwärmt. (ca. 35°C).
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Der innere Schutzdeckel wird entfernt.
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Dann wird der Zucker eingerührt.
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Dann wird die Lösung nochmal ins Wasserbad gesetzt und erwärmt, dann in einer isolierenden Box zu den Bienen mitgenommen.
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Wenn man nicht gerade an der Beute herumpoltert, bleiben die Bienen auch bei höheren Temperaturen mehr oder weniger ruhig sitzen. So warm wie es dieses Jahr ist, empfiehlt sich die frühe Morgenstunde, wenn die Außentemperaturen am niedrigsten sind und weniger Bienen auffliegen und draußen verklammen.
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Die Bienen sind in den Gassen gut zu erkennen und werden dort direkt beträufelt.
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Re: ApiLifeVar und Oxalsäure

Beitragvon zaunreiter » Sa 28. Dez 2013, 19:33

Also in diesem Jahr war das Varroakonzept ALV+Ox ein Griff ins Klo. Ich wünsche mir eine gleiche Wirkung über den ganzen Bienenstand, was aber offensichtlich bei einer handvoll Völkern nicht aufgegangen ist. In der folgenden Tabelle habe ich mal ein paar Beispiele herausgefischt, positive wie negative, um ein paar Dinge zu zeigen.

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Gezeigt wird in der Tabelle links des vertikalen blauen Balkens die Situation im Oktober und rechts davon im Dezember. Alle berechneten Werte sind kursiv dargestellt.

Im Oktober (Ende September) hatte ich einen plötzlichen erhöhten Totenfall an Varroa verzeichnet. (Spalte: Natürlicher Fall pro Tag Oktober.) Bis zu 12 Milben fielen bei einigen Völkern pro Tag. Rein rechnerisch ergab sich daraus eine Population von 2.400 Milben im jeweiligen Volk. Ich habe daraufhin einmalig mit Oxalsäure bedampft, um eine Ahnung zu bekommen, was in den Völkern los ist, da vom Anschein her nichts los war. (Keine Virenerscheinungen, keine Krüppelbienen, keine sichtbaren Brutschäden, keine herumlaufenden Varroen.)

Es fielen daraufhin nicht erschreckend viele Milben. Ich habe daraufhin - nach der Behandlung - eine Schüttelbecherprobe genommen. Daraus ergab sich für das Volk A in der Tabelle ein 1,6%iger Befall. Also harmlos. Wenn ich mir die Tabelle so ansehe, so wäre der berechnete Befall anhand der Windeldiagnose vor der Behandlung bei 12 % und nach der Behandlung bei rechnerisch ~4%. Hier schien die Schüttelbechermethode nicht funktioniert zu haben, was ich darauf zurückführe, daß ich vermutlich handwerkliche Fehler bei der Durchführung gemacht habe. (?) Jedenfalls bin ich gegenüber der Methode jetzt etwas mißtrauisch.

Die weiter oben bereits gezeigte Faustformel:

Bis zu 10 Milben am Tag = mit 300 multiplizieren
Bis zu 50 Milben am Tag = mit 200 multiplizieren
Darüber mit 100 multiplizieren

...zur Berechnung/Schätzung der Gesamtpopulation der Varroa anhand ihres natürlichen Totenfalls, erweist sich (wieder mal) als praxisgerecht. Klar zeigen sich die Zusammenhänge zwischen errechnetem Restbefall im Oktober und dem Totenfall nach der Behandlung mit geträufelter Oxalsäure im Dezember. Im Falle des Volkes A im Beispiel entspricht der Totenfall fast genau dem errechneten Wert des Restbefalls im Oktober. Im Falle des Volkes D waren sowohl im Oktober als auch im Dezember kaum Milben im Volk. Und das obwohl alle in der Tabellen gezeigten Völker fast gleich stark sind und zurzeit 5-6 Wabengassen besetzen, die Nullmilbenvölker jedoch 7 Wabengassen. Also durchaus etwas stärker sind. Der Zusammenhang ist auch hier klar, je mehr Milben, desto kleiner gehen die Völker in den Winter.

Interessanterweise stehen Volk C und D direkt nebeneinander. Von wegen Reinvasion und so...Solange die Völker nicht zusammenbrechen, gibt es meiner Erfahrung nach keine wirkliche Reinvasion, auch nicht durch Verflug.

Die Spalte "80%-Regel" zeigt den kalkulatorischen Erfolg der Behandlung. Nach sieben Tagen fallen laut Statistikerfahrungen 80 % der Milben bei einer Winterbehandlung mit geträufelter Oxalsäure (bei Brutfreiheit :roll:). Den nach sieben Tagen gemessenen Wert habe ich daher auf 100 % hochgerechnet, um den auf mehrere Wochen verteilten Gesamterfolg zu ermitteln.

Hier zeigt sich bei einigen Völkern, die Völker B und E zum Beispiel, daß die Behandlung fehlgeschlagen ist, also eine ungenügende Wirkung erzielt wurde. Beim Volk B sogar nur 38 %. Schon im Herbst hat die Behandlung kaum angeschlagen. Ob das Volk die ganze Zeit besonders stark in Brut ist? Oder ob deren Bienen schneller abfliegen? Im Moment herrscht Flugwetter, von Varroamilben geschwächte Bienen sterben schneller an Varroabehandlungen und schleppen sich bei Flugwetter auch zum Sterben nach draußen. Das würde das Ergebnis verfälschen. Die Kandidaten mit roten Kästchen in der Spalte Restbefall im Dezember werde ich jedenfalls im nächsten Frühjahr näher beobachten. Falls notwendig, werde ich sie auflösen und Ableger daraus machen, die ich dann behandele und aus der Honiggewinnung herausnehme.

Über die Ursachen der Unterschiede bin ich mir im Unklaren. Alle Völker der Tabelle wurden gleich gebildet, gleich behandelt und bearbeitet. Mit Ausnahme von Volk E, das ist ein Vorschwarm einer meiner Überlebensvölker, das später still umgeweiselt hat. (Wieder ein Schwarm, der mehr Milben hat, als der Rest der Völker.) Aber die Unterschiede sind doch sehr groß. Über die Ursachen kann ich nur Vermutungen aufstellen und weiter beobachten.
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Re: ApiLifeVar und Oxalsäure

Beitragvon brady » Sa 28. Dez 2013, 20:45

Hallo Bernhard, wenn ich das richtig lese, stützt sich deine Berechnung auf den natürlichen Milben-Totenfall. Warum traust Du dieser Populationsschätzung mit Hochrechnung vom Totenfall so viel zu? Ich wäre da eher skeptisch. Wichtig wäre doch, dass die Oxalsäureträufelung funktioniert, d.h. dass das Volk brutlos ist und 90 % der Milben fallen.
Rückschlüsse kann man doch eigentlich nur sicher auf den Erfolg oder Misserfolg der Api-Life-Var -Behandlung ziehen, oder habe ich einen Denkfehler?
Bei meiner Milbenzählerei ist eigentlich nur herausgekommen, dass die wenigsten Milben in den frisch als Flugling gebildeten Jungvölkern und in den älteren Völkern, die einen längeren Brutstop im Sommer hatten, nach der Behandlung fielen - ist ja keine wirkliche Überraschung.
Ein Alt-Volk, dass schon im Sommer eine sehr hohe Varroa-Belastung zeigte, ist mir trotz Spätsommerbehandlung doch eingegangen - die Waben habe ich heute eingeschmolzen :(
Wie sind eigentlich Deine Erfahrungen bezüglich Oxalsäure-Behandlung und Weiselverlusten? Gruß Steffen.


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