Ausgeraubt!

Alles rund um die Varroabehandlung im Warré-Bienenstock.
Homer
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Ausgeraubt!

Beitragvon Homer » So 21. Aug 2016, 18:36

Was für eine traurige Gewissheit. Heute wollte ich zum letzten Mal die Thymolplättchen ersetzen (nach 12.8.16) und stellte fest, dass das Volk tot- sprich ausgeraubt ist. Ausser ein wenig Brut und ein paar Hebammen ist nichts übrig geblieben.

Nicht dass mich dies völlig überraschen konnte-, bereits seit Montag 15.8.16 beobachtete ich "eine Räuberei". Ich verengte das Flugloch und vor dem Loch beruhigte sich die Lage zusehends-, auch die Kämpfe wurden weniger...meine Fehlannahme: die Bienen haben sich erfolgreich verteidigt. Trugschluss. Da ich die Thymolkonzentration im Stock nicht gross stören wollte, beliess ich es bei den Fluglochbeobachtungen, fatal und traurig.
Die Räuberei muss also konkret zw. 13.8. und 21.8. passiert sein, denn beim ersten Thymolplättchenwechsel (12.8) war alles noch in Ordnung.

Ob es sich bei den Räuberinnen um das Bienenkistenvolk handelt(e), werd ich heute Abend beim wägen ebendieser erfahren.

Ansonsten heissts jetzt trauern und lernen. Waben genau anschauen. Varroaboden genau betrachten. Ich vermute unter dem Gitter welches den Varroaboden vor fleissigen Aufräumerinnen schützte "Wachsmottengespinn". Gerne wüsste ich ob das Ding auf den Fotos Wachsmottenlarven sind?
Ebenfalls interessant: Sie haben also knapp die 2 Zargen (Masse: 30x30x15cm) ausgebaut. Ob das für den Winter gereicht hätte? Und: Ist dieser "Wirrbau" ok, da von den Bienen so konzipiert oder hätte das für die Wintertraube Probleme gegeben? Und ganz Allgemein, fällt Euch sonst noch etwas auf? Was muss ich besser beachten? Danke fürs lesen, hinschauen und mithelfen. Traurige Grüsse.

Hier also noch Bilder dazu.
1. Bild am 15.8. bei meiner ersten Räubereivermutung...
2. Bild Wachsmottenlarven
Dateianhänge
Raeuberei.jpg
Larven_Wachsmotten.jpg
Für eine natürliche, wesensnahe Bienenhaltung.

Homer
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Re: Ausgeraubt!

Beitragvon Homer » So 21. Aug 2016, 20:10

Und noch ein Bild des Innenausbaus...
Dateianhänge
Wirrbau.jpg
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stefanzo
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Re: Ausgeraubt!

Beitragvon stefanzo » So 21. Aug 2016, 21:27

Für die Bienen ist so ein Wirrbau OK, für den Imker schon weniger. Erfahrungsgemäß entsteht Wirrbau meist, wenn kleine Völker eingeschlagen werden. Sie bauen zuerst das Zentrum für die Brut, und umhülen diese anschließend, damit sie die Wärme und den Kontakt untereinander besser halten können. Aber ich sehe auch keine Oberträger in deiner Beute auf dem Foto, so läßt du der Phantasie der Bienen freien Lauf. Bei starken Schwärmen hatte ich bisher noch nie dieses "Problem". Das Volk wäre von der Größe sicherlich Überwinterungsfähig gewesen. Aber da es eben nicht sonderlich stark war, war es eben sehr anfällig für Räuberei. Über die Ursache der Räuberei mußt du den Kopf schief halten. Zum einem könntest du die Räuberei selbst verursacht haben, durch unvorsichtiges Füttern, oder durch die Thymolbehandlung. Zum anderem kann das Volk auch schon geschwächelt haben, und du hast es nicht bemerkt. Das beste wäre gewesen, wenn du das Volk sofort auf einen anderen Standort gebracht hättest, als du die Räuberei bemerkt hattest. Wenn eine Räuberei einmal begonnen hat, läßt sie sich nur mehr schwer stoppen. Als Entschädigung für den Verlust ist dir das stärkere Volk geblieben, möge es dir Glück für die Zukunft bringen.
mfg stefanzo

Homer
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Re: Ausgeraubt!

Beitragvon Homer » Fr 26. Aug 2016, 14:37

Lieber Stefanzo,

Danke für die Ausführungen. Zu Deinen Feststellungen möchte ich gerne anmerken:
Ich verwende Oberträger, auf der obersten Zarge...ist auf den Fotos nicht ersichtlich, das ist richtig.

Betreffend Räuberei kann ich sagen, dass zu dieser Zeit keine Fütterung, nur die Varroabehandlung mittels Thymol am laufen war. Diese Thymolbehandlung, sprich die zweite Charge davon, wird dann wohl ein Mitauslöser gewesen sein... leider.

Damit wurden die "Risiken und Nebenwirkungen", welche beim Thymolpräparat Thymovar beschrieben werden Wirklichkeit. Mein Bienenkistenvolk hatte damit aber nichts zu tun, verlor es doch im Vergleich zur letzten Wägung rund 4kg an Gewicht. Ich wähnte mich bezgl. Thymolbehandlung und Räuberei auf der sicheren Seite, da ich keine grossen Volksstärkeunterschiede bei meinen beiden Völkern (infolge Naturschwarm-Bienenpflege) habe(hatte). Nur habe ich die Rechnung wohl ohne die Völker des benachbarten "Industrieimkers" gemacht. Er betreibt Bienenzucht und wird wohl das einte oder andere "Supervolk" in seinen Reihen wissen... welches nun um mind. 6-10kg schwerer sein dürfte.

Nundenn, lernen und weitermachen. Schade ist es schon, war es doch mein erster selbstgefangener Schwarm.

Grüsse ins Forum mit der Bitte, allfällige Gedanken zu meinem Fall, meinen Schilderungen und Bildern doch noch zu verfassen.
Für eine natürliche, wesensnahe Bienenhaltung.


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