Biologie der Varroa, Varroa-Brainstorming

Alles rund um die Varroabehandlung im Warré-Bienenstock.
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Re: Biologie der Varroa, Varroa-Brainstorming

Beitragvon Hobbyimker » Mo 29. Dez 2014, 13:46

Hallo
Schöne Diskusion
da stell ich mir wieder mal die Frage können Varroamilben auch springen ? Hab jedenfalls sowas schon mal ansatzweise gesehen ok nich unter normalen lebenbedingungen war nur in ner Petrischale aber ist das wirklich so auch im normalen Varroaleben möglich bei den komischen Beinchen .Vielleicht hat ja jemand hier im Forum klärende Erkenntnisse oder Wissen drüber
Hab mal versucht ob Varroen drauf reagieren und mit statischer Ladung versuchsweise rum gespielt naja bin neugierig aber eigentlich auch totaler Laie aber trotz alle dem bringt es gewisse Erkenntnisse mit sich auch das wiegen im dreistellenbereich hinterm Komma ist intressant wieviel so eine Milbe wiegt natürlich auch das wiegen der Bienen selbst hat seine berechtigung beim beobachten
imkerliche Grüße
Wir sind alle nur Gast auf dieser schönen Erde daran denken leider nur die wenigsten menschlichen Bewohner

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Re: Biologie der Varroa, Varroa-Brainstorming

Beitragvon Rumpel » Mo 29. Dez 2014, 16:35

Also springen habe ich die noch nicht sehen.
Der unterschied von jungen Varroa und den alten Tanten ist aber enorm, es ist denke ich bei den jungen Varroa kein Problem Blitzschnell zB. von Biene zu Biene zu wechseln, oder über die Wabe zu flitzen. So eine Art Bienenrodeo :) ich fand die für Ihren unförmigen Körper sehr flink.
Gruss Jörn
Um zu begreifen, dass der Himmel überall blau ist, braucht man nicht um die Welt zu reisen.
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Re: Biologie der Varroa, Varroa-Brainstorming

Beitragvon Rumpel » Fr 9. Jan 2015, 08:21

Meine Erfahrung ist das schon mal nicht!

Hallo Bernhard, da war mal was mit zurück rudern, ich rudern tun. :lol:
Die Naturschwärme legen schon anders los, aber auch die kann es umhauen.
Gruss Jörn
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Re: Biologie der Varroa, Varroa-Brainstorming

Beitragvon zaunreiter » Sa 15. Aug 2015, 07:50

Ganz lässig auf einer Biene sitzend, reitet eine Varroa durch den Bienenstock:

https://www.youtube.com/watch?v=waDXnqJS26k

Völker mit sichtbaren Varroen - auf den Bienen oder in aufgekratzter Brut -, mit Anzeichen von Viruserkrankungen oder allgemeiner Schwäche, werden eingesammelt und auf einen entfernten Platz gebracht, wo diese Völker behandelt werden und eine neue Königin bekommen.
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Re: Biologie der Varroa, Varroa-Brainstorming

Beitragvon zaunreiter » Fr 4. Sep 2015, 16:06

Zitat:
Das führt zu dem Schluß, dass es bei der Population von Varroa destructor in Deutschland, von den beiden Apis mellifera parasitierenden Haplotypen (Korea-
und Japan-Haplotyp), nur einen Haplotypen gibt. Und anhand des direkten Vergleichs der Milben-DNA-Sequenz, konnte dieser als der Korea-Haplotyp
identifiziert werden.

Zusammenfassend lässt sich über die Ergebnisse sagen, dass die Individuen der untersuchten Population allesamt vom Korea-Biotyp sind, und dass innerhalb
dieses Biotyps in der Population keinerlei Variabilität vorliegt, sie quasi „Klone“ (Solignac 2005) darstellen.
(Zitatende. Hervorhebung von mir.)
aus:

Untersuchungen zur genetischen Populationsstruktur von Varroa destructor
Verena Schneider, 2010
Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde der Tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München
Nachzulesen in Deutsch unter: https://edoc.ub.uni-muenchen.de/12025/1/Schneider_Verena.pdf (Seite 49; Ergebnis ff. insbesondere die Diskussion.)

Wir haben es hier mit der Milbe also mit astreinen Klonen zu tun und befinden uns daher mitten in den "Clone Wars".

Nur extrem wenige Individuen haben den Sprung auf die Westliche Honigbiene geschafft und daher ist die genetische Variabilität extrem gering. Dazu kommt noch die Fortpflanzungsbiologie der Milbe, wo ein Sohn die eigenen Töchter befruchtet, die nochmals durch Inzucht die genetische Armut befördert. Alles in aller Breite nachzulesen in der Diskussion.
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Re: Biologie der Varroa, Varroa-Brainstorming

Beitragvon helmut » Di 8. Sep 2015, 16:10

Das Varroaweibchen kann bereits nach einem Tag in eine Brutzelle absteigen.
Eine wahnsinnig kurze phoretische Phase, das habe ich nicht gewußt!
Laut Fuchs, 1992, ein bis 20 Tage steht auf Seite 8.

Gilt das mit dem einen Tag nur für Muttermilben oder auch für die jungen Tochtermilben vor ihrem ersten Abstieg in eine Zelle?
Die phoretische Phase wird doch im Schnitt mit 7 Tagen angegeben, bei Jungmilben soll die Verweildauer auf den Bienen sogar weit über 10 Tage betragen bis sie zur Reproduktion in den Brutzellen verschwinden.
Bin gerade gedanklich etwas durcheinander. Wer kann den gordischen Knoten lösen?

MfG, Helmut

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Re: Biologie der Varroa, Varroa-Brainstorming

Beitragvon helmut » Do 10. Sep 2015, 16:05

Wieder einiges über diese lästigen Spinnentiere dazugelernt. Es betrifft nur die Muttermilben! Geschlechtsreife Jungtiere, in den Zellen zu erkennen am rötlichen Schildrand, benötigen vor ihrem ersten Abstieg unbedingt noch einen mehrere Tage dauernden Reifungsfraß.

MfG,Helmut


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Re: Biologie der Varroa, Varroa-Brainstorming

Beitragvon Wolfram » Sa 3. Okt 2015, 14:53

Moin Jörn,
Danke für die links!
Echt interessant.

Gruß
Wolfram

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Re: Biologie der Varroa, Varroa-Brainstorming

Beitragvon zaunreiter » Fr 23. Feb 2018, 11:36

Effects of Metarhizium anisopliae on host choice of the bee-parasitic mite Varroa destructor

https://www.researchgate.net/profile/Pe ... ructor.pdf

ABSTRACT
The ectoparasitic mite Varroa destructor poses one of the biggest threats to the western honeybee Apis mellifera. Possibilities to control the mites are limited; therefore, it is important to assess the performance of novel alternatives like the use of biological control agents. The goal of our work was to evaluate the effects of the entomopathogenic fungus Metarhizium anisopliae var. anisopliae BIPESCO 5, which is a potential biological control agent against the bee parasitic mite V. destructor, on the behavior of the parasite. In detail, we investigated whether the presence of fungal spores on the surface of host nurse bees, A. mellifera, affects the host choice behavior of adult female mites. We conducted two behavioral assays to monitor the behavior of the mites towards adult bees inoculated with a solution of fungal spores. Both choice and no-choice experiment revealed that M. anisopliae has a significant repellent influence on V. destructor‘s host selection behavior. The mites preferred, and stayed longer on, nurse bees free from fungal spores over bees carrying fungal spores. Our study provides the first evidence of sub-lethal behavioral effects of a fungal biocontrol agent against Varroa mites.

Daraus Zitat:
Several substances have been tested for their effects on Varroa orientation behavior in similar experiments as done in our study. Investigations of compounds that are produced
by the honeybee itself like the Nasanov pheromone (Hoppe and Ritter 1988) and cuticular hydrocarbons (Del Piccolo et al. 2010) increased the knowledge about how the mites recognize their favored host, the nurse bee. The Nasanov pheromone is produced in larger abundance by older forager bees (Picket et al. 1980). This pheromone exerts a repellent effect on the mites, as does its main component geraniol (Hoppe and Ritter 1988). Del Piccolo et al. (2010) found that forager and nurse bees differed in production of (Z)-8-heptadecene, which also acted as repellent. Kraus (1990) discovered the repellent function of 1-octanol, a honeybee alarm pheromone.

Repellent properties of compounds that do not naturally occur inside the hive have been detected in substances derived from plants like various essential oils (Imdorf et al. 1999; Ruffinengo et al. 2005), ethanolic extracts (Damiani et al. 2011) or the oil extracted from neem seeds (González-Gómez et al. 2012). Especially essential oils and their single components have been found to influence the mites’ behavior (Imdorf et al. 1999). Most of them exhibit repellent properties, for example oil of lavender or citral (Kraus 1990), while only a few are attractive to the mites, for example oil of clover or eugenol (Kraus 1990). To successfully disturb the reproduction of V. destructor the repellent properties must be rather strong. Only few substances were efficient in field trials (Ruffinengo et al. 2005). Combined with toxicity, however, repellency, as sub-lethal effect, can be a useful asset for Varroa control (Damiani et al. 2011) and is already exploited by several acaricidal products (Rosenkranz et al. 2009).


Plus den Pilzsporen, die auch abschreckend auf die Milben wirkten.
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.


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