Flügeldeformation(svirus)

Alles rund um die Varroabehandlung im Warré-Bienenstock.
garret
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Flügeldeformation(svirus)

Beitragvon garret » Fr 5. Sep 2014, 15:35

Hat jemand Erfahrung mit deformierten, unterentwickelten Flügeln an Jungbienen ? Aus einem meiner stärksten Völker (hohe Varroabelastung im Juli/August) kommen laufend welche (erstmalig Mitte August). Zwar nur vereinzelt, aber sichtbar. Kann sich das auch wieder geben? Das Volk schaut an sich recht stabil aus - manche Quellen sprechen von einem möglichen Zusammenbruch innerhalb von Tagen ?? Grüße, Ernst

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Rumpel
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Re: Flügeldeformation(svirus)

Beitragvon Rumpel » Di 9. Sep 2014, 08:50

Das Volk schaut an sich recht stabil aus

Noch, manchmal geht es schnell, und manchmal dauert's bis ins Frühjahr.
Denn iss de Hütt leer.
Ich hab eines Not behandelt, aber ist nicht in meinem Sinn.
Zumindest weiss ich welche Herkünfte es sind.
Mal wieder eine Lernphase von mir, anders geht es nicht mit mir alten Sturkopp. :lol:
http://www.ruf-der-wildnis.de/varroa_schwarm.html
Gruss Jörn
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Re: Flügeldeformation(svirus)

Beitragvon Rumpel » Di 9. Sep 2014, 11:57

Habe gerade gesehen das Bernhard im IF. was dazu geschrieben hat, ich bin ja nicht immer seiner Meinung.
Aber wo er recht hat hat er recht, wenn das Volk schon gelitten hat, muss das Mittel der Wahl stimmen.
Also wenn schon lädiert, nicht noch eine Keule AS. drauf.
Grüsse Jörn
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Re: Flügeldeformation(svirus)

Beitragvon zaunreiter » Di 9. Sep 2014, 13:47

Hallo Ernst,

meistens sind das die Anzeichen vom Ende des Volkes. Bei den Überlebensversuchen war es so, daß die teilweise im Mai solche Symptome zeigten und das ganze Jahr über ganz gut aussahen aber spätestens im Herbst dann gestorben sind. Wenn jetzt - in der Zeit, in der die Winterbienen aufgezogen werden - solche Bienen mit verkrüppelten Flügeln auftreten, ist das kein gutes Zeichen. Die geschädigten Bienen leben nicht lange genug, um über den Winter zu kommen.

Für Erik Österlund ist dieses Symptom der deformierten Flügel das Signal zur Notbehandlung, danach selektiert er seine Völker bei der Resistenzzucht.

(Zitat)
When to treat
...had to find a way of deciding when to treat. I know counting mites is proposed by many. But for me it’s too laborious. And it’s not actually the mites that kill the colonies but viruses (and other pathogens like nosema). More easily with bad chemicals in the colony. The virus affecting the colonies most frequently in connection with Varroa is DWV (visible effects being crippled wings and abdomens).

Also it’s the virus most easily seen the effects of early enough to take action upon seeing. I knew I was going to have some APV effects by not counting mites. And loose some hives due to that. I hoped not more than I could live with. So I concentrated on DWV and due to my experiences during 2008 I decided to ignore when seeing just a few crippled bees in a hive when checking.

When seeing at least three-four crippled bees on brood combs when lifting at least three such combs during a check of the broodnest, or when seeing the same number in front of the hive crawling on the ground, then I decided I would give the hive one piece of dishcloth with thymol on top of the frames of the uppermost brood box. (Zitatende)
aus: http://www.elgon.se/story-2008/Varroa_attacks.pdf
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Re: Flügeldeformation(svirus)

Beitragvon stefanzo » Di 9. Sep 2014, 20:24

Zitat ",danach selektiert er seine Völker bei der Resistenzzucht."
Hier bin ich anderer Meinung. Bienenvölker die eine Krise überstanden haben, behalte ich, da ich der Meinung bin, das ihre Immunkräfte daraus gelernt haben. Aber wie gesagt, dies ist meine Auffassung der Dinge.
mfg stefanzo

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Re: Flügeldeformation(svirus)

Beitragvon Rumpel » Mi 10. Sep 2014, 07:53

Hier bin ich anderer Meinung.

Als wer?
Was macht Erik anders mal abgesehen vom Mittel vielleicht.
Ich wusste gar nicht das er so vorgeht, also danke Bernhard für die PDF. die kannte ich noch nicht.
Aber der Weg von Erik mal abgesehen von der Rasse ist meiner auch, ich habe mir das lange angesehen und rumprobiert.
Ich werde es versuchen, also nicht die Milbe Murksen sondern schrittweise anpassen, verluste hab ich da schon eingeplant.
Grüsse Jörn
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Re: Flügeldeformation(svirus)

Beitragvon zaunreiter » Mi 10. Sep 2014, 09:34

Mit etwas (Milben-)Erfahrung muß man es ja auch gar nicht zu Verlusten kommen lassen, sondern kann den Verlust "vorwegnehmen", indem man das Volk behandelt und auflöst. Sicher muß man die Völker dazu an die Grenzen bringen, doch Du entwickelst sehr schnell ein Blick dafür, wann es zu viel ist für das Volk. Du mußt die Völker ja nicht unnötigerweise lange leiden lassen. Außerdem belastet ein zusammenbrechendes Volk die Population zusätzlich, so daß es zu einem Dominoeffekt kommt und der Bienenstand zusammenbricht.

Deswegen ist die Vorgehensweise und Denkweise von Erik Österlund nicht ganz verkehrt.

Außerdem lohnt es sich, bereits varroafestere Herkünfte an Bienen zu verwenden, weil einige Leute ja schon lange Vorarbeit geleistet haben und die Arbeit zeigt schon ihre Wirkung. Hier denke ich an Paul Jungels. Seine Königinnen werden über Jos Guth vermehrt. (Luxemburg) Oder eben Erik Österlund in Schweden. Oder eben die AGT - die Arbeitsgemeinschaft Toleranzzucht in Deutschland. Siehe: http://www.toleranzzucht.de oder http://www.toleranzzucht.de/zuchtprogra ... taetstest/

Ist auch nicht alles Gold was glänzt, aber insgesamt kann man schon erkennen, wenn in der Herkunft schon auf Varroafestigkeit vorselektiert wurde.

Wenn irgendwo Krüppelflügel sichtbar werden, ist für mich das Zeichen, das Volk aus der Selektion rauszunehmen und zu behandeln. Ganz einfach. Da ist die Krise schon lange im Gange und hat den Bogen überspannt.

Gruß
Bernhard
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Re: Flügeldeformation(svirus)

Beitragvon Rumpel » Mi 10. Sep 2014, 10:07

Ja da bin ich im grossen ganz deiner Meinung, aber ein Paar eigene Erfahrungen muss ich wohl machen müssen. :)
LG. Jörn
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Re: Flügeldeformation(svirus)

Beitragvon zaunreiter » Mi 10. Sep 2014, 11:16

Bei Dir mache ich mir da keine Sorgen!
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Re: Flügeldeformation(svirus)

Beitragvon garret » Mi 10. Sep 2014, 16:14

Danke für die Antworten, obgleich sie nicht ermutigen. Hab auch schon an die Herkunft meiner Schwärme gedacht, hab diesen von einem Schwarm"jäger" bekommen, da gibt es also keine Rückverfolgbarkeit (was ja auch keinen Unterschied mehr macht). Interessant finde ich dabei, daß die Milbe genau dieses Virus überträgt (Programm: "wir brauchen keine Flügel mehr"), im Endeffekt würde die Biene quasi zur Ameise, wenn sie es überlebte. Dann hätte die Milbe weniger Stress (oder Flugangst :| ). Grüße, Ernst


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