Varroabehandlung in der Warrébeute

Alles rund um die Varroabehandlung im Warré-Bienenstock.
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zaunreiter
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Re: Varroabehandlung in der Warrébeute

Beitragvon zaunreiter » Fr 12. Jul 2019, 09:21

Christine hat geschrieben:es ist schade, dass Du in der letzten Zeit so spöttische und teils kryptische (http://www.immenfreunde.de/forum/viewto ... 174#p23174) Beiträge verfasst.


Das ist kein Spott, sondern die Wahrheit. Die will aber keiner hören. Lieber in einer Illusion leben. :think:
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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zaunreiter
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Re: Varroabehandlung in der Warrébeute

Beitragvon zaunreiter » Fr 12. Jul 2019, 09:23

Zum Verhalten von Oxalsäure im Bienenstock:

viewtopic.php?f=16&t=71&p=19918
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Math.
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Re: Varroabehandlung in der Warrébeute

Beitragvon Math. » Fr 12. Jul 2019, 10:40

moin zusammen,

oxalsäure verdampfen ist in deutschland KEIN zugelassenes mittel.
sollte das veterinäramt davon wissen, kann es sein, dass sie eure imkerei dan schließen könnten.

ich empfehle im juli von allen völkern kunstschwärme zu machen und die dann mit oxuvar zu behandeln.
das gibt es sehr preiswert (ab 10,45) direkt beim hersteller.

alles gute für eure bienen.
schöne zeit

math

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Re: Varroabehandlung in der Warrébeute

Beitragvon Christine » Fr 12. Jul 2019, 18:50

zaunreiter hat geschrieben:Das ist kein Spott, sondern die Wahrheit. Die will aber keiner hören. Lieber in einer Illusion leben. :think:


Ich kann die Wahrheit verkraften, keine Sorge. Mir ging es um äußerst kurz angebundene Einwürfe von oben herab, die einen Anfänger meist ratlos und begossen dastehen lassen.

Mir ist klar, dass es für Dich Selbstverständlichkeiten sind, aber man kann sie dennoch freundlich und mit ein paar erklärenden Worten schreiben, statt einfach was hinzuknallen und mit den Augen zu rollen, weil die Idealisten-Anfänger halt mal wieder die einfachsten Dinge gefragt haben.

Es ist mittlerweile sehr schwierig geworden, in diesem Forum rauszufinden, was denn der aktuelle Stand der Erfahrungen ist. Ihr habt vor Jahren angefangen und nach und nach dazugelernt. In den Threads stehen kilometerweise Dinge, die heute möglicherweise überholt sind. Von nicht mehr funktionierenden Links (ganz klar nach so vielen Jahren, ist keine Kritik) mal abgesehen. Also frage ich eben den mit der meisten Erfahrung.

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Re: Varroabehandlung in der Warrébeute

Beitragvon Christine » Fr 12. Jul 2019, 19:06

Math. hat geschrieben:oxalsäure verdampfen ist in deutschland KEIN zugelassenes mittel.
sollte das veterinäramt davon wissen, kann es sein, dass sie eure imkerei dan schließen könnten.

ich empfehle im juli von allen völkern kunstschwärme zu machen und die dann mit oxuvar zu behandeln.
das gibt es sehr preiswert (ab 10,45) direkt beim hersteller.


Danke für den Hinweis, Math.

Für unsere bisherigen Zandervölker ist die Behandlung schon seit Jahren klar, weil gleich nach der Linde geschleudert und dann mit Zuckersirup aufgefüttert wird. Da kann ich schon Anfang Juli behandeln, falls die Windel sagt, dass es eilt.

Aber für meine künftigen Warré-Völker und die der mitlesenden Warré-Anfänger soll es ja anders (und auch zeitlich entspannter, weil Einfütterung entfällt) laufen. Die Kunstschwarmbildung bedeutet, dass ich auch bei Warré schon im Juli Honig ernten muss (weil das vor der Behandlung geschehen muss). Ich habe somit keine Möglichkeit, den Honig noch im Volk reifen zu lassen, evtl. auch noch spätere Läppertracht mitzunehmen. Oder denke ich falsch?

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Re: Varroabehandlung in der Warrébeute

Beitragvon Deichkind » Fr 12. Jul 2019, 20:08

Das mit den Kunstschwärmen finde ich grundsätzlich noch verstehenswert, ich eröffne an geeigneter Stelle ein Thema.
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Re: Varroabehandlung in der Warrébeute

Beitragvon Deichkind » Fr 12. Jul 2019, 20:28

Math du sprichst jetzt aber von Rähmchen-/Mittelwandvölkern oder? Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Juli-Kunstschwarm im
Stabilbau noch auf die zwei ausgebauten Überwinterungszargen kommt?
Und was passiert mit dem Rest? Brut/Waben? Brutscheune auslaufen lassen, behandeln und dann rückvereinigen?
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Re: Varroabehandlung in der Warrébeute

Beitragvon Math. » Do 18. Jul 2019, 12:47

moin.
in diesem jahr bin ich erst mit warre beuten angefangen,
aber ich imkere seit zehn jahren in großraumbeuten.
da mache ich ende juli von allen völkern kunstschwärme.
dann lasse ich sie drei tage hungern und füttere sie dann bis anfang november oder später, so lange es warm genug ist.

kunstschwarmbienen bauen die waben in großraumbeuten in wenigen wochen so aus, wie es für ihre größe gebraucht wird:
von 6 - 8 großwaben.

das geht fix.

und man hat in einer wichtigen varroa zeit wenige milben und alle neue waben. gut für die gesundheit der bienen.

also: das wird bei warree beuten auch fix gehen.
schöne zeit

math

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Re: Varroabehandlung in der Warrébeute

Beitragvon zaunreiter » Mi 28. Aug 2019, 11:00

Ich möchte hier eine aktuelle Warnung herausgeben.

In diesem Jahr gibt es eine erhöhte Aktivität der Varroamilben. Das wird landauf landab von einer ganzen Anzahl von aufmerksamen Imkern beobachtet.

Schon im Frühjahr zeichnete sich diese Entwicklung ab.

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Da entstanden bei Behandlungsbeginn Bilder mit vielen Milben auf den Bodenbrettern:

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Nehmt euch die Zeit und beobachtet den Verlauf der Behandlung ganz genau.

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Mit einem Zählgerät lassen sich die Milben gut zählen.

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Wenn die Behandlung wirkt, sind auch immer ganz junge Milben (ganz hell) und Milbenmännchen auf dem Bodenbrett zu finden. Hier eine kleine Varroafamilie:

PHOTO-2019-08-26-16-26-19 8.jpg


Ich empfehle bei der Situation dieses Jahr (2019) eine Kombination eines kurzfristig und eines langfristig wirkenden Mittels. So fallen in den ersten Tagen fast alle phoretischen Milben - meist so zwischen 500 und über 1.000 Milben. Danach erreicht das langfristig wirkende Mittel die nun schlüpfenden Milben.

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Die Behandlung läuft ja schon seit Juli. Ich kann aber nur noch mal dringend dazu ermuntern, dieses Jahr JETZT den Befall nochmal gründlich zu kontrollieren.

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Re: Varroabehandlung in der Warrébeute

Beitragvon Math. » Fr 30. Aug 2019, 11:14

was zaunreiter hier mit vielen fotos zeigt, kann ich leider auch bestätigen.
bei imkerkollegen, die letztens bei nicht so warmem wetter mit as behandelt haben, fallen soooo viele milben heruntern.
auweia.

andere völker sind schon im juli zusammengebrochen (konnte da leider nicht mehr helfen, weil ich zu spät informiert wurde).

leider ist es aber auch so, dass kranke (varroa) völker oft auf alten waben sitzen.

deshalb: tauscht eure waben regelmäßig aus.

ach ja:
noch was zum honig und reife.
bei uns ist immer ende juli schon lange schluss mit dem großen honigsammeln.
der sommerhonig hat dann eine restfeuchte von ca 16%.

wer den nicht selbst essen möchte, kann ihn ja nach einem kunstschwarm einige wochen später wieder zurück geben.
allerdings solltet ihr bedenken:
honig mit viel mineralien sind schlecht für die winterbienen - die müssen dann schnell wieder "zum topf" nach draußen und ihren darm entleeren.
wenn es aber zu lange zu kalt ist, gibt es durchfall in den beuten - und dann ist auch schnell schluss.
schöne zeit

math


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