futterzargen Erfahrungen

Alles für die Einfütterung der Bienen im Warré-Bienenstock.
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pmb379
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Re: futterzargen Erfahrungen

Beitragvon pmb379 » Mo 25. Jun 2012, 17:51

Hallo Mandy,

ja, genau so mache ich das auch. Sehr stressarm für mich und die Bienen. Auch das Füttern geht ganz stressarm vor sich. Normalerweise, wenn ich nicht mit dem Spiegel nachsehe, öffne ich die Schublade nur 2 Zentimeter und gieße aus einer Gießkanne für Zimmerpflanzen nach.

Wenn ich einen Schwarm einlogiere, dann baue ich den Fütterer gleich von vornherein unten mit ein.

Letztes Jahr hatte ich der Einfachheit erst mit einem Honigglas und dann mit einem oben offenen Topf mit Korken sommer-gefüttert. Da hatte ich nicht so viel Glück - ich denke das ewige Aufreißen der Beuten, und - wer weiß - vielleicht auch die erwähnte Orientierung der Bienen nach oben mögen gestört haben. Auch hatte ich wegen der größeren Menge manches Mal Probleme mit beginnender Gärung im Futter. Ich hatte auch eine Pappe mit einem Loch für das Honigglas auf den Oberträgern liegen, die in kürzester Zeit in Streifen vor dem Flugloch lag. Alles um den späteren Futtertrog (in einer Leerzarge) wurde mit Waben bebaut und zusammengeklebt. Ich denke, die Leerzarge mit Trog ist für eine schnelle Winterauffütterung sicher nicht so schlecht, aber zur dauernden Sommerfütterung eines Schwarms bei Schlechtwetterperioden eher nicht so toll.

Das ist jedenfalls einer der fünf oder so Punkte, die ich dann nach dem letztjährigen Mißerfolg für dieses Jahr geändert habe.

Generell meine ich inzwischen, daß Warre, der oft, aber nicht immer begründet, warum er etwas so und nicht anders macht, oft im Detail überraschend recht hat. Ich habe für mich jedenfalls beschlossen, erstmal von "Verbesserungen" seines Systems abzusehen (abgesehen von allem, was mit Varroa zusammenhängt, offensichtlich), solange ich nicht wirklich und aus eigener Erfahrung weiß was ich da tue.

Ich finde jedenfalls, nachdem ich jetzt ein Jahr ohne, und dieses Jahr mit Sommerfütterer gearbeitet habe (für Schwärme), daß der Sommerfütterer - genauso wie er im Buch beschrieben ist - für mich ziemlich gut funktioniert. Er scheint auch den Bienen gut zu tun. Einige weitere Sommer müssen natürlich noch abgewartet werden ...

Gruß,
Peer

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HBiene
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Re: futterzargen Erfahrungen

Beitragvon HBiene » Do 9. Aug 2012, 11:59

Hallo Bernhard,

ich würde mir gerne mal den Großen Fütterer ansehen. Über welchem Händler kann man diesen beziehen?

LG
Harald
Viele Grüße aus Franken
Harald

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zaunreiter
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Re: futterzargen Erfahrungen

Beitragvon zaunreiter » Do 9. Aug 2012, 12:42

Den großen Fütterer habe ich noch in keinem Laden gesehen, zumindest nicht nach dem originalen Bauplan. Die meisten sind viel kleiner gehalten und anders gebaut.

Nicht immer zum Vorteil, wie ich finde. Der große Fütterer nach Warré ist ganz gut durchdacht. Da paßt erstmal genug rein - eben eine Zarge voll Futter! - und durch die Schräge läuft das Futter auch nach vorne zum Aufstieg und so müssen die Bienen zum Ausschlecken nicht zwingend in den Futterraum. Die Bienen können auf voller Breite das Futter abnehmen, was eine schnelle Abnahme des Futters ermöglicht.

Auf der anderen Seite ist es ein Mordstrumm und muß das ganze Jahr über irgendwo gelagert werden. Und Du mußt möglichst für jede Beute einen Fütterer bauen. Du könntest zwar von Stand zu Stand einfüttern, aber das ist in der Praxis oft sehr umständlich. Die einen Bienen nehmen das Futter schneller ab als die anderen und die Wochen fliegen ins Land.

Am besten geeignet sind volle Honigzargen. Einfach von dem Volk mit viel Honig auf das Volk mit wenig Honig stellen - fertig.

Viele Grüße
Bernhard
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Re: futterzargen Erfahrungen

Beitragvon m4fish » Mi 15. Aug 2012, 19:43

So sieht mein Fütterer (Holtermann) aus. Innenhöhe 7 cm, es passen fast vier Liter rein. Halb voll dauerte es einen Tag bis er geleert war. Dem Kunstschwarm habe ich einen vollen Fütterer aufgesetzt und der war in ein paar Tagen leer. Die haben gebaut wie die verrückten. Gefüttert habe ich mit Apiinvert. Da braucht man keine Angst vor Gärung etc. haben. „Kräutertees“ oder Brennnesseln habe ich noch nicht probiert. Das einzige was ich in dieser Richtung aktiv teste, ist die Bepflanzung mit Kapuzinerkresse. Zwei Beuten stehen über Kapuzinerkresse, da ich irgendwo gelesen habe, dass es gegen die Varroamilbe helfen soll. In den nächsten Wochen werde ich mal den Windeltest machen und sehen ob es einen Unterschied zu den Bienen ohne Kresse gibt.
Grüße Micha
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Re: futterzargen Erfahrungen

Beitragvon KMP » Mi 15. Aug 2012, 20:11

m4fish hat geschrieben:Zwei Beuten stehen über Kapuzinerkresse, da ich irgendwo gelesen habe, dass es gegen die Varroamilbe helfen soll.


Aha. Also ich drücke die Daumen, zumal bei meiner Kiste auch eine kleine Kapuzinerkresse von Ausfallkörner (nicht -- dieses Jahr -- von mir gesät) sich hoch zieht.

-K
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Re: futterzargen Erfahrungen

Beitragvon Didi » Mo 24. Jun 2013, 09:21

Darf ich mich hier auch nochmal einklinken?
Ich habe auch eben diese Futterzarge von Holtermann. Jetzt wollte ich gestern nachfüttern und eine große Menge Bienen waren IN der Zarge. *panic*. Dieses Gitter schloss nicht bis zum Boden und die Bienen sind drunter durch und haben die Reste angetrockneten Zuckerwassers dort bearbeitet. Das kann so nicht gedacht sein?!
So kann ich ja nicht nachfüllen. Kann ich das Gitter mit Wachs nach unten abdichten?

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Re: futterzargen Erfahrungen

Beitragvon kaibee » Mo 24. Jun 2013, 09:28

m4fish hat geschrieben:Das einzige was ich in dieser Richtung aktiv teste, ist die Bepflanzung mit Kapuzinerkresse. Zwei Beuten stehen über Kapuzinerkresse, da ich irgendwo gelesen habe, dass es gegen die Varroamilbe helfen soll.

http://www.apis-ev.de/uploads/media/SHVarroa.pdf
Seite 20, "zweifelhafte Verfahren"
Darauf würde ich mich nicht verlassen...

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Re: futterzargen Erfahrungen

Beitragvon obstbaumfreund » Mo 19. Aug 2013, 21:31

Hallo,

nach der ersten größeren Kontrolle meiner zwei Schwärme vom Anfang Juni fand ich in einer Beute 1 1/2 und in der zweiten Beute zwei vollständig ausgebaute Zargen mit Brut vor. Aber bei beiden Völkern weit und breit kein Honig, also habe ich mit dem Warré-Fütterer jedem Volk fünf Liter Futter oben drauf gestellt. Innerhalb von 24h waren die fünf Liter von beiden Völkern ausgeschleckt. Daa ich nur einen Fütterer habe mußte ich gesternabend wechseln und fand es irgendwie streßig für die Bienen des ersten Volkes. Die mußten ja mit Rauch und einem kräftigen Ruck vor dem Flugloch den Fütterer verlassen, damit ich ihn bei meinem zweiten Volk, nachdem ich nachgefüllt hatte, aufsetzen konnte.

Hat jemand Erfahrung mit dem großen Fütterer und eine elegantere Variante, außer einen zweiten Fütterer einzusetzen, den Wechsel vorzunehmen?
P1040669.jpg
Innenansicht, erste Beute
P1040673.jpg
Innenansicht, zweite Beute


Ciao und Danke für Eure Tipps
Obstbaumfreund
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Re: futterzargen Erfahrungen

Beitragvon zaunreiter » Mo 19. Aug 2013, 22:02

Was spricht gegen einen zweiten Fütterer? Du wirst den sowieso benötigen, wenn Du zwei Völker weiterführen willst. :idea:

Ansonsten: viewtopic.php?f=14&t=506&start=0
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Re: futterzargen Erfahrungen

Beitragvon obstbaumfreund » Mo 19. Aug 2013, 23:15

... eigentlich spricht nichts dagegen. Deinen Hinweis, Bernhard, auf den umgedrehten Futtereimer find ich schon schick, als Nostalgiker möchte ich näher an der alten Technik von Abbé Warré bleiben. Vielleicht habe ich ja den Fütterer zu früh abgenommen, es war ja noch ein kleiner Schluck drin oder zur falschen Zeit (abends)?

Aber über die Entwicklung meiner Schwärme bin ich ganz froh, denn ausgehend vom Ausbaugrad sieht es für eine erfolgreiche Überwinterung doch ganz gut aus, oder? Mit dem zweiten Fütterer werde ich wohl am Wochenende gleich beginnen.

Caio
Obstbaufreund
keine leere Beute mehr, zwei Schwärme gefangen, Adrenalin pur!


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