futterzargen Erfahrungen

Alles für die Einfütterung der Bienen im Warré-Bienenstock.
stefanie
Beiträge: 5
Registriert: Do 9. Jun 2011, 08:44

futterzargen Erfahrungen

Beitragvon stefanie » Do 23. Jun 2011, 12:26

Hallo ! Hat jemand schon Erfahrung mit Warre´futterzargen gemacht?
Wir haben ein schwaches Volk , was zugefüttert wird. beim draußenfüttern fressen aber andere Insekten mit.
Jetzt habe ich mir eine Futterzarge bestellt. Hat schon jemand eine in Benutzung ?
Wie oft füllt ihr die Zarge auf ? Füttert ihr nur Zuckerwasser oder auch Honig?
Freue mich auf antworten

MünsterMicha
Beiträge: 5
Registriert: Fr 27. Mai 2011, 06:28
Wohnort: Münster Westfalen

Re: futterzargen Erfahrungen

Beitragvon MünsterMicha » Do 23. Jun 2011, 14:12

Hallo Stefanie,

ich stand vor dem gleichen Problem und habe mich gegen den aufgesetzten großen Fütterer entschieden (der sich für schnelle Fütterung großer Menge im Herbst eignet) und stattdessen eine Light-Version des von Warre beschriebenen kleinen Fütterers (der als Schublade untergesetzt wird) gebastelt: Ca. 5 cm hohe Leisten ringsum in den Maßen und der Breite der Zargen; Quer-Verstärkungsleiste in der Mitte; die hintere Leiste mit zwei Griffen versehen, so dass ich sie herausziehen kann unter den Zargen. Dort rein schiebe ich meine aufgeschnittenen Tetra-Packs mit 200-300ml Zuckerwasser pro Abend für kontinuierlichen Futterstrom. Einen Löffel Honig rühre ich mit rein und etwas Melisse, die Bienen scheinen es zu mögen, kann aber auch meine Einbildung sein.... Liebe Grüße Michael

Benutzeravatar
zaunreiter
Administrator
Beiträge: 4667
Registriert: Do 5. Aug 2010, 19:14
Wohnort: Niederrhein
Kontaktdaten:

Re: futterzargen Erfahrungen

Beitragvon zaunreiter » Do 23. Jun 2011, 22:42

Ich imkere seit sieben Jahren mit dem Warréstock und nutze seither auch den sogenannten "großen Fütterer". Den kleinen Fütterer, der von unten bedient wird, habe ich zwar gebaut - aber ich empfinde ihn als unbrauchbar. Das haben mir auch weitere schon bestätigt. Ich füttere daher von oben mit dem großen Fütterer. Das funktioniert ausnahmslos gut. Ich habe noch kein bequemeres Futtersystem anderswo entdecken können.

Ich halte nicht sehr viel von der Fütterung von Zucker, weil Zucker im Gegensatz zu Nektar oder Honig wenig Säuren enthält und damit den pH-Wert im Stock verändern kann. Das wirkt sich auf die Mikroben im Bienenstock aus, von denen es im Bienenvolk immerhin mindestens 5.000 Arten gibt. So viele Arten wurden nämlich schon gezählt.

Auf der anderen Seite der Medaille ist es so, daß Honig nicht ideal ist, wenn es um das Wabenbauen geht. Nektar enthält sehr viel mehr Wasser als Honig und mit Nektar können die Bienen den Wachs besser ausschwitzen. Nun könntest Du vielleicht auf die Idee verfallen, den Honig mit Wasser zu versetzen - das kann aber schnell wortwörtlich in die Hose gehen, denn solch ein Honigwasser gärt sehr schnell. Wie beim Ansatz von Met (Honigwein). Das ist den Bienen überhaupt nicht zuträglich.

Also gehe ich den Mittelweg und füttere Zuckerwasser mit Zusätzen. Diese Zusätze sind ätherische Öle, ein Löffel Honig und mittlerweile Brennesseltee, der sich als überraschend positiv für die Bienen erweist.

Ich versuche möglichst nicht zu füttern. Das ist möglich bei sehr frühen Schwärmen Ende April/Anfang Mai mit sehr viel Tracht zu der Zeit und sogenannten Vorschwärmen.

Bei späten Schwärmen und bei Nachschwärmen ist es tatsächlich besser zu füttern. Nicht zwingend immer, aber in diesem Jahr, wo alles an Tracht früher begann und eben auch früher endete.

Das Füttern hat den Hintergrund, daß im Bienenstock alles von einer guten Versorgung der Brut abhängt, die gesamte gesundheitliche Entwicklung und die Entwicklung der Volksstärke. Wenn zu Anfang die Bienen nicht aus dem Pott kommen, sind sie gefährdet, den nächsten Winter nicht gut oder überhaupt nicht zu überstehen.

Wer schon BIenenvölker hat, kann sehr komfortabel eine volle Honigzarge von einem letztjährigen Volk entnehmen und dem Ableger oder Schwarm aufsetzen. Die Bienen holen sich dann Wasser und bedienen sich so am Honig. Der Honig gibt ihnen die Energie, überhaupt aus dem Stock zu fliegen und Pollen&Nektar zu holen. Hungrige Bienen fliegen kaum, weil sie zu schwach sind. Auch das ist ein Grund zu füttern.

Eine Anmerkung noch: Das Draußenfüttern ist zu unterlassen! Erstens lockt es neben fremden Bienen noch Wespen an - beide werden dann irgendwann das schwache Volk ausräubern, was unweigerlich zum Eingehen des Volkes führt. Außerdem verbreiten sich auf diesen Weg Krankheiten der Bienen. Deswegen wird mit dem Fütterer gefüttert und das Flugloch stark eingeengt. Oder es wird überhaupt nicht gefüttert. Die Risiken sind zu groß und unter Imkern ist das Füttern außerhalb des Bienenstockes zurecht verpönt.

Zum Einfüttern als Vorbereitung zum Winter eignet sich Honig sehr gut. Dieser Honig sollte möglichst aus der eigenen Imkerei stammen, da Du dir ansonsten Krankheiten in deine Bienenvölker holst. Dieser Honig wird dann auch mit dem großen Fütterer verabreicht.

Viele Grüße
Bernhard
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

kaibee
Beiträge: 626
Registriert: Mo 9. Mai 2011, 21:53
Wohnort: Essen

Re: futterzargen Erfahrungen

Beitragvon kaibee » Fr 24. Jun 2011, 10:16

Danke für die Ausführungen. Ich wollte in Zukunft auf Fütterung mit Zucker verzichten, weil ich es nicht gut finde, Honig zu entnehmen und billigen Zucker nachzufüttern. Das mit der Gährung wusste ich allerdings nicht. Wie schnell beginnt denn die Gährung? Ich würde eh eher weniger füttern als zu viel. Daher in kleinen Mengen und lieber häufiger nachfüllen. Das würde die Gährung schon mal unterbinden.

Eigentlich will ich gänzlich auf Fütterung verzichten. Der Standort meiner Bienen hat generell gute Trachtbedingungen. Da sollten die Bienen eigentlich selbstständig für sich sorgen können...

Benutzeravatar
Mellina
Beiträge: 296
Registriert: Do 5. Aug 2010, 22:19
Wohnort: Dresden
Kontaktdaten:

Re: futterzargen Erfahrungen

Beitragvon Mellina » Fr 24. Jun 2011, 13:05

Ich verwende den kleinen Sommerfütterer gern. Um Schwärme und Ableger zu füttern ist er meiner Ansicht nach ideal. Anfangs hatte ich mich noch über den relativ kleinen Inhalt der Schublade gewundert, bis ich festgestellt habe, dass dieser genau der Menge entspricht, die die Bienen in einer Nacht aufnehmen können. Das beugt Räuberei vor, was gerade bei Ablegern sehr wichtig ist. Unser lieber Abbé war schon clever. Und zur Gärung kommt es in dieser kurzen Zeit auch nicht, so dass ich verdünnten Honig füttern kann. Zuckerfütterung lehne ich auch ab.

In altern Imkerbüchern habe ich den Hinweis gefunden, dass von unten gefütterte Völker schneller Wabenwerk bauen, da sie beim Füttern von oben eben auch nach oben tendieren und sich die Königin von dieser allgemeinen "nach-oben-Stimmung" mitreißen läßt, die Hauptbienenmasse hält sich aber gern dort auf, wo die Königin ist. Beim Füttern von unten sei es genau umgekehrt, was dem Wabenbau Vorschub leisten würde.

Noch was zum Sommerfütterer: Wenn ich die Schublade herausnehme, kann ich von unten das Bienenvolk fotografieren und so den Baufortschritt feststellen, ohne die Beute öffnen zu müssen.

Und zu guter Letzt nutze ich die Schublade zur Varroabefallsabschätzung.

LG
Mandy
Bauanleitung Warrébeute, Warrés Handbuch und Bernhards Kurzanleitung: http://www.warre-bienenhaltung.de

Jantje
Beiträge: 67
Registriert: So 19. Jun 2011, 21:16

Re: futterzargen Erfahrungen

Beitragvon Jantje » Fr 22. Jul 2011, 15:29

Und zu guter Letzt nutze ich die Schublade zur Varroabefallsabschätzung.


Hallo Mandy
Die Schublade reicht ja aber doch noch nicht einmal bis zur Hälfte in die Zarge hinein.
Reicht das um einen Überblick über den Varroenfall zu bekommen? (Ich arbeite noch mit Zander, möchte aber über den Winter zwei Warrebeuten bauen)

Kann man den Sommerfütterer nicht fest auf den Boden aufschrauben? Man könnte dann auf die Mittelleiste verzichten und auch eine tiefe Schublade für die Varroakontrolle einschieben. Man bräuchte halt 2 Schubladen.

Grüße Jantje

Benutzeravatar
Mellina
Beiträge: 296
Registriert: Do 5. Aug 2010, 22:19
Wohnort: Dresden
Kontaktdaten:

Re: futterzargen Erfahrungen

Beitragvon Mellina » Fr 22. Jul 2011, 19:24

Hallo Jantje,
der Überblick über den Varroenfall ist natürlich relativ grob, reicht mir aber meistens.

Jantje hat geschrieben:
Kann man den Sommerfütterer nicht fest auf den Boden aufschrauben? Man könnte dann auf die Mittelleiste verzichten und auch eine tiefe Schublade für die Varroakontrolle einschieben. Man bräuchte halt 2 Schubladen.


So etwas habe ich auch geplant, da ich den Fütterer eh immer drunterlasse. Der Boden der Thür-Beute ist so ähnlich, nur etwas höher.

LG
Mandy
Bauanleitung Warrébeute, Warrés Handbuch und Bernhards Kurzanleitung: http://www.warre-bienenhaltung.de

Jantje
Beiträge: 67
Registriert: So 19. Jun 2011, 21:16

Re: futterzargen Erfahrungen

Beitragvon Jantje » Fr 22. Jul 2011, 23:37

Hi Mandy,
wie ist denn das mit dem Verbau nach unten, bauen die Bienen dann nicht in den Füttererrbereich hinein? So das man die Schublade nicht mehr reinbekommt? Müsste es dann nicht auch wieder ein Absperritter geben?

Benutzeravatar
Mellina
Beiträge: 296
Registriert: Do 5. Aug 2010, 22:19
Wohnort: Dresden
Kontaktdaten:

Re: futterzargen Erfahrungen

Beitragvon Mellina » Sa 23. Jul 2011, 10:18

Ich stelle immer rechtzeitig neue Zargen unter, bevor es dazu kommen kann. Auch da ich das Gefühl habe, dass sich die Bienen mit ausreichend Platz zum Aufketten wohler fühlen.
Bauanleitung Warrébeute, Warrés Handbuch und Bernhards Kurzanleitung: http://www.warre-bienenhaltung.de

Benutzeravatar
Mellina
Beiträge: 296
Registriert: Do 5. Aug 2010, 22:19
Wohnort: Dresden
Kontaktdaten:

Re: futterzargen Erfahrungen

Beitragvon Mellina » Mo 25. Jun 2012, 12:08

Entschuldigt, dass ich Eure Brennnesselplauderei unterbreche, aber ich hätte hier mal zwei am Wochenende geschossene Fotos zu weiteren Nützlichkeiten des Sommerfütterers. Unter Zuhilfenahme eines Spiegels und einer Taschenlampe läßt sich damit sehr gut der Baufortschritt in der unteren Zarge kontrollieren - besser als mit Fensterzargen und auf Dauer billiger.
Dateianhänge
Sommerfuetterer01.jpg
Sommerfuetterer02.jpg
Bauanleitung Warrébeute, Warrés Handbuch und Bernhards Kurzanleitung: http://www.warre-bienenhaltung.de


Zurück zu „Warré-Futterzargen“