Fütterer schimmelt

Alles für die Einfütterung der Bienen im Warré-Bienenstock.
Deichkind
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Re: Fütterer schimmelt

Beitragvon Deichkind » Sa 11. Jan 2020, 22:04

Das Puzzle setzt sich weiter zusammen:

ich verbringe aktuell viel meiner freien Minuten mit alten Monatsbetrachtungen. Bei zwei schleswig-holsteinischen Autoren (Staemmler und Pardey) habe ich den Hinweis gefunden, den Aufstiegswinkel zu entfernen und stattdessen Schwimmer zu verwenden damit die Bienen die Futterzarge reinigen können. Herr Pardey spricht sogar explizit von Schimmelgefahr. Da habe ich im Sommer mit meiner dünnen Zuckerlösung die permanent auf den Völkern stand, ohne dass die Zargen zwischengereinigt wurden, eine Zuchtkultur angelegt.



https://www.imkerschule-sh.de/index.php ... ardey.html
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Schlossimker
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Re: Fütterer schimmelt

Beitragvon Schlossimker » So 12. Jan 2020, 02:35

Deichkind hat geschrieben:den Hinweis gefunden, den Aufstiegswinkel zu entfernen und stattdessen Schwimmer zu verwenden damit die Bienen die Futterzarge reinigen können...
Hallo Deichkind, naja, ich hab gelesen, dass man das auch ohne Schwimmhife machen kann. Einfach den Durchgang von der "Bienentrinkseite" zum Futterbehälter (da wo das Zuckerwasser durch läuft) so hoch machen, dass die Bienen durch laufen können, wenn es leer getrunken ist. Dann putzen sie alles. Dann hast aber da die Bienen drin - und einfach nach schütten ist dann nicht (das wäre dann wieder mit Rauch in der Futterzarge zu lösen :( ). Vielleicht wird es den Bienen ja nach Wochen langweilig und sie gehen nicht mehr rein. Aber neugierig sind sie ja eigentlich immer. Bei mir waren sie z.B. auch nicht einfach aus der Futtertasche raus zu bekommen, und bei deren kleiner Grundfläche sind die nicht so schnell hoch gekrabbelt wie der Füllstand stieg, und dickflüssig und klebrig war der Sirup auch...

Es gibt wohl nur:
1) Futtergeschirr nach jeder Benutzung selber reinigen, oder
2) es so zu konstruieren, dass es der Geschirrspüler machen kann (den kannte Warre ja noch nicht, und dann sollten vorsorglich keine Kleinkinder im Haus sein), oder
3) die Bienen unten rein laufen lassen und es putzen lassen - dann müssen alle raus vor dem Nachfüllen sonst ertrinken sie, oder
4) so wie Du gelesen hast - alles "von oben" offen, mit Schwimmhilfe, dann können sie putzen wenn es leer ist, und bei der großen Fläche der Futterzarge kann auch Nachgefüllt werden, wenn noch Bienen drin sind. Sie schwimmen dann auf der Schwimmhilfe und können jederzeit oben herum heraus.

Da fällt mir ein: man könnte die Nachfüllöffnung auch als Rohr bis zum Boden der Zarge ausführen, mit kleineren Löchern unten zum rein laufen des Flüssigfutters. Dann würde es immer von unterhalb der Schwimmhilfe wieder ansteigen. Den Bereich des Rohres und das Rohr selbst können sie dann allerdings auch wieder nicht putzen...

Deinem schwachen Volk wünsche ich auch dass es durch kommt - sind ja viel mehr Bienen durch das Fenster zu sehen als bei mir (vorhandenes Futter musst sicher stellen! Die linke Wabe hat ja noch verdeckeltes, aber Flugloch- und Bienensitzfern kann es nach mehr aussehen als es ist, wenn man nicht an den Bienen vorbei weiter hinter schauen kann - unvedeckeltes kann man so gar nicht ab schätzen, aber sie reißen ja nicht mehr auf, als sie gerade fressen, hab ich beobachtet).

Schlossimker - ein Kaiserfranke.

PS: Meinen Post 2 Beiträge weiter oben muss ich relativieren, weil ich inzwischen schon häufiger gelesen/gehört (youtube) hab, dass nur zu Jahreszeiten wo Bienenflug ist flüssig gefuttert wird, auch wegen Wasser weg bringen(, und kalter Flüssigkeit) . (Vielleicht ist es das beste, sie haben beides, wenn sie noch Futter brauchen, dann können sie sich aussuchen was sie brauchen. Sind ja sehr kluge Tierchen.)
Mein Traum ist, dass Millionen für mich arbeiten, dann mach ich erst recht was ich will!
PS: Ich bin Anfänger 2019+2020, 1 Volk. Ich gebe keine Ratschläge, allenfalls Denkanstöße für Entscheidungen.

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Re: Fütterer schimmelt

Beitragvon zaunreiter » So 12. Jan 2020, 16:05

Wenn Du Weizensirup fütterst, müssen sie auch nicht zwingend putzen, weil da nix schimmelt.

Ansonsten den orginalen Warréfütterer nehmen. Der funktioniert doch super.
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Re: Fütterer schimmelt

Beitragvon zaunreiter » So 12. Jan 2020, 17:43

Der Fütterer von weitem.
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Nahansicht, wo die Bienen das Futter abnehmen. Wenn der Boden des Fütterers wie im Original geneigt ist, läuft das Futter ständig nach.
EB8B8AA3-C421-4774-9DD3-8981FB4BCF7A_1_105_c.jpeg


Die Bienen kommen von rechts über den Aufstieg und gehen links runter.
EB8B8AA3-C421-4774-9DD3-8981FB4BCF7A_1_105_c--1.jpeg


Wenn das Futter nachgefüllt wird – ohne Kontakt mit den Bienen (für unsere Imker wichtig, die vor Bienen Angst haben) –, ertrinken die Bienen nicht beim Nachfüllen.

Zum Schluß wird einfach das Blech abgehoben&entfernt und die Bienen putzen in einer Nacht alles sauber.

Wo ist das Problem? Ist doch ein geiler Fütterer, der alle Probleme, die gar keine sind, löst.
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Re: Fütterer schimmelt

Beitragvon zaunreiter » So 12. Jan 2020, 17:48

In den Bauplänen nochmal für unsere Selbstbastler:

06_Futterzarge Kopie.jpg


Hier die Anleitung:
http://warre-bienenhaltung.de/Warrebeut ... eitung.pdf
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Re: Fütterer schimmelt

Beitragvon Schlossimker » So 12. Jan 2020, 21:54

Danke, dem Selberbastler (weil im Hobbyimkerbereich noch zeitlich möglich) raucht auch mal der Kopf, so das er das naheliegende nicht mehr sieht. Genau, Deichkind, so müsste es gehen: Den Boden ausreichend schräg machen hin zum Bienenabstieg (ausreichend = gut mehr als die üblichen 2% bei Abflussrohren, etc., weil damit auch dickflüssiges nach läuft) und dann noch mit Wasserabweisenden auskleiden. Ökotanten und ich nehmen da Bienenwachs, die Warre (Futter)Zarge ist so klein, das sie in den Backofen passt, auf ca 80-100° aufheizen, heraus nehmen und dann gut Bienenwachs rein legen, und so oft kippen und laufen lassen bis alles wo Flüssigfutter hin kommt und keine Bienen eine gute Wachsschicht hat. (Das mit dem Backofen hab ich bei meinen Buchensperrholz Futtertaschen auch gemacht und hat super funktioniert - nur hatte ich damals nicht so üppig Bienenwachs, das ich es mit dem Pinsel knauserig verstreichen musste. Das ganze muss dann Wasser abweisend sein, und die restlichen Perlen Futterwasser müssen zum Bienenauf/Abstieg laufen können. Dann sollte es gehen. Du solltest den Schimmel und ggf. eingetrocknenten Zucker vorher gründlich entfernen (auswaschen) und alles gut trocknen.
Weniger empfindliche Zeitgenossen nehmen dazu Bottichlack...

Jetzt erinnere ich mich auch wieder, das ganze hab ich doch schon vor 1,5 Jahren hier im Forum wo gelesen - grau sind schon alle Zellen.

Au wei, da muss sich der Meister selbst mal bemühen, dass daraus was wird. Dabei hat er Buch, Vorträge, 400 Völker, die er beeindruckend in der Dadant Honig Fabrik führt und mit zwei Königinnen auch voll bekommt, und... ...am Hals.

Deichkind, wenn ich mich richtig erinnere, hast Du deine Beuten weiß gestrichen, die Futterzarge innen aber nicht. Verbunden mit dem weiter oben, dass Du wochenlang damit gefüttert hast, hat sich da wohl auch das Holz etwas voll gesogen, nicht gereinigt, dann Holz nicht behandelt (Wachs Bottichlack) und sicher kein Holz mit entsprechender Dauerhaftigkeitsklasse verwendet. Kann man (Frau) ja nicht alles wissen - wir wollen ja eigentlich nur Binala halten.

Schlossimker - ein Kaiserfranke

PS: In weißer Farbe habe ich bei den üblichen (Beutenfarben)Versendern Keine Lasur gefunden. Wird wohl Lack sein. Der lässt aber von der wenigen Feuchtigkeit die beim Holz quer zur Maserung diffundiert gar nichts mehr weiter durch - meine ich. Bei deinem feuchteren Klima, verbunden mit dem Holz geringer Dauerhaftigkeitsklasse weniger optimal um dann Feuchtigkeit aus der Beute zu bekommen. Bleibt dann nur das Kissen dazu.
Die Abdeckung der Futterzarge (Glas oder Plexiglas oder Makrolon) wird das Trocknen der Futterzarge auch nicht unterstützt haben. Und über den Bienenaufstieg kommt weiter die 35° warme und Nektar/Flüssigfutter eindicken feuchte Luft bis in die Futterzarge - aber nicht weiter. So wird wohl eins zum anderen gekommen sein, und dann zum Schimmel.
PS2: Das mit dem Backofen, war für meine 9 Waben Warre Zargen eine konstruktionsbedingung, da ich den Ritter vorher gelesen hatte, um sie da drin ggf. gegen Faulbrut desinfizieren zu können. Meine Außenmaße sind 40cm x 40cm x 19cm, und ich hab mit beim Sperrmüll im letzten Herbst schon mal einen Backofen gegriffen. (Und Quadratisch mußte ich auch bleiben - damit ich auch jede Bienenschweinerei ausprobieren kann :D, z.B. Honigzargen abwechselnd um 90° gedreht aufgesetzt, oder die Unger-Methode. Die armen Schlossimkerbienen - so ein Bienenverwursteln.
Mein Traum ist, dass Millionen für mich arbeiten, dann mach ich erst recht was ich will!
PS: Ich bin Anfänger 2019+2020, 1 Volk. Ich gebe keine Ratschläge, allenfalls Denkanstöße für Entscheidungen.


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