Honig gärt?!

Alles rund um die Honigernte.
Kirsche
Beiträge: 8
Registriert: Mo 13. Mär 2017, 22:43

Honig gärt?!

Beitragvon Kirsche » Di 8. Jan 2019, 22:30

Hallo miteinander, ich habe letzten Spätsommer die oberste Honigzarge abgenommen und geerntet. Dafür habe ich die Waben klein geschnitten und einem großen Honig-topf ins Sieb gelegt und über Nacht abtropfen lassen. Über einen Auslaufhahn konnten wir den Honig dann sauber in die Gläser abfüllen. Das Problem, was wir jetzt haben, ist dass der Honig in den Gläsern bläselt (also leicht gärt) und sich bei 2 Gläsern sogar aus den Deckel gedrückt hat. Das gleiche war uns letztes Jahr leider auch schon passiert :cry: . Auf Empfehlung haben wir dieses Mal sehr genau darf geachtet, dass Waben mit noch Restbrut ja nicht ins Sieb kommt, sondern nur die gut verdeckelten Waben. Nun hatten wir dieses Jahr so gehofft ….. Was haben wir falsch gemacht? Und was müssten wir noch beachten/ anders machen? Bei der Warre`- Beute habe ich ja keinen abgetrennten Honigraum. Was habt ihr für Tipps? Und kann man ohne Bedenken den Honig weiter verwenden (privat)? Schmecken tut er, aber ist halt irgendwie großporig /fluffig/ luftig. :?

Benutzeravatar
zaunreiter
Administrator
Beiträge: 4582
Registriert: Do 5. Aug 2010, 19:14
Wohnort: Niederrhein
Kontaktdaten:

Re: Honig gärt?!

Beitragvon zaunreiter » Mo 14. Jan 2019, 17:14

Schwer zu sagen aus der Ferne. Ich denke, es sind aber zwei Möglichkeiten: entweder bei der Produktion oder bei der Lagerung kommt Feuchtigkeit in den Honig.

Wenn der Honig über Nacht abtropft, kann er beim Tropfen natürlich Wasser ziehen. Eine Raumtemperatur von 28 Grad Celsius und eine relative Luftfeuchte unter 50 % sind am besten, um Wassereintrag in den Honig zu verhindern.

Ansonsten führt Temperaturwechsel bei der Lagerung zur Bildung von Kondensationswasser unter dem Deckel. Geringste Tropfen reichen schon für einen Start der Gärung aus. Dann setzt sich eine Kettenreaktion in Gang, denn das weitere zur Gärung notwendige Wasser stammt dann aus dem Honig selbst.

Ich schlage vor, bei der nächsten Ernte einfach zu pressen statt zu tropfen. Bei guter Raumklimatisierung und möglichst sterilen Arbeitsmaterialien. Und dann die Lagerung bis zum Verzehr im Kühlschrank oder Gefrierschrank. Wenn der Honig dann angebrochen wurde, dann sollte er bei gleichbleibender Temperatur gelagert werden, also im Küchenschrank. Nicht in den Kühlschrank und wieder raus. Sondern bei immer gleichen Temperaturen lagern. Für den Verzehr sind 14 Grad Celsius Lagertemperatur eigentlich am besten.
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

Kirsche
Beiträge: 8
Registriert: Mo 13. Mär 2017, 22:43

Re: Honig gärt?!

Beitragvon Kirsche » Mi 16. Jan 2019, 22:11

Hallo Zaunreiter, danke für deine Antwort.
Ich verstehe es nicht, denn ich hatte diese Vorschläge zum Großteil bereits berücksichtigt: Warmer Raum während des Erntevorganges, luftdichter Behälter, Lagerung im Vorratsraum (trocken und gleichmäßig kühl temperiert).
Muss die Wabe zu 100% vollständig verdeckelt sein? Was ist mit Restbrut?
Gibt es einen Trick, evtl. zu viel Feuchtigkeit aus dem Honig zu bekommen?
Und was sagt ihr zur Verwendbarkeit von gärigem Honig?

Lieben Dank für eure Hilfe!!!

Benutzeravatar
zaunreiter
Administrator
Beiträge: 4582
Registriert: Do 5. Aug 2010, 19:14
Wohnort: Niederrhein
Kontaktdaten:

Re: Honig gärt?!

Beitragvon zaunreiter » Mi 30. Jan 2019, 00:25

Die Verdeckelung sagt nichts über den Wassergehalt aus.

Versuche es mal mit einem Bautrockner, der den Raum trocknet.

Gäriger Honig kann eigentlich nur noch sinnvoll als Backhonig – also zum Backen – verwendet werden.
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

Claudia.Potsdam
Beiträge: 32
Registriert: Sa 1. Sep 2018, 10:32

Re: Honig gärt?!

Beitragvon Claudia.Potsdam » Sa 2. Feb 2019, 13:34

Zur Bierproduktion?
ehemals "Claudia.1977"

Benutzeravatar
Math.
Beiträge: 29
Registriert: Di 5. Mär 2019, 20:06
Kontaktdaten:

Re: Honig gärt?!

Beitragvon Math. » Do 7. Mär 2019, 16:01

moin.
für mich hört sich das aus der ferne so an, dass der honig bei der ernte noch zu feucht war, also zuviel wasser noch darin war (mehr als 20%).
wenn der honig aus den waben tropft kann man schon sehen, ob er nicht zu viel wasser enthält, besonders gut sieht man es, wenn er in ein sieb tropft und wie groß der "honigberg" wird, wenn der honig immer auf die gleiche stelle im sieb tropft.

wenn so ein honig noch zu warm gelagert wird, geht es los: er gärt.
zu verkaufen ist er so nicht mehr, lecker auf dem brot ist er auch nicht mehr.
man kann ihn noch als backhonig nutzen.

ich empfehle zu messen des honigs ein fraktometer.
schöne zeit

math

wolfgang54441
Beiträge: 165
Registriert: Sa 10. Jan 2015, 11:35
Wohnort: zwischen Trier und Saarbrücken

Re: Honig gärt?!

Beitragvon wolfgang54441 » Do 7. Mär 2019, 19:15

Hallo

ich musste zum erstenmal 10 kg Honig entsorgen - er gärte

Wahrscheinlich war der Deckel nicht richtig zu. Ich habe an einem Tag den ganzen Honig gepresst und dieser habe ich abgefüllt in Eimerchen.
Der andere Honig ist ok....

Muss noch viel lernen :clap: :clap:
Gruss
Wolfgang

Benutzeravatar
Math.
Beiträge: 29
Registriert: Di 5. Mär 2019, 20:06
Kontaktdaten:

Re: Honig gärt?!

Beitragvon Math. » Do 7. Mär 2019, 19:17

moin,

bei mir kommt der frisch geerntete honig in einen edelstahl-abfülltopf mit gummi-deckel.
darin kann man ihn auch gut rühren und dann einfach abfüllen.
kostet leider etwas - aber hält sicher mein imkerleben lang.

ich vermute, dass beim ernten der honig noch zu feucht war.
schöne zeit

math


Zurück zu „Warré-Honigernte“