Ableger

Wie bilde ich mit dem Warré-Bienenstock Ableger?
beetic
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Re: Ableger

Beitragvon beetic » Mo 28. Mär 2011, 23:52

Hallo Bernhart,

tja, das war zum Einen auch meine Überlegung, sind ein paar Tage mehr Brutpause. Zum Anderen frage ich mich:

wenn ich die Königin nicht suche, ist sie in der oberen oder unteren Zarge, soviel ist sicher. :D

Ist sie unten, und dort waren Weiselzellen, und ich lasse die stehen.... was passiert dann?
Schwärmen sie evtl. trotzdem, sobald die erste Schwarmzelle verdeckelt ist? Eigentlich verlieren sie ja die Hälfte der Brutfläche und später noch den Honigraum und dürften somit zu schwach sein aber funzt das auch immer so - haben die Immen das gelesen? ;)

In welcher Zarge sie weiselrichtig sind, kann ich ja ggf noch erkennen ohne die Königin gesehen zu haben. Pollen tragen mal beide Bien-Teile ein, denn Stifte und Brut haben ja beide noch.
Also sollte man entweder auf Nummer sicher gehen und das Volk herunterrauchen, bevor man die Zargen trennt, in der Annahme, die Königin ist dann ebenfalls mit unten drin oder man bricht die Zellen.
Dann zieht der weisellose Teil nach, erkennbar an Nachschaffungszellen. Der Weiselrichtige nicht, die Königin legt ja weiter.
Somit weiß ich sicher, welcher Anteil nun das Altvolk ist und kann ihm den Honigraum nehmen und auf den "Ableger" stellen. Vorher hat hoffentlich die Rauchmaßnahme geklappt und die Theorie stimmt, dass die Königin unten ist, denn die obere Zarge stelle ich ja zum Einsammeln von den Flugbienen auf den alten Standplatz.

Belehrt mich eines Besseren!
Das sind nur Überlegungen.
Ich hab diese Aktion auch noch nicht durchgeführt. War meine Planung dieses Jahr ggf. Ich bin mir aber nicht sicher, ob mein Volk überhaupt stark genug wird, wir sind hier phänotypisch in der Frühlingsentwicklung noch zurück und es war ein Nachschwarm von 2010.

Viele Grüße

Marion

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Re: Ableger

Beitragvon Mellina » Di 29. Mär 2011, 08:39

Hallo Marion,

welcher Bien-Teil weiselrichtig ist, erkennt man ziemlich schnell. Das sind die, die einfach weiter ihrem Geschäft nachgehen. Der weisellose Teil ist länger unruhig und sucht weinend seine Mutti.

LG
Mandy
Bauanleitung Warrébeute, Warrés Handbuch und Bernhards Kurzanleitung: http://www.warre-bienenhaltung.de

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Re: Ableger

Beitragvon bernhart » Di 29. Mär 2011, 09:48

Wenn man von drei ausgebauten Zargen ausgeht (wie in Warre`s Buch); wo sind denn dann die Weiselzellen zu vermuten? in der obersten oder untersten Zarge? Das wäre ja wichtig für die Überlegung ob man die Königin nun runterraucht oder nicht, oder?

Letztes Jahr war die Entwicklung der einzargig überwinterten beachtlich. Ableger wären kein Problem gewesen; ich hab sie aber letztes Jahr schwärmen lassen. Bei uns holt inzwischen der Frühling ganz gut auf. In 1-2 Wochen geht die Obstblüte los.

gruss
Bernhart

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Re: Ableger

Beitragvon kaibee » Mo 4. Jun 2012, 21:01

Ich denke folgende Bilder bereichern diesen Thread...

Bild

Bild

Möglichkeit 1 habe ich in Giles Denis Videos gesehen. Wahrscheinlich macht es Sinn die Honigvorräte beim weisellosen Ableger zu haben, also 1 und 3. Wobei bei Version 2 wenigstens die Flugbienen zum honigarmen und weisellosen Ableger bleiben.

Weitere Meinungen?

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Re: Ableger

Beitragvon zaunreiter » Mo 4. Jun 2012, 21:38

Was soll der Honig beim Ableger? Dort sind keine Flugbienen, also wird kein weiterer Honig angefügt. So richtig zum Bauen nehmen die weisellosen Ableger den Honig auch nicht. Der Honig gammelt dann bis zur Ernte rum und wird nicht weiter ausgebaut.

Die Ableger legen erst nach der Sommersonnenwende los mit Aufbau des Volkes. Da ist nichts mehr zu holen.

Der Honig gehört also zu den Flugbienen - und die sind am alten Standort. Idealerweise werden die Flugbienen weiter ersetzt mit neuen Bienen - dazu benötigt man aber eine legende Königin. Das ist also die alte Königin. Die kommt also auch an den alten Standplatz. Die vorhandene Brut kann auch die Ableger verteilt werden, die an einen neuen Standort gehen. Die brauchen auch nicht Heerscharen von Flugbienen dabei, denn aus der verdeckelten Brut schlüpfen genug jeden Tag heran. Mit einem Honigkranz überbrücken sie die erste Zeit bis sie selbst Flugbienen haben.

Ein Flugling mit der alten Königin am alten Standort ist eine sehr vernünftige Sache. Brutzargen auf Ableger verteilen.

Gruß
Bernhard
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Re: Ableger

Beitragvon kaibee » Mo 4. Jun 2012, 22:02

Oder wäre es sinnvoller, wenn man etwas später einen Ableger macht, z.B. wenn das Volk schon auf drei Zargen sitzt.

Bild

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Re: Ableger

Beitragvon bernhart » Mo 4. Jun 2012, 22:29

Danke für die genialen Grafiken; die helfen wirklich beim überlegen. Ich bin jetzt das 2te Jahr den Anweisungen von Warre gefolgt: also alte Königin auf neuen Standplatz. Die Flugbienen ziehen neue Königin nach. In beiden Jahren haben die Flugbienen mehrere Königinen nachgezogen und es gab jedes mal einen Schwarm. Letztes Jahr hab ich den Schwarm in einer Lockbeute gehabt. Heuer ist es irgendwohin entschwunden ... :?

lg
Bernhart

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Re: Ableger

Beitragvon zaunreiter » Mo 4. Jun 2012, 23:26

kaibee hat geschrieben:Oder wäre es sinnvoller, wenn man etwas später einen Ableger macht, z.B. wenn das Volk schon auf drei Zargen sitzt.


Kommt darauf an. Wenn Du im zweiten Jahr die Zargen aufsetzt, kannst Du die Bienen bis zur Schwarmzeit mit der Brut locker auf drei oder sogar vier Zargen kriegen. Bienenmasse! Das gibt riesige schöne Schwärme. Dann kannst Du die Ableger auch später bilden.

Wenn Du auf Untersetzen auch im zweiten Jahr der Besiedelung bestehst, wird es ratsam sein, die Bienen schon mit zwei Zargen zu teilen, wenn es dann zur Schwarmstimmung kommt.

Gruß
Bernhard
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Re: Ableger

Beitragvon zaunreiter » So 6. Jan 2013, 11:59

Brutzargen werden aufgeteilt. Königin wird nach unten getrieben, Absperrgitter drauf und dann werden Stockbienen nach oben getrieben, damit die Ablegerzarge genügend Bienen bekommt. Eigentlich nur notwendig, wenn Du wissen willst, wo die alte Königin dann ist.



Gut sind auch die schiebenden und streichenden Bewegungen zu sehen, um das Quetschen von Bienen zu vermindern.

Gruß
Bernhard
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Re: Ableger

Beitragvon mahagugu » So 6. Jan 2013, 13:06

zaunreiter hat geschrieben:Brutzargen werden aufgeteilt. Königin wird nach unten getrieben, ....


Eventuell lässt sich das vereinfachen ....
Es ist lediglich zu achten , dass die Zarge , die am alten Standplatz bleibt bienenfrei ist ...
Eigentlich gehts nur um die Wabe mit vorhandener jüngster Brut und die Flugbienen was zum alten
Standplatz zurückkommen.
Wie man das genau macht, da gibts verschiedene Realisierungen.
zB Brutwabe von wo anders nehmen zB Begattungskästchen und später umweiseln ...
Eventuell später Weiselzelle brechen und Weiselzelle aus gewünschten Volk zusetzen.

Es ginge einfacher , wenn man sich die "Zeidelarbeiten" erspart.
(Man hat nette Freunde , die einen mit Königinnen versorgen)

Wegen der Flugbienen ist es wichtig , dass der Einflugbereich und das Bodenbrett , wenn
möglich erhalten bleiben. Vielleicht gehts aber auch einfach mit einer ähnlichen Beute.

Lässt man die Bienen von alleine Nachschaffen, besteht die Gefahr, dass man Drohnenbrütigkeit
zu spät erkennt. (vorläufige Meinung ... vielleicht gibts ja da ein schnelles und praktisches Verfahren
mit hoher Zuverlässigkeit ...)


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