Zweiköniginnen-Betriebsweise

Wie bilde ich mit dem Warré-Bienenstock Ableger?
royceman196
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Re: Zweiköniginnen-Betriebsweise

Beitragvon royceman196 » Fr 9. Mai 2014, 18:17

zaunreiter hat geschrieben:Ich vermute mal, daß das zum Tragen kommt, was Farrar sagt: man darf nicht zu viel Platz lassen

Ich dachte immer, dass limitierte Platzverhältnisse zum Schwärmen führt. Warum ist das denn bei der Betriebsweise mit 2 bzw. 3 Königinnen anders?

Insgesamt finde ich die aufgezeigte Betriebsweise wirklich sehr interessant. Hab mir die Beschreibung von Peschetz nun auch durchgelesen und bin sehr angetan. Ich werde dazu nächstes Jahr auch einen Versuch starten und den Winter zum Bau einer Beute nutzen. Hat sich denn das halbe Warrèmaß für dich gelohnt, Bernhard? Oder würdest Du, wenn du die Wahl hättest, die Platzverhältnisse pro Volk ändern? Ich finde eine halbe Warrè dafür irgendwie etwas klein, oder ist das deiner Meinung nach irrelevant. Wie hast du eigentlich das Schied befestigt? Bei den Vorteilen der Betriebsweise hast du angeführt, dass man bei Ausfall einer Königin einfach das Schied ziehen kann. Schon mal testweise probiert?
Gibt es denn deinerseits auch Gedanken darüber, ob man diese Betriebsweise mehr auf die Warrè'sche Stabilbauweise übertragen kann? Oder wäre das zu aufwändig? Ich hab im Forum irgendwo gelesen, dass für dich auch weiterhin Rähmchen nix im Brutraum zu suchen haben. Bist du davon nun abgekommen? Wenn ja, aus welchen Gründen?

VG
Dennis

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zaunreiter
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Re: Zweiköniginnen-Betriebsweise

Beitragvon zaunreiter » Fr 9. Mai 2014, 19:27

Der Platz zur Honigablagerung darf nicht limitiert werden. Sobald es einen Rückstau ins Brutnest gibt, ist Schwarmstimmung.

Man muß eben überlegen, was eine Königin zu dieser Jahreszeit an Eiern pro Tag legt und mal 21 Tage rechnen - das ergibt die notwendige Zellenzahl. Der Effekt ist, daß die Königin ihre Spiralen - der sogenannte Legegang - vom Anfang bis zum Ende des Brutnestes zieht. Wenn sie fertig ist und zum Anfang zurückkehrt, schlüpft dort gerade die zuerst gelegte Brut, die freiwerdenden Zellen können sofort wieder bestiftet werden. Dabei werden die Zellen in dem Tempo frei, wie die Königin Stifte legt.

Werden die Zellen aber schneller frei als die Königin Eier legen kann, was passiert, wenn das Brutnest zu groß dimensioniert ist, dann stopfen die Bienen diese Zellen mit Pollen oder Nektar zu. Die Königin kann dort nicht mehr ihre Eier ablegen.

Es kann also sein, daß ein kleines Brutnest mehr Brut hervorbringt als ein "großes" Brutnest. Es muß nur genau bemessen werden.

Ist es größer, kommt schneller Schwarmstimmung auf.

Ob eine halbe Warré zu empfehlen ist, das finde ich gerade heraus. Sicher bin ich mir nicht, auch wenn mir gefällt, was ich bisher gesehen habe.

Das Schied im Brutraum habe ich erstmal fest installiert. Weil es ein erster Versuch ist. Ist konstruktionstechnisch gar nicht so einfach zu lösen, da das Schied unter keinen Umständen herausfallen darf. Außerdem muß es dicht schließen. Hier habe ich also auch noch keine entgültige Lösung anzubieten.

Wen man zwei Waben im oberen Brutraum beweglich gestaltet, müßte man das auch im Stabilbau machen können, das wird aber vermutlich etwas schwieriger. Odermn arbeitet mit einer zwischengeschobenen Flachzarge, um den gleichen Effekt zu erzielen. 1 Brutraum normalhoch + 2 Flachzargen, die regelmäßig getauscht werden.

Rähmchen habe ich eingeführt, weil die es die Größe und Ausrichtung meiner Imkerei es erfordert. Ich habe aber noch Stabilbaubeuten und finde weiterhin, daß der Stabilbau für die Bienen vorteilhafter ist. Solche Waben sind mir auch sympathischer.
Cogito ergo summ.
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Re: Zweiköniginnen-Betriebsweise

Beitragvon royceman196 » Do 22. Mai 2014, 13:18

Also ich hatte mir so als Anfänger gedacht, dass ich den Bienen gerne weiterhin ein 30cm Brutnest im Durchmesser ermöglichen möchte. Da ich den Ansatz von Roger Delon mit dem Metalldraht bzw. Hainläufer's Versuch mit den "Pflockrähmchen" ganz interessant finde, wollte ich also einen Zweiköniginnenbetriebsweise-Versuch mit einer Beute durchführen, die 30 cm tief und 60 cm breit ist. Damit das ganze gewichtstechnisch nicht zu schwer wird, wollte ich die Höhe auf 15 cm begrenzen. Quasi ein Russen-Rähmchen-Hybrid. Nächstes Jahr möchte ich dann beide Rähmchen-Varianten austesten.
Gibt's dazu irgendwelche Bedenken oder Anregungen?

Viele Grüße
Dennis

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Re: Zweiköniginnen-Betriebsweise

Beitragvon Rumpel » Do 22. Mai 2014, 13:29

Gibt's dazu irgendwelche Bedenken oder Anregungen?

Jo ich hab beides.
Gruss Jörn
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Re: Zweiköniginnen-Betriebsweise

Beitragvon royceman196 » Do 22. Mai 2014, 13:41

Das ist ja weder eine Anregung noch ein Bedenken!
Gibt's irgendwelche Erfahrungen deinerseits bezüglich der Unterschiede zwischen beiden Varianten. Bist du mit einer Rähmchenart mehr zufrieden z.B. bezüglich Konstruktionsaufwand, Handhabung, Bienenakzeptanz, Baugeschwindigkeit, Stabilität, Schleuderfähigkeit, Haltbarkeit usw. ???

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Re: Zweiköniginnen-Betriebsweise

Beitragvon Rumpel » Do 22. Mai 2014, 13:51

Das ist ja weder eine Anregung noch ein Bedenken!

Bedenken hab ich keine, das hab ich so gut es geht Dokumentiert.
Was wer will oder möchte kann und möchte ich nicht Beeinflussen.
Wer mit der Warre lernt der lernt für sein Imkerleben, aber das ist auch nur meine eigene Meinung.
Gruss Jörn
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Re: Zweiköniginnen-Betriebsweise

Beitragvon zaunreiter » Di 27. Mai 2014, 14:28

Letzte Woche habe ich jeweils zwei vollständig verdeckelte Brutwaben je Sektion geschröpft und in Ableger gepackt. Die Bienen hängen beim Regen, wenn sie nicht fliegen können, in zwei Zungen aus dem Fluglöchern links und rechts raus. Ein irrer Anblick. Zwei Honigzargen wurden mit Stand gestern vollständig wieder mit Honig vollgetragen (noch nicht verdeckelt) und ich mußte gestern noch eine weitere Zarge aufsetzen. Hier ist das Zweiköniginnenvolk fast doppelt so schnell beim Nachfüllen wie die anderen Völker. Das Zweiköniginnenvolk ist pickepackevoll mit Bienen.

Die beim Schröpfen gegebenen zwei Mittelwände je Einheit wurden nach einer Woche nur zögerlich ausgebaut und bestiftet. Es sind jeweils eine handvoll Schwarmzellen in den Brutzargen zu finden. (4-5 Stück.)
Cogito ergo summ.
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Re: Zweiköniginnen-Betriebsweise

Beitragvon zaunreiter » Mi 28. Mai 2014, 14:22

Draußen hängt der Bienenbert (äh, Bart... :) )
FILE0129.jpg


FILE0131.jpg
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Re: Zweiköniginnen-Betriebsweise

Beitragvon Rumpel » Mi 28. Mai 2014, 15:00

Jau, das sieht klasse aus, 5 Zargen und die Lagern so vor, echt stark.
Gruss Jörn
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Re: Zweiköniginnen-Betriebsweise

Beitragvon zaunreiter » Mi 28. Mai 2014, 15:06

Ist auch krass, wenn man reinschaut. Die Waben sind sowas von pelzig...überall nur noch Bienen.
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