Volk teilen ohne Suche der Königin

Wie bilde ich mit dem Warré-Bienenstock Ableger?
bernjo133
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Volk teilen ohne Suche der Königin

Beitragvon bernjo133 » Fr 18. Mär 2016, 16:04

Hallo liebe Warre-Gemeinde,

Ich habe letztes Jahr mit der Bienenhaltung begonnen und bin begeistert und fasziniert.
Mein Volk habe ich Anfang Juli 2015 als Naturschwarm in eine neue Warre-Beute einlaufen lassen.
Nachdem es bis jetzt super über den Winter gekommen ist, mache ich mir immer mehr Gedanken über eine eventuelle Teilung, falls ich absehbar zum Schwarmzeitpunkt nicht zu Hause sein kann.
Ich würde die Königin-Suche mittels herunterrauchen oder -trommeln gern vermeiden.
Woran kann ich nach der Aufteilung der Brutzargen auf 2 Beuten (so wie Warre es beschreibt) sicher erkennen, welches Volk weisellos ist.
Ich habe dann vor, die Beute mit der Königin auf einen anderen Platz zu stellen, um die Flugbienen zum weisellosen Volk am alten Platz zu lenken und so den Vorschwarm zu verhindern.
Nach ein paar (wie vielen?) Tagen möchte ich die Beuten noch einmal tauschen, um Nachschärme zu verhindern.
Welche Erfahrungen gibt es zu diesem Vorgehen, was ist zu berücksichtigen?

Wie wäre das beste Vorgehen?
Kann ich die Teilung abends machen, durch Beobachtung der Beuten feststellen, welches Volk weisellos ist und danach die Umstellung der Beuten machen, so daß die Flugbienen nach dem nächsten Ausflug in die weisellose Beute fliegen?

Viele Grüße

Berni

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zaunreiter
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Re: Volk teilen ohne Suche der Königin

Beitragvon zaunreiter » Fr 18. Mär 2016, 23:00

Moin Berni,

prinzipiell geht das so, wie Du beschrieben hast – wenn die Bienen nicht schon zu sehr in Schwarmstimmung geraten sind. Eine Nachschaffungskönigin ist auch nicht so wirklich gut. Vielleicht kannst Du dem weisellosen Ableger eine schlupfreife Weiselzelle hinzuhängen, das bekommt den Ablegern immer besser. Die Weiselzelle bekommst Du eventuell von einem Imker in deiner Nähe.

Ein weiselloses Volk erkennst Du sofort. Die Bienen laufen unruhig hin und her (sie suchen) und sie "heulen" laut und anhaltend. Wenn die Königin anwesend ist, reagieren sie auf ein Klopfen mit einem kurzen Zischen, das sofort wieder verstummt. Sind sie weisellos, dann klingt die Antwort auf das Klopfen wie ein langes, nicht aufhörendes Brabbeln.

Bei Warré im Originalbuch ist die Ablegerbildung auch gut beschrieben, man muß allerdings ein paar mal nachlesen, wie das überhaupt gemeint ist.

Wie gesagt, versuche mal, eine schlupfreife Weiselzelle zu bekommen und dem weisellosen Ableger zwischen die Waben zu stecken, idealerweise mit einem sogenannten Zellschützer. Notfalls tut es auch Alupapier. Aber immer die Spitze der Zelle rausschauen lassen.

Viele Grüße

Bernhard
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bernjo133
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Re: Volk teilen ohne Suche der Königin

Beitragvon bernjo133 » Sa 19. Mär 2016, 11:02

Moin Bernhard,

vielen Dank für die schnelle Antwort.
Da ich jemand bin, der gern weiß, was er warum tut, interessiert mich, was der beste Zeitpunkt für die Teilung ist. Du schreibst, die Schwarmstimmung sollte noch nicht so weit fortgeschritten sein.
Wann ist das und was passiert, wenn man über den Punkt ist?
Wenn ich die Teilung mache, wenn bereits Schwarmzellen da sind, so sind das ja dann nicht Nachschaffungsköniginnen im eigentlichen Sinne, die aus der Not heraus gezogen werden, wenn ein Volk, das nicht in Schwarmstimmung ist, weisellos geworden ist.
Was sind die Nachteile solcher Jungköniginnen aus dem eigenen Volk? Ich gehe mal davon aus, daß das Volk qualitativ grundsätzlich vermehrungswürdig ist.

Viele Grüße

Berni

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Re: Volk teilen ohne Suche der Königin

Beitragvon biene1.0 » Sa 27. Mai 2017, 22:03

Hallo Berni,
na sicher ist es nun schon eine "alltägliche" Sache mit der Teilung.
In diesem jahr habe ich es auch gemacht, erstmalig! Ich habe es so mit Umstellen gemacht. Es war auch schnell sichtbar wo die "Alte" sitzt.
Trotzdem habe ich dann im Weisel losen Kasten nach Nachschaffungszellen gesucht und auch gefunden! Mit einer oder zwei Schwarmzellen hat es nicht geklappt.
Nun ist die Jungkönigin geschlüpft und demnächst steht der Begattungsflug an.
Gruß
Harald
"Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen."
Albert Schweitzer

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Re: Volk teilen ohne Suche der Königin

Beitragvon biene1.0 » Mo 12. Feb 2018, 00:13

Hallo zusammen,
es ist nicht die Zeit über Vermehrung nachzudenken. Aber wie haben sich die Jungvölker entwickelt?
Nach dem ersten Versuch habe ich etwa 4 Wochen später vom gleichen Volk noch eine Zarge zurseite gestellt. Und auch gleichermaßen verfahren wie bei dem ersten jungen Volk. Nach 4 Tagen die Weiselzellen kontrolliert. Auf allen vier Brutwaben Königinnenzellen! Und Bienen zum Überquellen.
Ich habe mich entschlossen die zarge auf zwei zargen zu verteilen. Nach dem Hochzeitsflug der Jungköniginnen habe ich die Völker an ihren Standort gebracht und auf zwei Zargen durch Untersetzen erweitert. Das Jungvolk vom April habe ich als Test auf einen doppelthohen Brutraum (BR2.0) gesetzt.
Zur Zeit der Einwinterung: 1.) drei Z,argen, 1Zarge voll Honig, 2.)eine Zarge und darunder doppelthoher BR, obere zarge voll Honig, BR zu 2/3 ausgebaut,
3.) drei zargen, obere Zarge zu 2/3 voll Honig, mittlere Zarge voll ausgebaut (sehr viel Brut), untere Zarge 1/2 ausgebaut, keine Brut.
Der augenblickliche Zustand mutet gut an. Seit Mitte November nicht in die Beuten geschaut! Aber über die vergangenen 8 Wochen in größeren Abständen die Windel angeschaut: Gleichmäßiges Bild, KEINE Milbe gefunden.
Bei der nächsten Gelegenheit werde ich aber nach dem Futter schauen (müssen).
Reihenfolge der Bilder von unten nach oben!
Gruß
Harald
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Alt Gart 28.1.18.JPG
28.1.2018 Windel Alter Garten
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13.1.2018 Windel Alter Garten
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16.12.2017 Windel Alter Garten
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