Wasserstellen für Bienen

Alle im Frühjahr anfallenden Arbeiten, z.B. Erweiterung, Einschätzung der Volksstärke
Benutzeravatar
zaunreiter
Administrator
Beiträge: 4438
Registriert: Do 5. Aug 2010, 19:14
Wohnort: Niederrhein
Kontaktdaten:

Wasserstellen für Bienen

Beitragvon zaunreiter » Mo 2. Sep 2013, 12:11

Wichtig für das Brutgeschäft im Frühjahr ist die Versorgung mit Wasser. Eigens dafür in der Nähe an einem sonnigen Plätzchen angelegte Wasserstellen helfen den Wasserholerinnen.


Also einen neuen Mörtelkübel kaufe ich nicht - um nicht noch mehr Müll zu produzieren. Existierenden Müll verwerte ich aber. Gebrauchte und weggeworfene Behälter für den Bau von Miniteichen. Hier sind die Favoriten, die von den Bienen gern angeflogen werden.

Hier der Mörtelkübel. Den habe ich eingegraben. Den Rand habe ich mit Steinplatten abgedeckt. In den Kübel habe ich einen großen Pflanztopf mit Erde gegeben, darin eine Sumpf-Schwertlilie gepflanzt. Gras und Moos kamen von alleine. Umrahmt ist dieser Miniteich von einem Steingartenbeet. Durch die Steine und den Ton wärmt sich das Beet und der Teich recht schnell auf. Bevorzugt sitzen die Bienen im Topf, dort wo Moos und Gras wachsen. Die Wasserlinie ist ja meistens weit unterhalb des Randes vom Kübel selbst.

Bild

Hier mußte eine alte Zink-Badewanne dran glauben. Die rechte Seite der Wanne habe ich mit Ziegelsteinen von der linken Seite getrennt, so ist eine Art kleine Mauer innerhalb der Wanne entstanden. Die rechte Seite - etwa ein Drittel der Wanne - habe ich mit Erde gefüllt und mit Binsen sowie einer Sumpf-Schwertlilie bepflanzt.

Bild

Außerdem habe ich eine Steintreppe gebaut, damit die Bienen dem sinkendem Wasserpegel folgen können.

Bild

Die Badewanne wird schnell durch die Sonne erwärmt, so auch die Steine im Innern der Badewanne. Es bildet sich rasch Moos und da sitzen die Bienen am liebsten. Ich hatte schon mal eine Reihe von Photos dazu eingestellt.

Auch gern genommen: von einer Regentonne drehe ich den gewölbten Deckel um und lasse darin Wasser ein. Ein bemooster Stein und fertig ist die Laube.

Alle Behälter werden gern von kleinen Vögeln als Bad benutzt. Es gedeihen auch in grellen Farben schillernde Libellen darin. (Rote, blaue, grüne...) Leider auch Mücken. Jedes kleine Wasserloch ist ein kleines eigenes Biotop.

Alleine durch Regen erhalten sich die Wasserbecken bei starkem Sonnenschein nicht. Da muß nachgefüllt werden. Aber vor allem im ersten Frühjahr werden diese Becken sehr gern von den Bienen angenommen.
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

Benutzeravatar
Theophanu
Beiträge: 304
Registriert: So 23. Jun 2013, 00:01
Kontaktdaten:

Re: Wasserstellen für Bienen

Beitragvon Theophanu » Mo 2. Sep 2013, 16:14

Gefällt mir.

Mein im Frühjahr -nachdem ich gelernt hatte, dass Bienen Wasser brauchen^^- eilends etablierter Mörtelkübel ist inzwischen mit Wasserlinsen besäht, die mit der Seerose kamen.
Die Bienen saßen am liebsten auf dem feucht bemoosten Stein in der Mitte.

I
sapere aude

Maja
Beiträge: 5
Registriert: Di 27. Aug 2013, 13:11

Re: Wasserstellen für Bienen

Beitragvon Maja » Mo 2. Sep 2013, 19:00

zaunreiter hat geschrieben:..
Auch gern genommen: von einer Regentonne drehe ich den gewölbten Deckel um und lasse darin Wasser ein. Ein bemooster Stein und fertig ist die Laube.
...


Klasse Idee, bei uns "turnen" bisher nur die Katzen auf der Regentonne herum so das ich diese bisher vollständig abgedeckt habe damit ihnen nichts passiert.

Gruß Mario

Benutzeravatar
Mellina
Beiträge: 296
Registriert: Do 5. Aug 2010, 22:19
Wohnort: Dresden
Kontaktdaten:

Re: Wasserstellen für Bienen

Beitragvon Mellina » Mo 2. Sep 2013, 20:23

Ich finde es immer noch völlig unverständlich, dass ansonsten kritische Imker ihre Bienen aus Mörtelwannen trinken lassen. Das ist nicht deren Primärzweck, d.h. die Wannen geben mit Sicherheit Schadstoffe ins Wasser ab! Und mit der Zeit immer mehr!

Kopfschüttelnd
Mandy
Bauanleitung Warrébeute, Warrés Handbuch und Bernhards Kurzanleitung: http://www.warre-bienenhaltung.de

Dani
Beiträge: 27
Registriert: Do 2. Mai 2013, 18:48

Re: Wasserstellen für Bienen

Beitragvon Dani » Mo 2. Sep 2013, 22:51

Ich hab auch eine Regentonne bzw. den Deckel genommen (bis mir was hübscheres einfällt), ist sehr schnell angenommen worden.
Dateianhänge
wasserstelle.jpg

Benutzeravatar
zaunreiter
Administrator
Beiträge: 4438
Registriert: Do 5. Aug 2010, 19:14
Wohnort: Niederrhein
Kontaktdaten:

Re: Wasserstellen für Bienen

Beitragvon zaunreiter » Di 3. Sep 2013, 09:23

Es gibt zwei Gründe, warum ich die Bottiche trotz der von Mandy geäußerten, berechtigten Bedenken einsetze.

1) Es handelt sich nicht um Neukauf, sondern um Müll. So wie bei der Zinkwanne handelt es sich um Sperrgut, daß sich so in den alten Scheunen hier finden läßt. Ich würde keinen neuen Bottich kaufen, so wie ich es oben schon gesagt habe. Aber was mit dem Müll machen?! Soll ich den Müll jemand anderes hinwerfen? Ins Meer? In die Landschaft? In die Müllverbrennungsanlage? Als Wohlstandsmüll zum Sortieren in ein anderes Land fahren lassen?

Ich finde, daß solcher Müll, wenn er denn schon rumgammelt, noch eine Funktion erfüllen kann und soll.

Und ich bin so halbwegs ehrlich, diesen Müll nicht jemanden anderen vor die Haustüre zu legen. Die Gifte fallen bei mir an und dann lasse ich sie auch hier bei mir wirken. Soweit es geht.

2) Ich weiß um die Bindungskraft von Humus. In diesen Miniteichen entsteht relativ schnell Sapropel und damit Humus. Funktioniert ähnlich wie Aktivkohle und bindet Schwermetalle und allerlei synthetischer Gifte und Abfall. Und zwar auf organische Weise! Halbverdaute organische Verbindungen werden mit Hilfe einer Art Zuckerschleim an Tonmineralien gebunden. Dabei werden angedockte Gifte gebunden. Die ganze Sache könnte sogar noch beschleunigt ablaufen, wenn Du Bakterien zum Beispiel von Erlenbäumenwurzeln ansiedelst. Die sind spezialisiert auf die Reinigung von Wasser von Schadstoffen. Diese im Sapropel gebundenen Schadstoffe werden nur sehr langsam wieder freigegeben.

a) Um was für Schadstoffe handelt es sich genau bei den Maurerbottichen/Speiskübel eigentlich? Aus welchem Material bestehen sie?

b) Wieso erhöht sich die Abgabe mit der Zeit? Was steht da für ein Wirkmechanismus hinter?

Danke und viele Grüße

Bernhard
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

Benutzeravatar
jonas
Beiträge: 215
Registriert: Mi 7. Mär 2012, 19:57
Wohnort: Berlin Kreuzberg, süd Frankreich

Re: Wasserstellen für Bienen

Beitragvon jonas » Di 3. Sep 2013, 10:54

Guten Tag,

ich habe das glück mein Bienenstand am Regenbecken zu haben. Da ist immer Wasser.
Nun was ich beobachten konnte ist das Bienen gerne dreckiges Wasser mögen. In Frankreich gehen die auch auf den Misthaufen oder an den Hundezwinger. Warscheinlich sind da Mineralien und andere Sachen drin die gebraucht werden.
Nach ein Regentag sieht es in Berlin so aus. Hier an der Abflusstelle:
P1040041.jpg

Nach ein Paar trockene Tage kann es ein bischen stinken aber das mögen die Bienen. Aus den schwarzen Schlamm der schön von der Sonne gewärmt ist zu saugen.
Hier aus der Höhe von Bienenstand gesehen im Frühling:
P1030918.jpg

P1030914.jpg

Das Wasser kommt über die Gullis rein, von Tempelhofer Feld und den Columbiadamm. Also mit viel Dreck und leider auch Müll. Dagegen ist ein Mörtel Bottich harmlos. Dieses Jahr waren viele Styro Krümmel dabei. Es gab Dachdeckerarbeiten...Ich weiss leider nicht wie sich das auf den Bienen Organismus auswirkt. Das müsste man Styropor Beuten Imker fragen. 8-)
Ich dachte halt das Bienen dreckiges Wasser bevorzugen. Aber im Sommer haben die Nachbarn mit Garten über den Bienenstand erzählt das die Vogeltränken von den Bienen sehr oft besucht wurden. Da es so heiss war habe ich mir gedacht das dieses klare Wasser gesammelt wird um den Bienenkasten zu Kühlen. Für die Bienenklimaanlage.
Und das abgestandene Wasser für Larven Futter vielleicht.

ein sauberen Gruss,
Jonas

Benutzeravatar
Mellina
Beiträge: 296
Registriert: Do 5. Aug 2010, 22:19
Wohnort: Dresden
Kontaktdaten:

Re: Wasserstellen für Bienen

Beitragvon Mellina » Di 3. Sep 2013, 17:09

Hallo Bernhard,
das mit der Weiterverwertung verstehe ich gut und handhabe es nicht anders. Nur muß es den außgerechnet als Bienentränke sein? Bei mir dient so ein Kübel dem Transport von Alpakamist für den Kompost. Oder als Regenwurmkiste, Planzkübel ...

Über die Bindungskraft von Humus weiß ich zu wenig Bescheid, um diesen Einwand einschätzen zu können.

zaunreiter hat geschrieben: a) Um was für Schadstoffe handelt es sich genau bei den Maurerbottichen/Speiskübel eigentlich? Aus welchem Material bestehen sie?

Das wird Dir niemand genau sagen können, und genau das ist ja das Schlimme. Wie schon erwähnt, habe ich mich während meines Studiums intensiv mit Herstellungstechnik befassen müssen. Bei der Kunststoffherstellung ist es so, dass die Herstellungsbetriebe ihre Kunststoffe je nach Anwendungszweck aus verschiedenen geheimen Ingredienzien zusammenmixen. Die sind teilweise so geheim, dass nicht mal deren Zulieferer genau weiß, was da drin ist. :? Von Bedeutung ist dabei allein der Primärzweck. D. h. bei Mörtelkübeln: er muß robust, billig, UV-stabil und womöglich säurefest sein. Schadstoffarmut spielt keine Rolle. Bei z. B. Gartenteichen ist das anders. Diese müssen in gewissem Maße schadstoffarm sein, weil da Lebewesen rein sollen und man Rückrufaktionen vermeiden will. ;)

zaunreiter hat geschrieben:b) Wieso erhöht sich die Abgabe mit der Zeit? Was steht da für ein Wirkmechanismus hinter?

Kunststoffe zerfallen über kurz oder lang in ihre Bestandteile. Noch stärker, wenn sie Erdkontakt haben oder in der Sonne stehen. Nun ist es bei den Bienentränken aber so, dass diese gelösten Substanzen (weil der Inhalt nie abfließt) im Wasser verbleiben und sich dort anreichern. Bei perforierten Pflanzkübeln ist das anders, weil die Rückstände beim Gießen mit ausgespült werden.

Liebe Grüße
Mandy
Bauanleitung Warrébeute, Warrés Handbuch und Bernhards Kurzanleitung: http://www.warre-bienenhaltung.de

KMP
Beiträge: 694
Registriert: Di 5. Jun 2012, 11:12
Wohnort: Berlin

Re: Wasserstellen für Bienen

Beitragvon KMP » Mo 9. Sep 2013, 10:37

Sehr schön, Bernhard, mir gefallen die auch. Meine Tränke (Blumentopf-Untersetzer) ist klein aber effektiv. Die steht ungefähr 2 Meter von den 2 Völkern entfernt und wird vom Bewässerungssystem regelmäßig aufgetankt. Das -- Zuverlässigkeit -- ist das Wichtigste, denke ich. Zur Zeit sieht man genauso viele Wespen wie Bienen am Trinken.

-K
Dateianhänge
CIMG8765-001.JPG
Kevin Pfeiffer - Kleinimker seit 2012

Benutzeravatar
obstbaumfreund
Beiträge: 21
Registriert: Mo 15. Okt 2012, 14:09
Wohnort: Rhein-Main-Gebiet
Kontaktdaten:

Re: Wasserstellen für Bienen

Beitragvon obstbaumfreund » Di 7. Jan 2014, 15:36

Ein gesundes, bienenfreundliches und erfolgreiches Jahr an alle Imker und solche wie ich, die es werden wollen!

Heute war bei uns ein für diese Jahreszeit ungewöhnlich warmer und sonniger Vormittag und das hat meinen beiden Völkern gut gefallen. Sie haben geputzt, gelüftet, ein bisschen Pollen (Quitschgelb) eingetragen und ein paar Wasserholerinnen waren auch unterwegs. Vor den Beuten war ein schöner Duft aus dem Inneren wahrzunehmen, dass war einfach toll. Soweit ich das beurteilen kann geht es beiden Völkern gut, die Bienen sind aktiv, sehen gesund aus, keine Mißbildungen. :)

P1040971 (2).JPG
Bild des Tages


Bis demnächst wieder
euer
Obstbaumfreund
keine leere Beute mehr, zwei Schwärme gefangen, Adrenalin pur!


Zurück zu „Warré-Frühjahrsarbeiten“