Durchsicht eines Volkes

Alle im Frühjahr anfallenden Arbeiten, z.B. Erweiterung, Einschätzung der Volksstärke
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Durchsicht eines Volkes

Beitragvon zaunreiter » So 31. Mär 2013, 20:34

Die Bienen sollen nicht lange gestört werden, wenn der Zustand des Volkes kontrolliert wird. Es sollte Ziel sein, das Völk nicht länger als 2-5 Minuten geöffnet zu halten.

Worauf ist zu achten?

1) Brutnest
1.1 Eier vorhanden: ja/nein. (Feststellung der Weiselrichtigkeit.)
1.2 Schwarmzellen angesetzt: ja/nein.
1.3 Anzeichen für Krankheiten? Hier bitte die Anzeichen erkennen lernen. *)

2) Honigkappe
2.1 Platz vorhanden? Zarge zu 2/3 ausgebaut oder gefüllt? => Erweitern.
2.2 Futter genug vorhanden? Es sollte das ganze Jahr über mindestens eine halbe bis ganze Zarge voll Honig auf den Völkern stehen.

*) Z. B. Bienen gesund erhalten: Krankheiten vorbeugen, erkennen und behandeln von Wolfgang Ritter, ISBN: 978-3800157297

Indem man die oberen Zargen abhebt, erkennt man leicht am Gewicht, ob sich darin genug Honig befindet. Die Zargen brauchen gar nicht geöffnet werden und werden direkt auf die Seite gestellt. (Besser als die Zargen von oben nach unten zu kontrollieren und die Bienen von oben nach unten zu treiben, wo sie zum Schluß verärgert und in die Ecke getrieben auf einen warten werden.)

Dann werden die Brutzargen umgedreht (Stabilbau), mit etwas Rauch die Bienen nach hinten treiben und ein Blick in die Wabengassen geworfen. Immer über die Stirnseiten der Waben drehen. (Anfangsstreifen empfehlenswert, damit alle Waben eine Richtung haben.)

Mit ein bisschen Übung geht das sehr schnell und daher schonend. Es sollten jedenfalls nicht alle Zargen oder gar Waben einzeln auseinander genommen werden, um irgendwelche Details zu betrachten. Mit der Durchsicht soll einfach sichergestellt werden, daß die Völker eine legende Königin haben, genug Platz (sonst droht ein Verhonigen des Brutnestes) und genug Futter. Alles andere machen die Bienen schon selbst.

Zu Anfang scheut man sich eventuell davor, das Bienenvolk überhaupt durchzusehen. Das ist aber von Zeit zu Zeit anzuraten, um die oben genannten Dinge sicherzustellen. Eine Hilfe seitens der Imker, die wirklich grundlegender Natur ist. Und zügig durchgeführt, den Bienen auch nicht schadet.
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Re: Durchsicht eines Volkes

Beitragvon zaunreiter » Fr 6. Mär 2015, 20:11

Arbeiten am Volk erledigt man vor der Tracht und vor den aktiven Phasen. Bei schönem Trachtwetter stört der Imker nachhaltiger, als in den Ruhephasen. (Deswegen wird zum Beispiel die Schwarmkontrolle bei Regenwetter und nicht bei Sonnenschein durchgeführt.) Wenn Du frühzeitig störst, brauchst Du den Bienen nicht in den produktiven Phasen auf den Geist gehen. Eventuelle Ängste verschwinden mit den positiven Erfahrungen.

Der Schock der Durchsicht dauert bis zum nãchsten Tag. Der Bien schläft eine Nacht drüber. Ein Tag verloren! Alle sieben Tage! (Schwarmkontrolle.) Massive Beeinträchtigungen sind das.

Das Brutnest ist die Honigpumpe, die jungen Bienen nehmen den Nektar entgegen. Wenn Du das Brutnest durchsiehst, nehmen die erst mal nix mehr entgegen. Die Sammlerinnen werden ihre Fracht nicht los. Stau. Stocken. Stillstand.

An Regentagen ist sowieso Stillstand. Und dann sind auch genug Bienen zuhause zum Wiederaufwärmen.
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Re: Durchsicht eines Volkes

Beitragvon Distelbauer » Fr 6. Mär 2015, 23:05

Hallo Bernhard,

ich hab leider nicht alles verstanden. Du schreibst doch sicher erst mal von einer Frühjahrsdurchsicht? Für mich hört sich das nach so vielen Zargen an:

Indem man die oberen Zargen abhebt, erkennt man leicht am Gewicht, ob sich darin genug Honig befindet. Die Zargen brauchen gar nicht geöffnet werden und werden direkt auf die Seite gestellt.


Dann werden die Brutzargen umgedreht (Stabilbau),


Weisst du was mir nicht klar ist? Ich meine von wieviel Zargen insgesamt schreibst du da?

VG Georg

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Re: Durchsicht eines Volkes

Beitragvon zaunreiter » Fr 6. Mär 2015, 23:29

Zwei Brutzargen und zwei/drei Honigzargen in der Saison.
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Re: Durchsicht eines Volkes

Beitragvon zaunreiter » Fr 6. Mär 2015, 23:31

12-14 kg Honig pro Zarge! Ermöglicht pro Tracht 36-42 kg Honig bei drei Honigzargen.
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Re: Durchsicht eines Volkes

Beitragvon Distelbauer » Fr 6. Mär 2015, 23:40

Ok jetzt ists mir klar. Ich häng halt erst noch im Frühling rum ;)

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Re: Durchsicht eines Volkes

Beitragvon zaunreiter » Mo 9. Mär 2015, 11:28

Ein kurzer Check genügt:

https://www.youtube.com/watch?v=7qrZkquDi6s

Du hebst die obere der beiden Zargen an - und merkst gleich, ob sie noch genügend Futter haben.

Die siehst, ob Bienen drin sind. Und Du siehst, wie sie sich verhalten. Sollten die Bienen aufgeregt und langanhaltend brausen, sowie mit den Flügeln fächeln, den Hinterleib nach oben gereckt, so haben sie über den Winter die Königin verloren.

Mehr muß man jetzt nicht wissen. Genügend Futter da, Bienen drin und Königin vorhanden. Alles klar. Klappe zu. Vorne wird der erste Pollen eingetragen. Alles in Ordnung.
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Re: Durchsicht eines Volkes

Beitragvon zaunreiter » Mo 9. Mär 2015, 15:37

Der Futterverbrauch der Völker war bis dato in diesem Winter höher als der im letzten Jahr. Es kann nicht schaden, in den nächsten Wochen den Finger am Puls des Bienenvolkes zu haben und auf genügend Futtervorräte zu achten.

Viele Grüße
Bernhard
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W.I.R.

Re: Durchsicht eines Volkes /plötzlich Massen von Bienen

Beitragvon W.I.R. » Fr 14. Aug 2015, 17:45

Hallo zusammen,
schneller Rat ist nötig!!!!!!!!!!!!!!!
Heute so gegen 17.00 Uhr - !7.30 Uhr fliegen vor einer Beute Massen von Bienen. An den anderen beiden Völkern herrscht das übliche Bild.Sie drängen in den Eingang. Oberhalb des Einfluges und auf dem Anflugbrett sterzeln einzelne Bienen. Die ankommenden Bienen verhalten sich recht friedlich gegenüber anderen Tagen bei den Durchsichten.
Als erste Maßnahme habe ich den Einflugschlitz mit einem 3 mm Gitter auf etwas 1,5 cm verengt.
Eben hat es zu Regnen angefangen. ev. beruhigt sich das Ganze!?
Könnte es Räuberei sein? Oder doch in umgekehrter Richtung?
Bitte schnelle Antworten! Sie könnten wertvoll sein.

Gruß, Harald

W.I.R.

Re: Durchsicht eines Volkes

Beitragvon W.I.R. » Fr 14. Aug 2015, 21:22

Hallo Imper,
danke für die Hinweise.
Ja, ich habe die Reste von den abgeernteten Waben mit Resthonig 2 x gegeben. Aber obendrauf im Fütterer.
Sie raufen nicht. Ich werde ein wachsames Auge haben. Du meinst, dass die 1,5 cm lücke noch zuviel ist. Werde es morgen (wenn noch "Betrieb" ist) weiter verengen.
Könnte es sein, dass meine "Damen" bei anderen unterwegs waren? Zum sonstigen Verhalten waren sie sehr friedlich = voller Honig aus anderer Beute?
Gruß
Harald


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