Erfahrungen mit Warré

Alle im Frühjahr anfallenden Arbeiten, z.B. Erweiterung, Einschätzung der Volksstärke
Manfred

Re: Erfahrungen mit Warré

Beitragvon Manfred » Do 9. Aug 2012, 15:59

Grüß Euch,

Instant Lösungen gibt es im Supermarkt. Da kann ich mein Hirn beruhigt schon vorm Reingehen abgeben, an der Kasse fest löhnen und anschließend ins Hamsterrad springen um die Kohle wieder reinzubringen. :lol:

Will sagen: Die jeweilige Lösung meiner Aufgaben im gegebenen Umfeld muß ich mir schon selbst erarbeiten. Lesen ist da ganz hilfreich. Da gibt es immer noch so altmodische Errungenschaften mit einem Deckel hinten und vorne und dazwischen bedruckte Seiten. :lol:

Bienenhaltung ist meiner Meinung 90% Biologie - also muß ich mich erst mal mit den Eigenheiten der mir Anvertrauten bekannt machen. Der Rest ist Konsequenz.

Ich habe mir vor Jahren sämtliche Artikel dieses Autors

http://www.beesource.com/point-of-view/walt-wright/

ausgedruckt, übersetzt und nochmals gelesen. Für mich ists gut gewesen. Wenn jetzt einer schreit:" Alter Hut !" kann ich nur sagen: Gut bleibt gut.

Herzliche Grüße Manfred

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Re: Erfahrungen mit Warré

Beitragvon HBiene » Fr 10. Aug 2012, 06:41

Wie lesen Manfred? Kenn nur Hörbücher :lol:
Viele Grüße aus Franken
Harald

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Re: Erfahrungen mit Warré

Beitragvon zaunreiter » Mi 3. Okt 2012, 09:22

Der bekannte? französische Imker Bernard Nicollet kritisiert die Warrébeute:

http://www.abeille-et-nature.com/ruche-warre.htm

Grobe Übersetzung:
http://translate.google.de/translate?sl ... -warre.htm
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Re: Erfahrungen mit Warré

Beitragvon zaunreiter » Do 4. Okt 2012, 20:44

Ich habe im französischen Forum mal eine Sammlung mit Nachteilen der Warrébeute gestartet. Siehe: http://www.ruchewarre.net/viewtopic.php?f=22&t=4339

Francois hat da eine treffliche Antwort geschrieben: (grob übersetzt)


Beim Warré-Bienenstock ist es klar, daß

1 - er nicht sehr produktiv ist
2 - er aufgrund seiner Abmessungen leicht Schwarmstimmung erzeugt
3 - er wie alle teilbaren Beuten einen Übergang zwischen den Zargen hat, der manchmal Schwierigkeiten verursacht

A: Nach Abbe Warré wurde die Beute treffend Volksbeute benannt, bestimmt für Ernten von ein paar Kilogramm für die Familie (und nicht Hunderte von Kilogramm). Dies ist die ideale Beute für diejenigen, die eine Reihe Numagrit haben.

B: Die Warrébeute mag schwarmstimulierend sein, aber sie ermöglicht das Überleben der kleinen Völker und der Königinnenzucht und der künstlichen Schwärme mit Leichtigkeit.
Das Gewicht der Komponenten erlaubt es, die Beute zu bewegen ohne nach den Besuchen einen Osteopath zu benötigen.

C: wie der Übergang zwischen den Elementen, macht das neue Konzept, dass ich stellte es einfacher für unsere geliebten Bienen. (Höhe von zwei Elemente auf der Oberseite).

Und sie ist so liebenswert.
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Re: Erfahrungen mit Warré

Beitragvon mahagugu » Fr 5. Okt 2012, 10:36

Schwarmstimmung ist nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen ...

Angeblich erreicht der Bien seine volle Leistungskraft kurz bevor er in Schwarmlust kommt
und mit dem Anlegen von Schwarmzellen beginnt. Den genauen Zeitpunkt kenne ich nicht
und ist auch schwer beobachtbar.

Insofern mag die Warr´ebeute eine gute Beute sein um mit kleinen Völkern relativ viel
Honig zu ernten.

Große Beuten (große Lagerbeuten)- wie zB die was ich in Verwendung habe - tragen deswegen mit kleinen
Völkern nicht so viel ein, weil der Bien die Tendenz hat den Raum zu füllen.
Eventuell hilft da ein Trennscheid , dass den Raum begrenzt.

Also bei guter Tracht und warmer Witterung was kleines aufsetzen bringt sicher Honig. Vor allem
wenn man merkt das sie schon beginnen das Brutnest zu verhonigen. Vermutlich sieht man das
an den Randwaben.
Bei meinem Beuten ist oberhalb der Rähmchen noch 7 cm frei , weil ich mir gedacht hab , das hilft mir
beim füttern. Den Raum haben sie trotz Abdeckung genutzt um Honig abzulagern.

Scheinbar drängt sie die Wärme nach oben, weil dann der Honig länger flüssig bleibt. Scheint so als
würden sie mit Vorliebe im wärmsten Teil des Stockes den Honig ablagern.

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Re: Erfahrungen mit Warré

Beitragvon zaunreiter » Fr 5. Okt 2012, 11:14

mahagugu hat geschrieben:Scheint so als würden sie mit Vorliebe im wärmsten Teil des Stockes den Honig ablagern.


Da Honig erst aus Nektar zu Honig fermentiert werden muß, mag das eine Begründung dafür sein, daß sie den Honig über der Wärme (Brutnest) ablagern.
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Re: Erfahrungen mit Warré

Beitragvon BeeWild » Sa 10. Nov 2012, 20:53

Die Diskussion über die verschiedenen Beutentypen versteh ich schon lange nicht mehr.

Bienen sind in der Lage sich in sämtlichen, der Größe entsprechenden, Unterkünften zurecht zu finden, ob Mauerspalten, Steinhöhlen, Holzbeuten oder Spechthöhlen.
Viel ausschlaggebender als die Unterkunft sind andere Faktoren (meiner Meinung nach).
Was nehm ich meinem Bienenvolk, was geb ich ihm, was steht Ihnen an Ressourcen zur Verfügung.

Ob Warre oder anderer Beutentyp spielt denke ich mittlerweile eine ziemlich untergeordnete Rolle, da andere Faktoren die Entwicklung des Volkes viel mehr beeinflussen.

MfG BeeWild

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Re: Erfahrungen mit Warré

Beitragvon Theophanu » Mi 30. Apr 2014, 09:50

"... aber sie ist so liebenswert."

Ich fürchte inzwischen, das ist der Grund warum ich jetzt 2 Warrés habe. (Leider noch leer)

Nun muss ich mich vor mir selber rechtfertigen, weil ichs doch 'wesensgemäß' wollte ;)
An dem Terminus buchstabiere ich grade herum:
Wesensgemäß bedeutet ja ein ungeteiltes Brutnest. Wir haben hier aber Zargen und Oberträger, die als Bremse fungieren.

Am Ende beschließe ich vielleicht einfach, dass es nicht unwichtig ist, dass nicht nur die Bienen, sondern auch ICH die Bienenwohnung mag ?
Und dass ja wesensgemäß immer wieder neu definiert wird.
sapere aude

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Re: Erfahrungen mit Warré

Beitragvon zaunreiter » Mi 30. Apr 2014, 11:04

Theophanu hat geschrieben:Wesensgemäß bedeutet ja ein ungeteiltes Brutnest.


Bedeutet es das? Das haben eine handvoll - mir bekannte - Leute einfach mal so festgelegt. Nicht mehr und nicht weniger. Jetzt wird es nachgebetet. Warum eigentlich? Wer kennt schon das Wesen der Bienen so genau, daß er solche Dinge wie die Beutenform festlegen kann?

Ich finde es wichtiger, daß man mit dem Herzen dabei ist und der Sache nachfühlt. Wenn sich eine Beute richtiger anfühlt, dann gebe ich nichts auf irgendwelche Normen.

Theophanu hat geschrieben:Wir haben hier aber Zargen und Oberträger, die als Bremse fungieren.


Wir haben hier vor allem ein Mythos, der durch ständige Wiederholung und immer wieder Wiederholung künstlich am Leben erhalten und verbreitet wird. Die einzige Bremsen beim Bauen sind schwache Völker und zu wenig zu fressen. (Nektar.) Tim aus Australien hat Völker, die in zwei Wochen vier Zargen ausbauen, Oberträger hin oder her. Die haben dort einfach genügend Tracht. Man muß ja bedenken, daß ein Kirschbaum ungefähr 1/10 Bienenvolk ernährt. Für eine Woche oder auch nur ein paar Tage. Und dann? Die Verfügbarkeit von Futter ist wohl das gewichtigere Problem als ein paar Hölzchen im Brutnest. Das ist denen sowas von pupegal!

Die Berichte, wo ein Entfernen der Oberträger der unteren Zarge zum Weiterbau geführt haben, finde ich immer amüsant. Man kann die Zarge auch entfernen und nach ein paar Tagen wieder hinstellen, dann fangen sie auch an zu bauen. Mit oder ohne Oberträger. Die Veränderung ist da wohl entscheidender als Auslöser. Laßt sie doch einfach machen. Die wissen schon, was sie tun. Und nur weil wir uns vorstellen, daß die Bienen "jetzt die nächste Zarge ausbauen müssen", ist das noch lange nicht der Fall.
Cogito ergo summ.
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Re: Erfahrungen mit Warré

Beitragvon Rumpel » Mi 30. Apr 2014, 11:24

Ich finde es wichtiger, daß man mit dem Herzen dabei ist und der Sache nachfühlt.

Ja, und man muss fühlen, und sehen was dem Bien gut tut, ein zu grosser Raum ist es nicht, der macht ihn mutlos.
Aber das musste ich lernen sehen, und verstehen.
Das Herz und nur das Herz mit ein bisschen Bauch zählt, sowie Leute die Bienen mögen, das Abwegen der Argumente usw.
Sehr super geschrieben Bernhard.
Vielen dank für die Worte die mir immer nicht einfallen Jörn :D
Um zu begreifen, dass der Himmel überall blau ist, braucht man nicht um die Welt zu reisen.
Johann Wolfgang von Goethe


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