Unter oder Aufsetzen: Die Sache mit den Erweiterungen

Alle im Frühjahr anfallenden Arbeiten, z.B. Erweiterung, Einschätzung der Volksstärke
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Rumpel
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Re: Unter oder Aufsetzen: Die Sache mit den Erweiterungen

Beitragvon Rumpel » Mo 22. Jun 2015, 09:37

Der Bien braucht keinen Kompost.

Ja, und manchmal muss man sich in aller Ruhe damit auseinander setzen, dann stirbt auch ein Mikrobensumpfboden den Heldentod, wie meiner der ist Geschichte.
LG. Jörn
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zaunreiter
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Re: Unter oder Aufsetzen: Die Sache mit den Erweiterungen

Beitragvon zaunreiter » Mo 22. Jun 2015, 09:43

Die mit den Bienen lebenden Mikroben leben in der Hauptsache in deren Darm, in und vor den Drüsen und im Bienenbrot. Wenn es um andere größere Bienenstockbewohner geht, wie Wachsmotten, Pollenmilben, Raubmilben und so weiter, die leben in den Winkeln und versteckten Ecken der Beute. Und nicht im Kompost.

Im unbehandelten Bienenstock wird alles dick zupropolisiert. Siehe auch: viewtopic.php?f=16&t=1087&start=20#p16329
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Re: Unter oder Aufsetzen: Die Sache mit den Erweiterungen

Beitragvon garret » Mo 22. Jun 2015, 10:44

W.I.R. hat geschrieben:dass es dem Wesen des Biens entgegen kommt wenn untergesetzt wird.
Ich hab dazu mal eine Antwort von einem englischen (oder canadischen?) Warré-Imker gelesen, sinngemäß: "Aufsetzen ist nicht weniger unnatürlich als Untersetzen, die Baumhöhle wächst schließlich auch nicht andauernd nach unten...." Beides kann man zur falschen Zeit falsch angehen. Das mit der natürlichen Baurichtung ist uns denke ich allen klar, aber über dem Brutnest wird ja auch immer Platz frei. Die Flexibilität der Bienen wird wohl zu ihrem evolutionären Erfolg massiv beigetragen haben.
W.I.R. hat geschrieben:Es gefällt mir auch nicht, dass so viel über Rähmchen aller Art so intensiv nachgedacht wird.
Ich versuche grad zu verstehen, was Roger Delon (Jahrgang 1919 - könnte Warré noch persönlich gekannt haben) aus der Warré-Beute gemacht hat (und warum) - eine seiner Erfindungen ist das gebogene Stahdraht-Rähmchen. Delon war Wanderimker in den Vogesen/Alpen. In einem Radius von 120km hat er zwischen 600 und 1000 Warré/Delon-Beuten bewirtschaftet (und das über mehrere Jahrzehnte - scheint mir auf eine erfolgreiche Bien-Mensch Beziehung hinzudeuten....) Ohne dieses "Rähmchen" wäre es weder möglich gewesen, zu wandern, noch das Alter der Königinnen immer so um die zwei Jahre zu halten (was den Schwarmtrieb nach Delons Worten deutlich mindert). Das Wesentliche am Warré-Konzept bleibt dabei weitgehend intakt.
zaunreiter hat geschrieben:glättet er die Wände
Delon hat das Innere seiner Zargen übrigens mit Wachs und Bügeleisen behandelt.
Warré war Geistlicher; ich denke nicht, daß es ihm gefallen hätte, aus seiner Bienenhaltung eine neue Religion zu machen.
Grüße, Ernst

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Re: Unter oder Aufsetzen: Die Sache mit den Erweiterungen

Beitragvon Rumpel » Mo 22. Jun 2015, 11:46

Baumhöhle wächst schließlich auch nicht andauernd nach unten...."

Dann sollte der sich Baumhöhlen anschauen, und nicht nur eine, dann kommen noch verschiedene Hölzer und Auslöser die zur Höhle führen dazu.
Nur einer von vielen: https://de.wikipedia.org/wiki/Rotf%C3%A4ule
Waldwissen ist auch nicht von Pappe, das die Bienen das können ist eine andere Sache.
So ein Teil wächst nicht in zehn Minuten um 20 cm, nur unter bestimmten Bedingungen, und wenn da was oben Fluffig oder instabil ist wird das klein genagt und raus geschafft, oder fest gepappt.
LG. Jörn
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Re: Unter oder Aufsetzen: Die Sache mit den Erweiterungen

Beitragvon Rumpel » Mo 22. Jun 2015, 15:09

Tja, so sieht es aus! :)
Und wenn die Höhle aus Stein ist wie zB. eine Esse dann bauen die auch nach unten, schönen Sicherheitsabstand zum Scheunentor ca, 50 - 80 cm und dann wird in den Keller gebaut.
LG. Jörn
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Re: Unter oder Aufsetzen: Die Sache mit den Erweiterungen

Beitragvon Theophanu » Mo 22. Jun 2015, 19:28

garret hat geschrieben:...
Warré war Geistlicher; ich denke nicht, daß es ihm gefallen hätte, aus seiner Bienenhaltung eine neue Religion zu machen.
Grüße, Ernst


Ich halte diese Bezüge regelmäßig für Blödsinn.
Aus einer Religion kann sich eine verantwortungsvolle Grundhaltung allem Leben gegenüber herleiten, -nix anders.
Auch keine Kellerruhe^^

Religionen sind nur kulturell unterschiedliche Zugänge zu einer anderen Erfahrungsdimension.
Die man sich trotzdem erarbeiten muss, was auch viele Religiöse sich ersparen.
Man kann ohne leben, bereichert sich aber mit einem Zugang. So, das wollte ich doch mal festhalten.

Ich hab Warré so verstanden, dass er einen vernünftigen imkerlichen Weg durch unendliche Versuche erarbeiten wollte -um anderen Irrwege zu ersparen. -Das war sein Irrtum, denn man kann Erfahrung nicht tradieren. Gerade heute nicht. Es lebe der endlos modifizierte Individualismus^^
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Re: Unter oder Aufsetzen: Die Sache mit den Erweiterungen

Beitragvon garret » Mo 22. Jun 2015, 20:45

@Theophanu
Theophanu hat geschrieben:Warré so verstanden, dass er einen vernünftigen imkerlichen Weg durch unendliche Versuche erarbeiten wollte -um anderen Irrwege zu ersparen.
Würde das heißen, Roger Delon, als ein Nachfolger und Modifizierer sei auf dem Irrweg gewesen ? Er hat Warré nach Osteuropa gebarcht und dort gibt es eine lebendige Szene, die auf Warrés Grundsätzen aufbauen, ohne die ursprüngliche "Lehre" zu kennen. Wie willst Du wissen, was für die Bienen besser ist: alternative, hippe Szene in Westeuropa oder gelebte imkerliche Tradition, die auf einer "Mutation" beruht....?
Theophanu hat geschrieben:denn man kann Erfahrung nicht tradieren.
:shock: Wo kommen wir her, wo gehen wir hin ??? Du glaubst doch nicht im Ernst, daß Du ohne Erfahrungen deiner Vorvorderen überhaupt hier posten würdest ???? Grüße, Ernst

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Re: Unter oder Aufsetzen: Die Sache mit den Erweiterungen

Beitragvon garret » Mo 22. Jun 2015, 20:56

Rumpel hat geschrieben:Dann sollte der sich Baumhöhlen anschauen, und nicht nur eine, dann kommen noch verschiedene Hölzer und Auslöser die zur Höhle führen dazu
So viel Zeit hat kein Bienenvolk. Es sucht nach einer Dimension, die was verspricht, einer hygroskopischen Beschaffenheit, einer sicheren Lage usw. usw. - die Wissenschaft hat hier nichts zu suchen. Und wenn, wie in meinem Fall, neben der Lockbeute bzw. Schwarmfalle ein Bienenstand mit offenen, ungeräumten Beuten ist, wo in den Beuten vor zwei Jahren noch Königinnen lebten, - vergiß alle Baumhöhlen oder Steinspalten, sie bevorzugen die Zander/Dadant/EHM oder xy, auch wenn die eigentlich alle zu klein für eine zukünftige Entwicklung sind... Grüße, Ernst

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Re: Unter oder Aufsetzen: Die Sache mit den Erweiterungen

Beitragvon Rumpel » Mo 22. Jun 2015, 21:17

Ja auch sehr neu, Wissenschaft hat hier nichts zu suchen. :?
Es kann sein wie es ist, oder nicht oder so oder andersherum. :lol:
LG. Jörn
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Re: Unter oder Aufsetzen: Die Sache mit den Erweiterungen

Beitragvon Theophanu » Mo 22. Jun 2015, 22:18

Och Ernst,
ich bin sogar für ein paar Schritte zurück, nach Hundertwasser: Wenn man am Abgrund steht ist Rückschritt ein Fortschritt.

Vermutlich habe ich mich missverständlich ausgedrückt. Du siehst doch spätestens an deinen Kindern, dass Traditionen normal eben nicht einfach so übernommen werden, dass Fehler meist nochmal selbst gemacht werden müssen. Was ich unökonomisch finde, aber muss wohl so sein ;)
Ich mag eigentlich den Gedanken eines kollektiven Unterbewussten.

Mein ich doch gar nicht zu wissen, -was für die Bienen besser sei.
Scheinbar muss sich jeder Imker das Konzept für sich und seine Bienen selber neu zusammenschustern.Warré konnte uns das eben nicht ersparen.
Womit hab ich dich denn so erzürnt?
sapere aude


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