Unter oder Aufsetzen: Die Sache mit den Erweiterungen

Alle im Frühjahr anfallenden Arbeiten, z.B. Erweiterung, Einschätzung der Volksstärke
oekonomy
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Re: Unter oder Aufsetzen: Die Sache mit den Erweiterungen

Beitragvon oekonomy » Sa 13. Jun 2015, 14:11

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ich habe diese Jahr (zweites Bienjahr des Volkes) mal oben aufgesetz und zwei Mittelwände als Steigleiter gegeben. Alle Bienengassen voller Bienen. Nich so wie bei Bernhard, mit rausquellenden Bienen am Eingang.
Meine Beobachtung:
Am Anfang wollten die Ammen nicht gleich ausbauen und nun sind die Mittelwände recht "dick" und es wird ebenfalls von den Rähmchen nach oben gebaut.
Was habe ich falsch gemacht?
War es zu früh (zu wenig Bienen).
Macht ihr einfach die "Hochbauten" wieder weg und dann sollen die Ammen das noch Mal versuchen?

Grüße
Enrico

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Rumpel
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Re: Unter oder Aufsetzen: Die Sache mit den Erweiterungen

Beitragvon Rumpel » Sa 13. Jun 2015, 17:48

Baubienen arbeiten als einzelne Bienen unter dem wärmenden Netz der Baufirma, Ammenbienen pflegen Bienenkinder. :)
Mittelwand bis fast auf den Oberträger? Oder wie oben zu wenig Personal!
LG. Jörn
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Re: Unter oder Aufsetzen: Die Sache mit den Erweiterungen

Beitragvon garret » So 14. Jun 2015, 17:33

Habe auch bei einem Schwarm aus dem Vorjahr (- der sich im Juli/August eine Jungkönigin nachgezogen und nur auf drei Waben überwintert hat, und den ich gottseidank nicht vereinigt habe mit den anderen Völkern, die mir dann alle gestorben sind an DWV, weil mir nämlich bewußt geworden ist, daß die Herkunft des Völkchens die "Bessere" ist), das nun auf drei ausgebauten Zargen sitzt - mit einer Halbzarge Ende Mai aufgesetzt. Und zwar weil ich Unruhe bemerkt habe, die mich an Schwarmvorzeichen erinnert hat. Habe eine leere Zarge unten gegeben und einige Tage danach die Halbzarge oben. Die Stimmung hat sich schlagartig gebessert und die jetzige Hitzewelle haben sie locker weggesteckt - letztes Jahr hatten sie andauernd den Bienenbart, weil ich sie zu eng gehalten habe :|
Nachdem es etwas gedauert hat, die neue Erweiterung oben anzunehmen, habe ich auf die zwei kleinen Waben zwischen den Oberträgern (mit Leitwachs) vom Tuch aus oben ein wenig Honig gekleckert - nach einer Woche war die Halbzarge ausgebaut.
Jetzt ist die Robinie verblüht, die Linde braucht noch eine Woche. Also habe ich gestern frech noch eine Halbzarge aufgesetzt (mit Honig-Geklecker gleich auf den Leitwaben drauf) - heute war unter dem Abdecktuch schon alles voll Bienen.
Jetzt stellt sich die Frage, ob die Wachsarbeit oben nicht die Wachsarbeit unten behindert - denn der Brutraum ist voll verdeckelt und die unterste ist erst zur Hälfte ausgebaut ? Zwar traue ich den Bienen zu, selbst zu entscheiden, was wichtiger ist - die wissen wohl besser, was draußen grad abgeht und ansteht. Kann man eigentlich davon ausgehen, daß die Königin sich nicht oben auch mal umsieht und Brut auch oben stiftet ?
Jedenfalls wäre mir das Volk sicher schon abgeschwärmt ohne die zentrifugale Expansion.............(natürlich ist nicht gesagt, ob nicht die Schwarmteilung des Volks der bessere Weg wäre im Hinblick auf die Überwinterung.... :?: ......)
Grüße, Ernst

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Rumpel
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Re: Unter oder Aufsetzen: Die Sache mit den Erweiterungen

Beitragvon Rumpel » So 14. Jun 2015, 18:04

Bei Halbzargen geht das gut, da werden gleich mehr Oberträger besetzt.
Bei wachsender Volksstärke drücken die auch schneller hoch wärmetechnisch.
Sonst ist es wie immer, Erweiterung verschiebt den Schwarm.
LG. Jörn
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Re: Unter oder Aufsetzen: Die Sache mit den Erweiterungen

Beitragvon oekonomy » So 14. Jun 2015, 20:05

HAllo Jörn,

ja die Mittelwände habe ich bis fast auf die Oberträger hängen lassen, damit die Bienen die Mittelwände auch finden zum AUfsteigen. Oder ist das so eine Kopfsache, wie hier schon oft geschrieben wurde? ;o)


Grüße
Enrico

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Re: Unter oder Aufsetzen: Die Sache mit den Erweiterungen

Beitragvon Rumpel » So 14. Jun 2015, 20:24

Oder ist das so eine Kopfsache,

Ja irgendwie schon, muss man viel lernen, nach Antworten suchen, alles aufsaugen und mit Leib und Seele den Bienen verfallen. :lol:
Bienen können fliegen, ja aber wie funktioniert der Wabenbau usw.....
LG. Jörn
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W.I.R.

Re: Unter oder Aufsetzen: Die Sache mit den Erweiterungen

Beitragvon W.I.R. » So 14. Jun 2015, 21:27

Hallo,
da habe ich ja richtig Glück gehabt. Zwei Schwärme auf jeweils zwei Zargen gesetzt und alles gut gegangen. Kein "Zusammenbauen" der Zargen über die Wabenträger der unteren Zarge, Und alle haben ganz oben angefangen. Am Ende der 3. Woche waren die mittleren 3 Waben schon ein paar cm zuweit nach unten gebaut. Etwas gekürzt und die 3. Zarge untergesetzt. Bei kühlem Wetter rechne ich zum Ende des Monats mit der 4. Zarge bei beiden Schwärmen.
Ich habe nicht vor "aufzusetzen". Wenn die Völker das nächste Frühjahr erreichen, dann will ich weiter untersetzen. Ist mehr Arbeit, weil der "Turm" abgebaut werden muss, um unterzusetzen. Versuch macht klug! Man kann ja auch die obere (n) Zarge (n) abernten und gegebenen Falles Im Spätsommer wieder einfüttern. Und die leer gewordene Zarge gleich wieder untersetzen. Bleibts da nicht bei 4 oder 5 Zargen?
Im ersten Jahr wollte ich nicht ernten und einfach den ganzen Honig als Winterfutter drin lassen und auch die ausgebauten Zargen so in den Winter gehen lassen.
Oder habe ich eben einen "Holzweg" gezimmert?

Gruß
Harald

W.I.R.

Re: Unter oder Aufsetzen: Die Sache mit den Erweiterungen

Beitragvon W.I.R. » So 21. Jun 2015, 23:49

Hallo und einen schönen Sonntag-"Abend",
Das mit dem Aufsetzen gefällt mir nicht so recht. Ich glaubte bisher, dass es dem Wesen des Biens entgegen kommt wenn untergesetzt wird. Die Biene baut nunmal von oben nach unten weils nicht anders geht!. Also lassen wir es einfach auch so.
Dann sollte derjenige, der damit seinen Honigertrag heben will, mit einem Teil seiner Völker einfach auf eine Magazinbeute umsteigen. dann wird aufgesetzt und es ist genügend Honig da. Auch zum Einfüttern in die Warre-Völker. :lol:
Ich habe mich nach meinen nur kurzen Anschauungen zur Lebensart der Bienen dafür entschieden NUR unterzusetzen und mit Schwärmen gleich mit zwei Zargen icl. Wabenträgern zu starten. Und dann in Abhängigkeit von Witterungsverlauf und Tracht = Ausbaufortschritt zügig zu erweitern.
Die abgerundeten Waben sind das Werk der Bienen und damit o.k. Wer das nicht will muss die Bienen davon überzeugen, dass das was sie machen so nicht geht oder er lässt die Wabenträger in den untergesetzten Zargen weg und baut dort Stabilisatoren ein (japanisch!). Dann kann durchgebaut werden und der Luftspalt zwischen den Zargen verschwindet. Kontrollen: Keine, Schwärmen: Nach Herzenslust!
Ein Anfänger lässt sich aber gerne eines Besseren belehren. Ich sehe es nur so.
Es gefällt mir auch nicht, dass so viel über Rähmchen aller Art so intensiv nachgedacht wird. Ist es nicht das erste Anliegen dieser Art Bienen zu halten, dass KEINE Rahmen eingesetzt werden. Es ist doch schon viel sinniert worden über die Nachteile der Rahmen und damit des Abstandes zur Zargenwand in Bezug auf das Beutenklima. Ist das nicht schlüssig?
Im nächsten Jahr werde ich einen meiner Böden (10 cm hoch) umdrehen (Flugloch nach oben) und den ganzen Raum mit dem Inhalt einer bewohnten Baumhöhle füllen. In das Kissen kommt sich natürlich zersetzendes Laubholz aus dem Wald.
Zur Betriebsweise habe ich mir gedacht, dass im Frühjahr die obere(n) Zarge(n) von Waben und Honig (kann gleich wieder eingefüttert werden)
geleert werden und gleich wieder untergesetzt werden. Somit hat das Volk den kompletten Beutenraum (natürliche Baumhöhle) von Beginn an.
Ich bin neigierig auf eure Gedanken. :idea:
Harald

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Re: Unter oder Aufsetzen: Die Sache mit den Erweiterungen

Beitragvon zaunreiter » Mo 22. Jun 2015, 07:58

Glaube hier, Nichtwissen da, Annahmen dort...na, das soll ja was geben. :?

Hier wird ein völlig falsches Bild vom Bien gezeichnet. Wo gabelt ihr eigentlich alle diese Theorien auf? Ich meine zum Beispiel, wer trägt den Kompost in die Beuten, wenn einfache Beobachtung schon zeigt, daß die Bienen alles im Bienenstock aus- und aufräumen? Wenn der Bien sich in einer Baumhöhle etabliert hat, glättet er die Wände, räumt alles Mull raus und den Rest propolisiert er zu. Der Bien braucht keinen Kompost.

Daß Bienen nicht von unten nach oben bauen, ist ebenfalls eine falsche Annahme. Setze doch mal einen leeren Kasten ohne "Leiter" auf. Die Bienen bauen ausgehend vom bestehenden Wabenwerk weiter - und zwar von unten nach oben.
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.

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Re: Unter oder Aufsetzen: Die Sache mit den Erweiterungen

Beitragvon Claudia.1977 » Mo 22. Jun 2015, 08:52

W.I.R. hat geschrieben:....Ist mehr Arbeit, weil der "Turm" abgebaut werden muss, um unterzusetzen. ...

No , schau mal hier: viewtopic.php?f=15&t=60&hilit=lift
grüße
claudia
liebe Grüße Claudia
[Warré seit 2014 (Oekobeute, Andreas Meisel)/ TBH seit 2015 (Oekobeute, Andreas Meisel) / Bienenkugel seit 2016 (Andreas Heidinger)/ Klotzbeute, trocknet seit 2016, Inbetriebnahme in 2018 (Selbstbau im Zeidler Kurs, Schloss Hamborn)]


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