zu früh gefüttert?

Alle im Frühjahr anfallenden Arbeiten, z.B. Erweiterung, Einschätzung der Volksstärke
helvy
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zu früh gefüttert?

Beitragvon helvy » So 22. Feb 2015, 03:18

An einem sonnigen Tag bin ich an meinen Bienenstand und habe mich gefreut, dass meine Bienen flogen. Besonders eines.
Als ich dann die Völker gewogen habe, war mir auch klar, warum es so emsig flog und Pollen eintrug: es wog nur ca. 21kg - ein anderes an einem anderen Standort auch nur 21kg - alle anderen ab 29kg aufwärts.

Ich hatte die Zahlen nicht mehr genau im Kopf und so habe ich beiden jeweils ein Päckchen 2,5-kg-Futterteig auf die oberste Zarge gelegt (Fenster in Folie geschnitten und auf 2 Stöcke gelegt).
Wie lange muß ich den Teig drinlassen? Ich weiß, bis Tracht ist ... ;-) ... aber woran erkenne ich, dass es genug Tracht ist?

Und dann hatte ich jetzt doch noch einmal den Forenbeitrag über das Wiegen gelesen: da stand, dass 18-26 kg Gewicht über den Winter bis März reichen würden.
Habe ich etwa doch zu früh mit der Notfütterung angefangen? :-/

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Re: zu früh gefüttert?

Beitragvon zaunreiter » So 22. Feb 2015, 14:33

Ein Beute mit zwei Zargen wiegt ca. 13,5 - 15 Kilogramm.

Der Durchbruch ist geschafft, wenn die Kirschen blühen. (Vorher schon Pflaumen, Zwetschgen und Kirschpflaumen.) Die Blüte der Kirsche ist jedes Jahr leicht unterschiedlich. Bis etwa Mitte April müssen die Bienen noch durchhalten. Wenn sie jetzt anfangen zu brüten, verbrauchen sie ein Kilogramm Futter pro Woche zum Heizen. Bis Mitte April sind es noch ca. sieben Wochen. Also brauchen sie noch sieben Kilogramm.

Macht 13,5 kg Beute&Bienen + 7 kg Futter = 20,5 kg (bis 22,5 kg) Gesamtgewicht.

Füttern wäre also nicht zwingend nötig gewesen. Kann aber auch nicht schaden. Haben ist besser als brauchen. Das Gewicht ist für diese Jahreszeit normal. Die Warré ist so bemessen, daß das Futter genau zur Überwinterung ausreicht. Wenn es mal ein kaltes Frühjahr gibt, passen die Bienen die Bienenmasse an das vorhandene Futter an, die Völker schrumpfen dann als Überlebenstaktik. Das ist nicht so optimal für die Bienen und die Folgen sind das ganze Jahr zu spüren. Deswegen immer bis zum Herbst gut einfüttern. Bei einem kalten Frühjahr (wie 2013) den Finger am Puls haben und reagieren.

Viele Grüße

Bernhard
Cogito ergo summ.
Ich summe, also bien ich.


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